Tobias Gschwendtner soll den 1. FC Viechtach zum Klassenerhalt führen
Tobias Gschwendtner soll den 1. FC Viechtach zum Klassenerhalt führen – Foto: Harry Rindler

Viechtach: Tobias Gschwendtner greift als Spielertrainer an

Nach einem Jahr als "Co" beim SV Schalding-Heining wird der Ex-Bayernligakicker Coach in seiner Wahl-Heimat

Der 1. FC Viechtach nimmt den Re-Start der Kreisliga Straubing mit einem neuen Übungsleiter in Angriff: Der bisherige Chefanweiser Christian Probst (41), dessen Abschied bereits längere Zeit beschlossene Sache war, wird die unterbrochene Spielzeit nicht mehr zu Ende machen. Die Nachfolge des Kollnburgers, der den Traditionsverein vor einem Jahr in die Kreisliga zurückführte, wird der seit geraumer Zeit im Viechtacher Stadtgebiet lebende Tobias Gschwendter (34), der zuletzt Assistenztrainer beim SV Schalding-Heining war, antreten.
"Chris hat uns schon Anfang des Jahres mitgeteilt, dass er aus privaten Gründen sein Traineramt nach der Saison aufgeben muss. Der eigentliche Plan war, dass wir gemeinsam die Saison beenden und alles daran setzen, uns großes Ziel Klassenerhalt zu erreichen. Vom Verband war beim Verkünden der Unterbrechung immer die Rede, die Saison ab dem 01.09 schnellstmöglich beenden zu wollen. Von daher sind wir auch ausgegangen, dass das heuer noch durchgezogen wird und es im nächsten Frühjahr dann eine abgespeckte Saison 20/21 gegeben wird. Zum Beispiel in einer Art, wie jetzt der Ligapokal durchgeführt werden soll - zumindest war davon die Rede. Leider hat der BFV nun andere Pläne vorgestellt und führt einen zweiten Wettbewerb parallel zur Meisterschaft ein. Da sich aus diesen Gründen alles bis Ende Mai 2021 verschiebt, hat uns Chris vergangenen Montag mitgeteilt, dass er das nicht mehr leisten kann. Wir akzeptieren und respektieren seine Entscheidung natürlich voll und ganz, vor allem wenn man die Hintergründe kennt. Dass es jetzt auf diese Art und Weise endet, ist jedoch für alle schade. Ich möchte mich auch auf diesem Wege nochmal bei Chris für die super Zeit bedanken. Er hatte einen Riesenanteil am Gewinn der Meisterschaft in unserem Jubeljahr letzten Sommer und diese Erinnerungen werden uns für immer verbinden. Ich hoffe, dass er irgendwann wieder in irgendeiner Funktion zum Fußball zurückkehrt - am liebsten zum FCV", sagt Viechtachs sportlicher Leiter Tommi Reisinger.

Christian Probst hat für die Vorgehensweise des BFV wenig Verständnis
Christian Probst hat für die Vorgehensweise des BFV wenig Verständnis – Foto: Helmut Weiderer


Christian Probst verabschiedet sich mit einer Portion Wehmut von der Regeninsel: "Ich hätte mir einen anderen Abschluss gewünscht, kann das Ganze aus privaten Gründen aber nicht noch ein ganzes Jahr hinauszögern. Zudem wäre es gegenüber meinem Nachfolger unfair, diesen so lange warten zu lassen. Ich möchte dennoch nochmal Danke sagen bei Vorstandschaft, Abteilungsleitung und der Mannschaft. Es war eine tolle Zeit. Ich wünsche dem Verein nur das Beste und Tobi alles Gute mit der Truppe. Dass er - wenn ich weitergemacht hätte - es auch als Spieler durchgezogen hätte, rechne ich ihm hoch an", sagt der scheidende FCV-Übungsleiter.

Der schickt zum Abschied deutliche Worte in Richtung des Verbands: "Grundsätzlich verstehe ich das ganze Gebaren um die Saisonfortsetzung nicht. Zunächst wird zu einem Zeitpunkt, wo noch überhaupt nichts klar war, eine in meinen Augen gelenkte Abstimmung zelebriert. Ein Unterbrechen der Saison wäre meiner Ansicht nach viel besser gewesen und man hätte im Hintergrund Lösungen für verschiedene Szenarien erarbeiten können. Nach den Lockerungen wäre jetzt der passende Zeitpunkt gewesen, um eine Abstimmung über die weitere Vorgehensweise durchzuführen. Was ich aber überhaupt nicht verstehe, ist die Vermischung mit dem Ligapokal. Bei der Abstimmung im April hat es noch geheißen, die Saison soll so schnell wie möglich zu Ende gespielt werden. Jetzt wird sogar ein zweiter Wettbewerb gestartet, obwohl die Gefahr eines Abbruchs besteht. Meine klare Meinung ist, die Saison gehört schnellstmöglich zu Ende gespielt. Falls alles gut geht, kann man im Frühjahr den Ligapokal ja spielen. Ich empfehle aber gleich mal vorab, über einen dritten Wettbewerb nachzudenken, falls das Ganze wieder abgebrochen werden muss. Der Fußball hat auf alle Fälle durch diese total überzogene Wichtigmache viele Sympathien in der Öffentlichkeit verspielt. Dies wird sicher nicht dazu beitragen, dass wieder mehr Leute für den Sport gewonnen werden können, soviel muss allen klar sein. Meines Erachtens verabschiedet sich der BFV einfach total von der Basis."

Beim FC Gergweis war Gschwendtner drei Jahre Spielertrainer in der Bezirksliga
Beim FC Gergweis war Gschwendtner drei Jahre Spielertrainer in der Bezirksliga – Foto: Franz Nagl


Mit Tobi Gschwendtner konnten die Verantwortlichen einen erfahrenen Kicker für sich gewinnen, der als Spieler schon Bayernliga-Erfahrung beim 1. FC Passau und der SpVgg GW Deggendorf sammelte. Der aus Walchsing im Landkreis Passau stammende Defensivspieler sammelte vor seinem Engagement beim SV Schalding-Heining zu Bezirksliga-Zeiten des FC Gergweis bereits Erfahrung als spielender Übungsleiter und fungierte anschließend beim SV Bernried in der gleichen Funktion. "Wir mussten uns im Winter nach einem Nachfolger umsehen und haben mit Tobi Gschwendtner einen absoluten Top-Mann an Land ziehen können. Seine Vita spricht für sich. Er wohnt mittlerweile im Viechtacher Stadtgebiet und passt somit optimal in unser Konzept. Wir sind sehr froh, dass wir ihn von unserer Philosophie und unserem Weg überzeugen konnten. Bei all unseren Gesprächen haben wir die selbe Sprache gesprochen, was die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit ist. Er wird uns nicht nur als Trainer weiterhelfen, sondern auch als Spieler auf dem Platz vorangehen", meint Reisinger. Der 34-Jährige, der nach einer einjährigen Auszeit sein Comeback als Spieler gibt, freut sich auf die Aufgabe bei den Blau-Weißen. "Ich möchte den Verein und der Mannschaft helfen, den nächster Schritt zu machen und die positive Entwicklung weiter voranzutreiben. Der 1. FC Viechtach ist super aufgestellt, um etwas zu bewegen." Im Kader des Rangelften der Kreisliga Straubing gibt keine spektakulären Veränderungen: Ergänzungsspieler Tobias Moser (26) hat sich zum SV Achslach verabschiedet, dafür sind nun fünf Nachwuchskräfte aus der eigenen U19 spielberechtigt.


Aufrufe: 013.7.2020, 14:50 Uhr
PM / tsAutor

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