
In der Fußball-Oberliga hat der 1. FC Normannia Gmünd im vierten Pflichtspiel im Jahr 2026 sein drittes 1:1 erzielt. Allerdings ist die Mannschaft von Zlatko Blaskic an diesem Samstag beim Tabellenzweiten VfR Mannheim angetreten, der sich nach wie vor berechtigte Hoffnungen auf die Meisterschaft machen kann, wenngleich der VfR Aalen an der Spitzte dank der Normannen den Abstand mit einem 3:1 gegen den Göppinger SV ausbauen konnte.
Am Mittwoch war Gmünds Trainer Zlatko Blaskic beim SV Sandhausen, bei dem die Mannheimer im Pokal angetreten waren. „Ich habe wirklich viel Energie und Detailarbeit in die Videoanalyse gesteckt, was sich aber gelohnt hat. Am Ende spreche ich hier von zwei verlorenen Punkten, wenngleich jetzt jeder sagen wird: Der Blaskic spinnt“, sagt der FCN-Trainer nach diesem Unentschieden. Doch die Normannen waren wirklich gut in diesem Spiel. Seine Mannschaft stand tiefer als üblich, jedoch mit einer guten Höhe.
„Dadurch haben wir Mannheim überhaupt nicht ins Spiel kommen lassen. Mannheim hatte zwei Chancen, ansonsten haben wir das wirklich sehr gut weg verteidigt“, resümierte Normannias Trainer. Doch die Normannen haben nicht nur verteidigt, sondern selbst den Weg nach vorne gesucht. Einen Versuch von Georg Wilhelm hat VfR-Schlussmann Luca Pedretti jedoch sensationell gehalten. Kurz zuvor tat es ihm Gmünds Schlussmann Yannick Ellermann gleich, der nach einer Ecke im kurzen Eck bereitstand.
Die Mannheimer haben viel Raum im Gmünder Umschaltspiel zugelassen, doch die aussichtsreichen Konterchancen habe seine Mannschaft unsauber zu Ende gespielt, monierte Blaskic. „Wir waren aber die ganze Zeit recht griffig und haben stets an uns geglaubt“, war Blaskic insgesamt aber sehr zufrieden mit dem Auftritt seiner Elf. Mit dem quasi einzigen Torschuss des VfR ging dieser jedoch in Führung: Tim Seifert traf zur 1:0-Führung für den Favoriten (58.).
Nur fünf Minuten später hatten die Gmünder schließlich die größte Chance des Spiels. Alexander Aschauer war frei durch, scheiterte aber an Pedretti (64.). Danach dann aber haben die Gäste die Kontrolle über die Partie übernommen und so manch Mannheimer Fan dürfte sich verwundert die Augen gerieben haben. Zwei weitere Male haben die Mannheimer den Ball nach Versuchen von Marvin Gnaase (77.) und Miladin Filipovic (82.) noch von der Linie gekratzt.
So blieb es bis in die Schlussphase hinein spannend. In den Schlussminuten hat Tim Grupp noch Rot gesehen, weil er einen Spieler umgeschubst hat, was die Normannen nur zähneknirschend hinnehmen konnten. Doch die Gmünder spielten auch in Unterzahl weiter nach vorne – und sollten sich für diesen guten und couragierten Auftritt schließlich belohnen: Nach einer Flanke von Nils Staiger köpfte Calvin Körner Richtung Tor, der Ball klatschte vom Rücken von Christian Kuhn ins Tor (90.+5). Das Schiedsrichtergespann notierte Kuhn als Torschützen den Mannheimer, Körner und den Normannen war dies gleich, die jubelten über den Ausgleich, der Blaskic am Ende fast zu wenig gewesen ist.
Ein Clou in dieser Partie war, dass Blaskic den defensiven Mittelfeldspieler Grupp in die Innenverteidigung packte, der hinterher das Prädikat „überragend“ von seinem Trainer verliehen bekam. Ein weiteres Lob zugesprochen bekam Georg Wilhelm, der „nahezu jeden Zweikampf gewonnen“ hat, so Blaskic. Wilhelm war bereits gegen den VfR Aalen einer der auffälligsten Akteure der Normannen.
Der dritte Akteur im Bunde, dem Blaskic ein Sonderlob aussprach, war Marvin Gnaase, der diesmal etwas defensiver im Mittelfeld die Fäden zog. „Jetzt sind diese vier Spiele endlich vorüber. Das Ziel war vier Punkte, jetzt haben wir drei, jedoch nur eine Niederlage. Drei Unentschieden gegen wirklich brutale Gegner können sich wirklich sehen lassen“, zieht Blaskic ein positives Fazit hinter diesen harten Auftakt, indem man die Top-Drei sowie Göppingen bespielen musste.
„Jetzt beginnen die Wochen der Wahrheit. Uns ist es trotz dieses Auftaktprogramms gelungen, den Rückstand auf das Mittelfeld nicht größer werden zu lassen und das stimmt uns alle optimistisch, vor allem nach den Leistungen zuletzt“, sagt Blaskic. Gegen Hollenbach folge gleich ein Sechs-Punkte-Spiel am kommenden Wochenende – es wird nicht das letzte sein bei dieser spannenden Tabellenkonstellation im Tabellenkeller. Ein letzter Satz zum Mannheim-Spiel von Blaskic: „Wenn ein Yannick Ellermann nur einmal eingreifen muss in 90 Minuten, dann kann sich jeder selbst ein Bild davon machen, wie wir bei den Mannheimern aufgetreten sind.“