
Die Fußballfreunde im hiesigen Kreis sollten sich schon einmal den 5. August „rot“ im Kalender markieren. An jenem Dienstag gibt um 19.30 Uhr der benachbarte Regionalligist Wuppertaler SV seine Visitenkarte im Lhoist Sportpark ab. Für den 1. FC Wülfrath ein erstes Highlight zu Beginn der Saison 2025/26. Aber noch ist Sommerpause, weilen die meisten der „Aufstiegshelden“ im wohlverdienten Urlaub. Den Beginn des Tagesgeschäfts, den 8. Juli, haben sie indes alle auf dem Zettel. Dann nämlich erwartet Chefcoach Joscha Weber mit seinen Assistenten Thomas Cyrys (Co-Trainer) und Sebastian Herweg (Torwarttrainer) das in Teilen umformierte Aufgebot zur ersten Übungseinheit.
Nicht mehr dabei ist gleich ein halbes Dutzend Spieler des Meisterkaders. Der erst im November gekommene Mittelfeldstratege Ahmad Jafari (34) beendet seine aktive Karriere. Adil El Hajui wird vom SV Rot-Weiß Wülfrath als Zugang gemeldet. Keeper Niklas Schepe wechselt zum TVD Velbert II. Richtung A-Kreisligist Union Velbert zieht es Fabian Helmes, Adrian Saitovski und Tim Bruns. Das Sextett wurde im Rahmen eines Mannschaftsabends am Klubheim gebührend verabschiedet.
Jetzt sind sie beim FCW alle gespannt, wie die Neuverpflichtungen einschlagen. Auch hier überließen Vorstand und sportliche Leitung in Sachen „Anforderungsprofil“ nichts dem Zufall. Torhüter Mika Mrstik (23) kommt vom Landesliga-Absteiger Blau-Gelb Überruhr. Daniel Ivezic (22) lief zuletzt zwei Jahre für den Landesligisten VfB 03 Hilden II auf. In der abgelaufenen Spielzeit hatte der technisch versierte Offensivspieler mit zehn Toren und neun Assists maßgeblichen Anteil am siebten Tabellenplatz.
Da können die Zugänge von Landesliga-Absteiger Cronenberger SC nicht ganz mithalten. Gleichwohl liest sich die persönliche Bilanz des Duos vielversprechend. Dominik Schäfer (28) gilt als erfahrener, zudem torgefährlicher Mann in der Mittelfeldzentrale. Für die Defensive ist Lukas Trier eingeplant, der in der Abstiegssaison auf 19 Einsätze kam, in 2023/24 indes mit 33 Spielen absolute Stammkraft war. Und nicht zu vergessen 2022/23. Da bestritt der 24-Jährige für den CSC 31 Oberligaspiele (drei Tore), vereint damit Erfahrung und sportliche Qualität, die sich für den FCW direkt bezahlt machen könnte.
Dagegen muss Joscha Weber auf seine schon länger fehlenden Rekonvaleszenten Nico Köhler (Schambeinverletzung) und Axel Glowacki (nach zwei Knie-Operationen) weiterhin verzichten. Geduld aufbringen muss auch Angreifer Brian Mitchell in Folge einer Schulter-Luxation. Schneller läuft der Heilungsprozess offensichtlich bei „Saki“ Xiros, der sich am 18. Mai beim 0:0 gegen TuSEM Essen einen Bänderriss im Sprunggelenk zuzog. Der offensive Mittelfeldmann wird schon zum Beginn der Vorbereitung, wenn auch in dosierter Form, wieder ins Training einsteigen.
Trotz individueller Missgeschicke, der 1. FC Wülfrath spielte eine überragende, zu Recht mit dem Aufstieg in die Landesliga gekrönte Saison 2024/25. Aus Sicht von Chefcoach Weber gab es manch wichtige Details auf dem langen Weg zum Meistertitel. „Die Spieler und wir vom Trainerstab, glaubten von Saisonbeginn an, dass wir es, nach Platz zwei in der Vorsaison, diesmal packen können. Von Vorstandsseite gab es aber keinerlei Druck. Wir konnten in aller Ruhe arbeiten. Und die Jungs haben in den Spielen, in denen es drauf ankam, wie vor allen Dingen bei den zwei Siegen gegen den direkten Konkurrenten Solingen 03, auch geliefert. Ein Beweis für fußballerische Qualität, Selbstvertrauen und Charakterstärke“, analysierte der 31-Jährige. Der noch einmal bestätigte, dass Trainer und sportliche Leitung (Weber, Cyrys, Philipp Schmidt) bei den in den vergangenen zwei Jahren neu gekommenen Spielern ein ausgesprochen glückliches Händchen bewiesen.
Passt irgendwie zu der Aussage, die Teammanagerin Michaela Massenberg, auch angesichts der namhaften Winterzugänge, bereits in einer Pressemitteilung zum Jahreswechsel machte: „Der 1. FC Wülfrath ist wieder wer in der niederbergischen Region. Unser Verein verfügt wieder über eine große Strahlkaft.“ Die neu gewonnene Wertigkeit von Verein und Mannschaft in der öffentlichen Wahrnehmung stellte das spielende Personal in den folgenden Monaten, vor allen Dingen am Aufstiegs-Sonntag, 28. Mai, nachdrücklich unter Beweis.
Die Zugänge, im Zusammenwirken mit der ohnehin für die Landesliga schon gehobenen Qualität des vorhandenen Personals, das alles sollte ausreichen, um im neuen sportlichen Umfeld eine gute Rolle zu spielen. Joscha Weber betont: „Unser Ziel ist es, gleich in der Liga Fuß zu fassen, erst gar nicht in die untere Tabellenregion abzurutschen. Wir haben einen Top-Kader zusammen und sehen der neuen Herausforderung mit Freude und Zuversicht entgegen.“
Fünf Tage nach dem Trainingsauftakt bestreitet der Neu-Landesligist am 13. Juli (15 Uhr) bei Sportfreunde Hamborn 07 sein erstes Testspiel. Später kommen die Bezirksligisten TSV Eller 04 am 20. Juli und TSV Ronsdorf am 9. August (Anstoß jeweils 15 Uhr) zum Erbacher Berg.
Als Pokalverteidiger fährt der 1. FC Wülfrath im Juli zum Turnier des SV Burgaltendorf um den „Geno-Cup“. In der Vorrunde heißen die Gegner SF Niederwenigern II (18.7. – 18 Uhr), Spvgg. Steele 03/09 (25.7. – 18 Uhr) und SV Hösel (27.7. – 14.40 Uhr).
Am 29. und 30. Juli werden ab 18.45 Uhr die Viertelfinal-Begegnungen ausgetragen. Die beiden Halbfinals stehen am 1. und 2. August im Turnierplan. Um Platz drei geht es am Sonntag, 3. August , um 15.15 Uhr. Der Anpfiff zum Endspiel erfolgt um 17.15 Uhr.