Um ein Haar, trotzdem mit nem Lächeln: nach dem Schlusspfiff konnten die Buchbacher um den Beinahe-Helden Christoph Steinleitner über das Was-Wäre-Wenn diskutieren.
Um ein Haar, trotzdem mit nem Lächeln: nach dem Schlusspfiff konnten die Buchbacher um den Beinahe-Helden Christoph Steinleitner über das Was-Wäre-Wenn diskutieren. – Foto: Buchholz

Eiskalter FCB bei Demichelis' Debüt - Buchbach verpasst Schnüdel-K.o.

1. Spieltag - Samstag: Kampf wird belohnt: Pipinsried holt nach 0:2-Rückstand noch einen Zähler in Nürnberg +++ Eltersdorf zahlt Lehrgeld, Federl schenkt den "Quecken" dreimal ein

Das konnte sich schon sehen lassen! Der FC Bayern II unter dem neuen Coach Martin Demichelis ist darauf erpicht, eine vermurkste Saison 2020/21 vergessen zu lassen und die Schmach des Abstiegs aus der 3. Liga wieder zu tilgen. Der Start in Augsburg konnte sich schon mal sehen lassen. Mit 3:0 setzten sich die Münchner letzten Endes souverän durch im Duell der Bundesligareserven. Aufsteiger Pipinsried hatte nach 90 intensiven Minuten am Valznerweiher in Nürnberg ebenfalls Grund zu strahlen. Für einen Auswärtsdreier reichte es zwar nicht, aber immerhin durften die Gelb-Blauen nach einem 0:2-Rückstand noch einen Punkt mit nach Hause nehmen. In den Spätnachmittagsspielen setzte sich der VfB Eichstätt überdeutlich mit 3:0 beim SC Eltersdorf durch - dreifacher Torschütze: Philipp Federl! Und im Duell zwischen dem TSV Buchbach und dem 1. FC Schweinfurt 05 gab's ein Remis, das in allerletzter Sekunde noch hochgradig in Gefahr geriet...

FC Augsburg II
0:3
FC Bayern II
Dass mit dem FC Bayern II in dieser Saison zu rechnen sein dürfte, sollte klar sein. Zu erfolgsversessen sind die Macher an der Säbener Straße; der Abstieg der Nachwuchstruppe aus der 3. Liga wurde schon fast als Majestätsbeleidigung aufgefasst. Ergo wird der Rekordmeister alles daran setzen, seine Talente so schnell wie möglich aus der Regionalliga herauszuführen. Der Start ist in jedem Fall schon mal geglückt. Neu-Coach Martin Demichelis, Vizeweltmeister mit Argentinien 2014, feierte in Augsburg einen Einstand nach Maß. Vor allem in der ersten Halbzeit zeigte seine blutjunge Elf eine bärenstarke Vorstellung und zog durch Gabriel Vidovic (15), Nemanja Motika (33.) und einen von Oliver Batista Meier verwandelten Strafstoß (40.) schon vor der Pause mit 3:0 davon. Die Augsburger enttäuschten nicht, konnten aber in punkto Kaltschnäuzigkeit nicht mit ihren Kollegen aus der Landeshauptstadt Schritt halten. Mit einem Drei-Tore-Vorsprung im Rücken ließen es die "Roten" in Durchgang zwei ein wenig lockerer angehen. Trotzdem hätten noch weitere Treffer rausspringen können, die aber Keeper Maxi Engl mit Glanztaten zu verhindern wusste. Alles in allem ein sehr verheißungsvoller Auftakt für die Bayern-Amateure.

Martin Demichelis (Mitte) konnte mit dem Auftritt seiner Jungs sehr zufrieden sein.
Martin Demichelis (Mitte) konnte mit dem Auftritt seiner Jungs sehr zufrieden sein. – Foto: Imago Images


Buchbach
1:1
Schweinfurt
Ein 1:1, das sich beinahe wie ein Sieg anfühlt für den TSV Buchbach! Und fast wäre der auch Realität geworden, in der dritten Minute der Nachspielzeit. Manuel Mattera flankte von rechts ins Zentrum, und Christoph Steinleitner - beide eingewechselt - setzte die Kugel aus zentraler Position enorm knapp links neben den Pfosten. Es wäre der verdiente Lohn gewesen auf eine kämpferisch starke Leistung der Buchbacher. Vom großen Favoriten war lange Zeit nix zu sehen. Zwar gingen die Schnüdel bereits in der achten Spielminute in Front - Angriff von rechts, Adlung spritzt mittenrein in die TSV-Konfusion und locht ein. Doch danach kam richtig wenig und vor allem auch zu wenig Kreativität und Zug von den Gästen. Stattdessen kämpfte sich Buchbach immer besser rein ins Spiel, kam durch Bahar und Sassmann zu zwei Topchancen und glich durch Manuel Mattera aus. Zweieinhalb Minuten nach seiner Einwechslung! Freistoß Jonas Wieselsberger von ganz weit draußen, Mattera scheiterte zunächst an Zwick per Kopf, den Abpraller legte er Mattera aber wieder vor, der im Fallen aus kurzer Distanz zum 1:1 vollstreckte (62.). Es wäre das vollkommen gerechte Schlussresultat gewesen... Wäre da die Steinleitner-Riesenchance in Minute 90+3 nicht gewesen... So gilt's nun sogar nem verpassten Sieg nachzutrauern...

Eltersdorf
0:3
Eichstätt
Ein Auftakt nach Maß für den VfB Eichstätt zu Gast bei Liga-Rückkehrer SC Eltersdorf. Die Elf aus dem Altmühltal zeigte ihre ganze Klasse und bezwang die "Quecken" durch und durch routiniert. Und in manchen Momenten fehlte den Mittelfranken ganz einfach das Quäntchen Glück. Alle drei Treffer (!) des Nachmittags besorgte Philipp Federl. Den ersten per Strafstoß nach Foul von Thomas Dotterweich an Julian Kügel (4.). Danach zeigten sich die Hausherren auf der Höhe, kassierten aber wenige Minuten nach Wiederbeginn die Ampelkarte durch Dotterweich - eine harte Entscheidung. Auch in Unterzahl kämpfte der SCE verbissen und als VfB-Keeper Felix Junghan in Minute 66 einen Sulmer-Freistoß über die Latte lenkte, stand die Partie endgültig auf der Kippe. Doch ein Fehler im Spielaufbau brachte nach einer Flanke erneut Federl in Position, der ungehindert zum 0:2 einköpfen konnte (69.). Jetzt war dem SCE der Zahn gezogen - und erneut per Flanke von rechts markierte Federl, wieder per Kopf, in Minute 77 den Schlusspunkt - zum überdeutlichen aber letztlich natürlich nicht unverdienten 0:3.

Nürnberg II
2:2
Pipinsried
Die Katze im Sack schien der 1. FC Nürnberg II schon fast gehabt zu haben. Kurz nach der Pause stellte Christopher Wähling auf 2:0 für die Hausherren (48.), nachdem im ersten Durchgang bereits der Litauer Benas Satkus erfolgreich gewesen war (28.). Was sollte da noch schiefgehen? Aber die "Cluberer" hatten die Rechnung ohne den kampfstarken Aufsteiger gemacht - und 20 Minuten vor dem Ende halfen die Mittelfranken tatkräftig mit, dass der Dorfverein noch einmal Morgenluft wittern durfte. Linus Rosenlöcher unterlief ein Eigentor nach einer Ecke von Faton Dzemailji (70.). Letzterer war es dann auch, der auf Seiten der Gäste zum "Man of the Match" avancierte, als er in der 83. Minute von der halblinken Seite einen Distanzknaller vom Stapel ließ, der zum 2:2 im Netz einschlug. Aufgrund der kämpferischen Leistung ein verdiente Auftaktpunkt für den Regionalliga-Rückkehrer aus Pipinsried.

Cristian Fiel musste mit ansehen, wie seine Schützlinge ein 2:0 noch aus der Hand gaben.
Cristian Fiel musste mit ansehen, wie seine Schützlinge ein 2:0 noch aus der Hand gaben. – Foto: Imago Images


Aufrufe: 017.7.2021, 17:21 Uhr
Mathias WillmerdingerAutor

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