
Bis rund 20 Minuten vor dem Ende sah es sehr gut aus für den 1. FC Monheim (FCM) in seinem Heimspiel gegen die SpVg Schonnebeck: Gegen eines der Top-Teams der Oberliga führte die Mannschaft von Trainer Dennis Ruess 2:0 – doch nach einem Doppelschlag von Niko Bosnjak in der 72. und 73. Minute hieß es am Ende 2:2. „Wir brauchen uns für ein 2:2 gegen Schonnebeck nicht zu schämen, aber wenn du so lange führst und dann nach zwei Standards innerhalb einer Minute nicht gewinnst, ist das schon ärgerlich und tut weh“, bekannte Ruess.
Er hatte seinen Kapitän Tim Klefisch vor der Partie an den Treffer seines Bruders Kai beim 4:0-Sieg des SV Darmstadt in der 2. Bundesliga gegen den 1. FC Kaiserslautern am Samstag erinnert und gesagt: „Da musst du nachlegen.“ Zehn Minuten waren in der Oberliga-Partie gegen Schonnebeck gespielt, da klappte das: Klefisch machte das 1:0 des FCM. „Das war ein Ping-Pong-Tor nach einem Standard, hat aber gut gepasst“, fasste Ruess zusammen.
Das Gros an Standardsituationen hatten aber die Gäste auf ihrer Seite, im Anschluss an eine solche wischte FCM-Keeper Leon Feher den Ball über die Latte (20. Minute). Acht Minuten später bot sich Mohamed El Mouhouti die Chance auf das 2:0, er bekam aber keinen Druck auf den Ball. Ruess hatte dazu eine klare Meinung: „Im Training schießen die Jungs das Netz kaputt, im Spiel aber dann wie E-Jugendliche.“ Das 2:0 fiel aber dennoch: Tom Hirsch verlängerte einen weiten Ball auf Talha Demir, der sich durchtankte und die Führung ausbaute (45.). „So kurz vor der Halbzeit, war das natürlich super“, fand sein Coach.
In Hälfte zwei klärte Schonnebeck, bevor Hirsch final im Strafraum abziehen konnte (63.) und kam drei Minuten später auf der Gegenseite zu einer Chance, der Ball landete allerdings hinten auf der Latte. Dennoch bemerkte Ruess da schon, dass es für den Gegner nur noch „einen gewissen Geleitschutz“ gegeben habe. Und das war nur der Anfang
Denn es folgten die erwähnten Standards. „Der erste Freistoß ist schon total unnötig im Halbfeld“, ärgerte sich Ruess, der mitansehen musste, wie die Gäste den zweiten Ball scharf machten und dass dann Bosnjak frei auf vier Metern einschießen durfte. „Ich dachte erst, Leon muss den abfangen, aber er rutscht halt beim Hochspringen weg. Das passiert, da machst du nichts“, sagte Ruess, kritisierte dann aber: „Es gibt aber auch eine Zuteilung, und Bosnjak war klar zugeteilt. Da kann der nicht mutterseelenallein so nah vor dem Tor stehen. Das sind Aufgaben, die wir erfüllen müssen, und dann steht er zweimal blank vor dem Tor. Das ist ärgerlich, weil wir uns so um den vollen Lohn unserer Arbeit bringen.“
Immerhin kippte das Spiel nicht komplett, sodass Ruess auch festhalten konnte: „Das Momentum war nach dem Doppelschlag klar aufseiten von Schonnebeck. Positiv ist dann, dass die Mannschaft sich gewehrt hat gegen die ganzen Standards auf die 1,95- bis 2,04-Meter-Männer, die Schonnebeck dann auf dem Platz hatte. Die Mannschaft ist nicht zusammengebrochen.“ Klar ist aber auch: „Wir müssen aus diesen Dingen lernen, dürfen nicht so unnötige Standards hergeben, nicht so hektisch und wieder sauberer im Pass werden“, forderte Ruess.
Derweil hat der FCM bekannt gegeben, dass er sein Torhüter-Trio der aktuellen Saison behält, nachdem Luca Fenzl ebenso seinen Vertrag verlängert hat wie Feher und Max Zeh. Der vor dieser Spielzeit von Ratingen 04/19 ins Rheinstadion gewechselte Keeper hat bislang drei Liga-Einsätze für die Monheimer gehabt, Feher hat mit 16 Partien die Nase vorn. Der FCM schreibt dazu: „Wir sind sehr froh, dass neben Leon und Max auch Luca im nächsten Jahr bei uns bleiben wird. Es ist ein großes Glück mit ihm und Leon zwei herausragende Torleute in den eigenen Reihen zu wissen. Das Trainerteam vertraut auch Luca blind und kann ihn bedenkenlos in jedem Spiel zum Einsatz bringen. Dazu ist er ein echter Teamplayer, ist seinen Konkurrenten gegenüber extrem kollegial. Im Gesamtgefüge ist er darüber hinaus ein wichtiger Bestandteil, der zwar häufig für den einen oder anderen Lacher sorgt, aber in den Einheiten immer Vollgas gibt. Kurzum: Luca ist von Tag eins eine Bereicherung, komplett angekommen beim FCM, und alle sind happy über die Zusage unseres ,Werstener-Jung‘.“