
1. FC Wülfrath – TSV Solingen. Es ist die finale Begegnung der englischen Woche für die Wülfrather Fußballer – nach der 2:3-Heimniederlage vor sieben Tagen im Abstiegsduell gegen Bergisch Born und dem nach Verlängerung errungenen 3:2-Kreispokal-Titel am Donnerstag gegen den Bezirksligisten TSV Ronsdorf. Und dazu eine mit (erneut) vorentscheidendem Charakter, die da am Sonntag um 15 Uhr im Lhoist Sportpark angepfiffen wird. Das wirft im Vorfeld die Frage auf, wie das Team des Trainerduos Joscha Weber/Thomas Cyrys die Dreifach-Belastung innerhalb von acht Tagen wegsteckt – physisch wie auch mental.
Vom Kopf her sollte das nach der jüngsten Entwicklung machbar sein. Nach dem Pokalsieg müssen die FCW-Briefbögen sicher nicht gleich neu gedruckt werden. Dennoch: Kreispokalsieger 2026 – das kann sich sehen lassen. Auf den frischen Lorbeeren ruht sich indes niemand aus. Trainerteam und Mannschaft sind erst einmal auf das Duell gegen den Mitaufsteiger fokussiert. Der hat die Herausforderungen in der höheren Spielklasse wesentlich besser gemeistert, siegte im Hinspiel souverän mit 4:0 und kommt als Sechster des Tableaus an den Erbacher Berg.
Größere Laufbereitschaft und mehr Aggressivität in den Zweikämpfen zeichneten das Team von Trainer Nils Esslinger Ende November in den ersten 45 Minuten aus. Da konnten die bereits zur Pause 0:3 hinten liegenden Gäste allenfalls nach dem Seitenwechsel einigermaßen gegenhalten. Am Sonntag auf eigenem Platz wollen sie es besser machen, die Wülfrather. Und das ist auch absolut notwendig, um im Kampf gegen den drohenden Abstieg nicht weiter an Boden zu verlieren.
Die Niederlage gegen Born hatte schon das Abrutschen vom ersten Nichtabstiegsrang auf den Relegationsplatz (14. – 32 Punkte) zur Folge. Ohnehin trennen TuRU 80 Düsseldorf auf dem ersten Abstiegsplatz (15.) und den Zwölften Amern nur fünf Zähler. Deshalb bleibt es in Sachen Klassenerhalt ein Hauen und Stechen bis zum letzten Spieltag am 7. Juni, an dem die Wülfrather den bereits feststehenden Aufsteiger Solingen 03 empfangen. Bis dahin sind zunächst einmal sechs Punkte zu vergeben. Und die will sich der FCW unbedingt gutschreiben. Anfangen mit der erfolgreichen Revanche gegen „Aufderhöhe“ und dann am 31. Mai im Auswärtsspiel gegen den designierten Absteiger VfB 03 Hilden II.
„Auch wenn wir erst in der zweiten Halbzeit besser gespielt haben, war der Sieg in Ronsdorf allemal verdient und wichtig für das Selbstverständnis unserer Mannschaft. Die Jungs haben bewiesen, dass sie mit der richtigen Einstellung ein Spiel auch nach einem Rückstand noch drehen können. Diesen Schwung müssen wir in die Partie gegen den TSV mitnehmen, und das von Anfang an“, unterstreicht Thomas Cyrys. Der Co-Trainer fügt hinzu: „Trotz unserer prekären Tabellensituation haben wir alles noch selbst in der Hand. Die Jungs wissen selbst, dass sie in den beiden nächsten Spielen einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen können. Da brauchen wir als Trainer gar nicht groß einwirken.“
In diesen Wochen ist zweifellos Druck auf dem Kessel in Fußball-Wülfrath. Gleichwohl hat sich das Team das alles selbst zuzuschreiben. Jetzt sind gerade die erfahrenen Cracks um Kapitän Maik Bleckmann gefordert. Abgedroschen, aber zutreffend: Am Ende geht es um den Verein FCW und nicht um persönliche Interessen.
Außenbahnspieler Lukas Trier fehlt weiter wegen muskulärer Probleme. Aus dem gleichen Grund steht hinter Mittelfeldroutinier Ahmad Jafari ein Fragezeichen.