2026-06-03T09:07:03.210Z

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1. FC Wülfrath kämpft gegen Meister Wald 03 um die Landesliga

Die Wülfrather Spieler brauchen am letzten Spieltag einen Sieg über den starken Aufsteiger Solingen. Gelingt dem Weber-Team ein Wunder?

von RP / Elmar Rump · Heute, 20:30 Uhr · 0 Leser
Wülfrath bangt um die Klasse
Wülfrath bangt um die Klasse – Foto: Jacob Kingsley Amuah

1. FC Wülfrath1. Spvg. Solingen-Wald 03. Spiel des Jahres, Finale. Vor dem letzten Spieltag in der Landesliga, Gruppe 1, ließen sich manche Superlative finden, um die Bedeutung der Partie für die Gastgeber zu unterstreichen. Während die Solinger als feststehender Aufsteiger in die Oberliga den Vergleich grundsätzlich gelassen in Angriff nehmen können, geht es für den FCW um viel mehr. Es geht darum, die Klasse zu halten und nicht, nach nur einer Saison, gleich wieder in die Bezirksliga abzusteigen.

Eher ungewohnt sind Anstoßzeit und Spielstätte. Wohl auch der Wichtigkeit der Auseinandersetzung geschuldet, wird auf dem Naturrasenplatz im Lhoist Sportpark angepfiffen. Und das nicht wie gewohnt um 15 Uhr, sondern erst eine halbe Stunde später. Wie die anderen Abstiegsbegegnungen auch. Hier hat der Verband aus Wettbewerbsgründen eine einheitliche Anstoßzeit festgelegt.

Wülfrath legt den Fokus auf das eigene Spiel

Um es vorwegzunehmen: Der Papierform nach kommen die mit ehemaligen Regional- und Oberliga-Spielern gespickten Solinger als Favorit zum Erbacher Berg. Ein Status, den sich die Elf von Cheftrainer Daniele Varveri mit konstant guten Auftritten im Verlauf der Saison zu Recht erarbeitet hat. Und dem wollen die Gäste, die bei ihrem vorläufig letzten Landesligaspiel wohl von vielen Fans begleitet werden, auch gerecht werden. Eines ist klar: Geschenke wird der Aufsteiger in Form von Punkten nicht verteilen. Dazu ist die sportliche Rivalität zwischen beiden Klubs zu groß.

Dass der FCW in der Saison 2024/25 den Waldern, die dann über die Relegation aufstiegen, mit zwei Siegen (2:0, 2:1) den direkten Landesligaaufstieg vermasselte, ist dort offensichtlich noch nicht so ganz vergessen. Von irgendwelchen Emotionen will sich das Team um Kapitän Maik Bleckmann indes nicht beeindrucken lassen. „Natürlich hat das Spiel für uns Finalcharakter. Gegen zugegebenermaßen starke Solinger wird das ohnehin schon schwer genug. Aber wir machen das aus unserer Sicht einzig Richtige, wir schauen nur auf uns. Was dann zeitgleich auf den anderen Plätzen mit Bergisch Born, Mennrath oder Amern passiert, können wir ohnehin nicht beeinflussen und darf uns auch nicht von unserem Plan abbringen, das Spiel unbedingt gewinnen zu wollen“, beweist Cheftrainer Joscha Weber gleichermaßen Abgeklärtheit wie Entschlossenheit.

Von Zwischenresultaten auf den drei relevanten Sportplätzen wollen sich die Wülfrather nicht ablenken lassen. „Wir haben mit uns selbst zu tun. Wir kämpfen, um es drastisch auszudrücken, ums sportliche Überleben. Das ist sowieso schon eine besondere Herausforderung. Aber der stellen wir uns. Wir werden noch einmal alle Kräfte mobilisieren, haben einen Matchplan und den ziehen wir durch“, betont Weber. Der war vergangenen Sonntag Augenzeuge, wie die aktuell einen Punkt mehr aufweisende Victoria Mennrath durch zwei Treffer in der Nachspielzeit bei Absteiger FC Remscheid (91., 96.) noch 2:0 gewann. Hätte es im Röntgen-Stadion am Ende 0:0 geheißen, stünden die Rot-Weißen jetzt auf einem Nichtabstiegsplatz. So ist es weiterhin Rang 14 – der erste direkte Abstiegsplatz.

Aber auf „Milchmädchen-Rechnungen“ will sich beim FCW niemand einlassen. Es bringt auch nichts, die möglichen Resultate der drei unmittelbaren Konkurrenten Bergisch Born (zu Hause gegen SC Velbert), Mennrath (Heimspiel gegen Union Nettetal) und Amern (bei der SG Unterrath) hoch zu rechnen. Positiv bleiben, Konzentration, die Eigenmotivation und Mentalität hoch halten. Dazu die letztlich nicht wegzudiskutierende Nervosität in den Griff bekommen – das sind die Punkte, die Wülfrath beherzigen muss, um die Basis für den Klassenerhalt zu schaffen.

Quartett fehlt weiterhin

Dass der Landesliga-Überflieger nicht so ganz frei von Schwächen ist, unterstrichen die 2:6-Heimpleite am 12. April gegen Unterrath und das 1:4 am 15. Mai in Süchteln. Perfekt gemacht wurde der Aufstieg dann am 10. Mai mit dem 3:1-Heimerfolg gegen den FC Kosova Düsseldorf.

Trainer Weber, dessen Team zuletzt zwei Siege in Folge gegen TSV Solingen (4:1) und beim VfB 03 Hilden II (3:2) feierte, weiß indes auch, dass die zwei Solinger Ausrutscher keine Rolle mehr spielen: „Auch unser überschaubarer Auftritt gegen Absteiger Hilden ist kein Maßstab. Gegen Wald wird das wieder ein ganz anderes Spiel. Da werden wir wesentlich mehr gefordert, weil der Gegner eine größere fußballerische Qualität hat.“ Und natürlich hoffen sie beim FCW im Spiel des Jahres auf eine lautstarke Unterstützung der eigenen Fans. Auch das kann im Kampf um den Ligaerhalt ein Faktor sein.

Weber hätte natürlich allzu gerne auf die erfahrenen Ahmad Jafari, Arman Corovic, Lukas Tier und Nico Köhler zurückgegriffen. Doch das Quartett ist nach wie vor verletzt und kann zur „Mission Klassenerhalt“, zumindest auf dem Rasen, nichts beitragen. „Das ist nun mal nicht zu ändern. Aber die Jungs, die am Sonntag dabei sind, genießen alle unser Vertrauen und werden ihr Herz auf dem Platz lassen“, macht Wülfraths Übungsleiter dem Team auch in der Rolle als Chefmotivator Mut.