Als Spielführer führte Max Wensauer den 1. FC Miltach 2012 zurück in die Bezirksoberliga
Als Spielführer führte Max Wensauer den 1. FC Miltach 2012 zurück in die Bezirksoberliga – Foto: Harald Deubert

Markus Wensauer: Der weiße Brasilianer

Der Moosbacher war ein Filigrantechniker, der das Spiel seines Lebens in einem Kötztinger Bayernliga-Heimspiel gegen Jahn Regensburg machte

Markus Wensauer war in seiner Glanzzeit einer der besten Mittelfeldspieler des Bayerischen Waldes. Der aus dem SV Moosbach hervorgegangen Kicker war beim 1. FC Miltach über viele Jahre der Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld. Zwischen 2006 und 2009 kickte der "weiße Brasilianer", wie er von ehemaligen Mitspielern genannt wurde, auch beim 1. FC Bad Kötzting in der Bayernliga. Die Zeit am Roten Steg war für Wensauer aber nicht einfach, denn zwei schwere Knieverletzungen setzten ihn lange Zeit außer Gefecht. 2012 beendete der Edeltechniker seine höherklassige Laufbahn und kehrte zum SV Moosbach zurück. Seit zweieinhalb Jahren ist Wensauer beim SV Wilting aktiv und spielt dort überwiegend in der AH-Mannschaft, hilft aber auch hin und wieder in der "Ersten" aus.

Schönstes Erlebnis Ihrer Laufbahn?
Die Aufstiege, die ich als Fußballer erleben durfte. Einmal sind wir mit der Miltacher Jugend in die Bezirksoberliga aufgestiegen, später mit der ersten Mannschaft in die Landesliga und ein paar Jahre später nochmal in die Bezirksoberliga. Im Herbst meiner Laufbahn habe ich es dann mit meinem Heimatverein, dem SV Moosbach, in die Kreisklasse geschafft. Das waren immer sehr schöne und besondere Erlebnisse.


Bester Kicker, mit dem Sie in einer Mannschaft zusammen gespielt hast?
Da gibt es einige Kicker, die ich an dieser Stelle gerne aufzählen würde. In meinen ersten Jahren in Miltach durfte ich noch mit überregional bekannten Größen wie Thomas Schwarz und Roland Heigl zusammenspielen. Später in Kötzting waren es dann Spieler wie Christoph Seiderer, der eine unfassbar gute Spielübersicht und Ruhe am Ball hatte, oder auch Peter Kastak, dem eine wahnsinnig gute Technik auszeichnete, die mich begeistert haben.

Bei welchem Verein hattest Sie als Aktiver deine schönste Zeit?
Beim 1. FC Miltach. Bei diesem Verein war ich auch mit Abstand am längsten aktiv. Ich hatte bei diesem Kult-Klub stets eine schöne Zeit, auch wenn mein zweiter Abschied und das damalige Ende meiner höherklassigen Laufbahn durch den damaligen Abstieg in die Bezirksliga leider nicht so toll war.


Welches fußballerische Vorbild hatten Sie in ihrer Jugendzeit?
In meiner Jugend war es der dänische Fußballer Brian Laudrup, vom dem ich ein Fan war. Seine Dribblings waren überragend.


Was nervt Sie am heutigen Fußballgeschäft?
Die Abo-Meisterschaften von Bayern München. Wieder mal etwas mehr Spannung und vielleicht auch ein anderer Titelgewinner wäre für den deutschen Fußball und die Fans nicht schlecht. (schmunzelt)


Haben Sie irgendetwas in deiner Laufbahn bereut?
Nein. Man überlegt zwar manchmal, wie etwas verlaufen wäre, wenn man bestimmt Entscheidungen anderes getroffen hätte, aber letztendlich hat für mich alles gepasst.


Lieblings-Rückennummer?
23. Diese Nummer habe ich nur wegen Owen Hargreaves getragen, den ich als Jugendlicher im Bayern-Internat kennenlernen durfte. Er war damals 16 und zwei Jahre später war er Profi. Das hat mich total beeindruckt.

– Foto: Andreas Feldl


Gibt es ein Spiel, das Sie nie vergessen werden?
Das Bayernliga-Heimspiel mit dem 1. FC Bad Kötzting gegen den SSV Jahn Regensburg vor rund 3.000 Zuschauern. Wir haben überraschend, aber völlig verdient gegen den haushohen Favoriten und späteren Meister mit 3:0 gewonnen. Ich konnte ein Tor und eine Vorlage zu diesem unvergessenen Sieg beisteuern.


Bester Trainer, den Sie hatten?
Walter "Just" Wanninger. Er war die längste Zeit mein Trainer und mit ihm wurde es nie langweilig - vor allem nicht auf privater Ebene und neben dem Platz. (lacht) Aber auch an meinen langjährigen Jugendtrainer beim SV Moosbach, Franz Früchtl, denke ich noch gerne zurück. Er hat viel dazu beigetragen, dass ich als Kind sehr viel Spaß am Fußball hatte und daraus eine echte Leidenschaft wurde.


Sinnloseste Regel im Fußball?
Ganz klar die aktuelle Handspielregel. Als Fußballer ist es überhaupt nicht mehr nachvollziehbar, dass - wenn überhaupt keine Absicht vorliegt - trotzdem Elfer gepfiffen werden.


Größte Enttäuschung ihrer Karriere?
Die beiden Knieoperationen in meiner Zeit beim 1. FC Bad Kötzting. Ich hatte eigentlich nicht viel Pech mit Verletzungen, aber diese beiden schwerwiegenden Blessuren passierten ausgerechnet im vermeintlich besten Fußballeralter.


Lieblings-Fußballschuh?
Adidas Copa Mundial in der Größe 42. Der hat mir immer wie angegossen gepasst. (lacht) Diesen Schuh trag ich seit meiner Jugendzeit.

Wo haben Sie auswärts nie gerne gespielt?
Ganz früher bin ich nie gerne nach Waldkirchen und Hauzenberg gefahren. Das waren nicht nur sehr weite Auswärtsfahrten, sondern auch sportlich immer richtig schwierige Aufgaben. Zudem bestand damals zu bestimmten Jahreszeiten immer die Gefahr, auf Sand ran zu müssen. Das war nicht unbedingt mein Lieblingsbelag. (schmunzelt)

Aufrufe: 04.1.2021, 12:15 Uhr
Thomas SeidlAutor

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