
Der 1. FC Kleve hat Videobilder sprechen lassen, um zu verhindern, dass Elidon Bilali nach seinem umstrittenen Platzverweis am Sonntag bei der 0:2-Heimniederlage des Oberligisten gegen den 1. FC Monheim längere Zeit zuschauen muss . Der Vorwurf war immerhin schwerwiegend. Schiedsrichter Julian Strunk hatte im Spielbericht eingetragen, dass Elidon Bilali den Monheimer Kameron Blaise „mit der Faust von unten mit schwingender Bewegung an den Kopf geschlagen“ habe.
Der Referee hatte schon am Sonntag eine recht exklusive Sicht auf die Dinge, die sich da in der 27. Minute im Klever Strafraum abgespielt hatten. Der 1. FC Kleve konnte mit seinem Videomaterial jetzt den Beweis erbringen, dass der Unparteiische eine krasse Fehlentscheidung getroffen hat. Das wird auch durch das Strafmaß bestätigt, das Oberliga-Staffelleiter Holger Tripp nach Sichtung des Videos gegen den Klever Akteur verhängt hat. Elidon Bilali wurde nur für ein Spiel gesperrt. Und selbst das hinterlässt einen äußerst faden Beigeschmack.
Später beteuerte der 29-Jährige im Gespräch mit dieser Redaktion seine Unschuld. „Ich habe nichts gemacht.“ Das zeigt das Video des 1. FC Kleve, der die Spiele der Mannschaft stets für taktische Besprechungen in voller Länge aufzeichnet.
Auf dem knapp 50 Sekunden langen Ausschnitt ist zu erkennen, wie Blaise, der am Boden liegt, Burghard tritt und daraufhin von Klever Spielern zur Rede gestellt wird – darunter auch Elidon Bilali. Der Mann mit der Nummer 21 beugt sich dabei mit hinter dem Rücken verschränkten Armen zum Monheimer herunter, sagt ihm offenbar ein paar Takte und geht dann weg.
Wie Schiedsrichter Julian Strunk, der dicht dran am Geschehen war, da einen Faustschlag ausgemacht haben will, das bleibt die große Frage.
Für Holger Tripp war die Sache nach der Sichtung des Videos jedenfalls klar. „Für mich ist bewiesen, dass es keinen Faustschlag gegeben hat. Ich sehe nichts, was eine Rote Karte gerechtfertigt hätte“, sagte der Staffelleiter. Dass Bilali trotzdem für ein Spiel gesperrt werden muss, schreibt das Regelwerk vor, weil der Klever eben vom Platz gestellt wurde – ob zu Recht oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Denn es handelt sich um eine Tatsachenentscheidung.
Der 1. FC Kleve sieht die Entwicklung mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Ich bin erst einmal froh, dass Elidon nicht längere Zeit ausfällt. Wenn wir ihn mit dem Video nicht hätten entlasten können, wäre er aufgrund des Eintrags in den Spielbericht sicherlich einige Wochen gesperrt worden“, sagt Georg Mewes, Sportlicher Leiter des 1. FC Kleve.
Doch es bleibt der Ärger, dass der Referee mit seiner Fehlentscheidung erheblich in den Spielverlauf eingegriffen hat. „Denn wir waren bis zu dieser Szene sehr gut drauf. Nach den Platzverweisen haben wir unseren Rhythmus verloren. Und uns wurde natürlich der Vorteil genommen, längere Zeit in Überzahl zu spielen“, sagte der Klever Trainer Umut Akpinar. Sein Gegenüber Dennis Ruess sprach auch von Glück, dass sein Team nach diesem Vorfall nicht einen Mann weniger auf dem Platz gehabt habe. „Da läufst du sonst ab der 30. Minute in Unterzahl, das geht nicht“, so der Trainer des 1. FC Monheim, der sich durch den Sieg deutlich von der Abstiegszone abgesetzt hat.
„Der Schiedsrichter hat uns das Spiel kaputtgemacht. Wir sind derzeit einfach nicht vom Glück geküsst. Aber im Fußball gleicht sich so etwas in der Regel immer aus. Am Sonntag geht es weiter“, sagt Georg Mewes. Dann steht für den Vorletzten ab 15.30 Uhr die Partie beim Tabellenzweiten VfB Hilden auf dem Programm.