
Die Bilanz ist äußerst ernüchternd. Der 1. FC Kleve hat in den ersten neun Spielen der Rückrunde lediglich vier Punkte geholt und ist deshalb in der Oberliga auf den letzten Platz zurückgefallen. Trotzdem ist der Glaube daran, den Abstieg in die Landesliga noch vermeiden zu können, bei den Verantwortlichen und Spielern trotz eines Fünf-Punkte-Rückstandes zum rettenden Ufer ungebrochen.
„Wir geben noch nicht auf. Noch ist alles drin“, sagt Trainer Umut Akpinar. Kapitän Fabio Forster hat schon einige Male gesagt, dass er an den Klassenerhalt glaubt. „Denn wir wissen, wozu wir in der Lage sind.“ Und auch der Sportliche Leiter Georg „Schorsch“ Mewes ist weit davon entfernt, die Flinte schon ins Korn zu werfen. „Wir können es weiter schaffen. Wir stehen jetzt allerdings vor einem ganz entscheidenden Spiel“, so Mewes.
Der VfL Jüchen-Garzweiler, der als Neuling auf Rang acht steht, tritt am Sonntag, 15 Uhr, in der Eroglu-Arena an. Die Ausgangslage ist klar. Das Schlusslicht ist zum Siegen verdammt. Der 1. FC Kleve muss langsam eine Serie starten, wenn er die Hoffnung nicht verlieren will, dass es auch in dieser Saison wieder ein Happy End für ihn gibt.
Die Leistungen der Mannschaft stimmten in den vergangenen Wochen. Doch es haperte immer wieder daran, dass der 1. FC Kleve zu wenig daraus machte, weil er Schwächen im Abschluss zeigte. Das war zuletzt auch bei der 2:4-Niederlage beim TSV Meerbusch der Fall.
"Die Mannschaft hat sich nie aufgegeben. Doch es hat vorne gefehlt“, sagte Arie van Lent, ehemaliger Bundesliga-Torjäger und früherer Trainer des 1. FC Kleve, der bei der Partie unter den Zuschauern war. Georg Mewes bringt es auf den Punkt. „Wir sind nicht beim Eiskunstlauf, wo es auf die Kür ankommt. Wir brauchen Punkte. Denn es bringt nichts, wenn wir immer wieder gelobt werden und am Ende abgestiegen sind“, sagt er.
Für den Sportlichen Leiter gab es mit Blick auf die kommende Saison in dieser Woche immerhin ein Erfolgserlebnis. Denn ein weiterer Stammspieler hat seinen Vertrag verlängert. Elidon Bilali, der auf der linken Außenbahn defensiv und offensiv eingesetzt werden kann, bleibt. Seine Zusage gilt auch für die Landesliga.
„Es geht bei der Kaderplanung vorwärts. Ich rechne damit, dass in den nächsten Tagen weitere Entscheidungen fallen werden“, so Mewes. Für ihn hat erst einmal Vorrang, mit den Akteuren des aktuellen Kaders zu sprechen. Wenn dann feststeht, wer bleibt und wer nicht, sollen die Verhandlungen mit möglichen Neuzugängen intensiviert werden. Jetzt wünscht sich Georg Mewes, dass es in Sachen Klassenerhalt am Sonntag wieder ein Stück nach vorne geht.
Umut Akpinar bestätigt derweil, was sein ehemaliger Coach Arie van Lent beim Spiel in Meerbusch registriert hat. Akpinar lobt die Einstellung der Mannschaft. „Die Mannschaft zeigt nicht nur bei den Spielen, dass sie weiter an sich glaubt. Die Trainingsbeteiligung ist unverändert sehr gut und die Intensität hoch“, sagt er.
Was fehlt, ist ein Erfolgserlebnis. Trainer und Spieler wissen, dass die Luft im Abstiegskampf extrem dünn werden sollte, wenn es am Sonntag eine weitere Niederlage setzen würde. „Uns ist klar, dass jetzt etwas passieren muss“, sagt der Coach.
Der Gastgeber muss nach wie vor zwei wichtige Spieler ersetzen: Niklas Klein-Wiele und Nermin Badnjevic, die mit jeweils vier Treffern die interne Torschützenliste anführen. Klein-Wiele wird wegen einer Schultereckgelenksprengung noch wenigstens zwei Wochen fehlen. Badnjevic hat immerhin wieder mit Lauftraining begonnen, dürfte am Sonntag aber noch keine Option sein.
Der 1. FC Kleve hat keine guten Erinnerungen an das Hinspiel gegen den VfL Jüchen-Garzweiler. Er kassierte beim Neuling nach einem ganz schwachen Auftritt und einigen merkwürdigen Entscheidungen des Unparteiischen eine 0:4-Niederlage. Damals hätte der 1. FC Kleve bei einem Erfolg die Abstiegsplätze verlassen können. Jetzt muss der Tabellenletzte unbedingt gewinnen, damit er das rettende Ufer nicht aus den Augen verliert und die Hoffnung auf den Klassenerhalt weiter lebt.