Das Spiel der A-Junioren-B-Kreisliga des Fußballkreises Siegen-Wittgenstein zwischen der JSG Bad Berleburg-Edertal gegen FC Dautenbach rief die Polizei auf den Plan. Foto: Axel Williams
Das Spiel der A-Junioren-B-Kreisliga des Fußballkreises Siegen-Wittgenstein zwischen der JSG Bad Berleburg-Edertal gegen FC Dautenbach rief die Polizei auf den Plan. Foto: Axel Williams

Erst fielen Tore, dann flogen Fäuste

A-Junioren-Spiel rief Polizei auf den Plan

Der Kampf um den Titel in der A-Junioren-B-Kreisliga des Fußballkreises Siegen-Wittgenstein ist gerade ziemlich spannend. Das muss man aufgrund der Ausgeglichenheit der Mannschaften schon so sagen. Mindestens fünf, eigentlich aber sogar sechs Vereine können noch Erster werden, darunter auch die JSG Bad Berleburg-Edertal und der FC Dautenbach, die sich am vergangenen Samstag 3:3-Unentschieden trennten. In der aktuellen Fairness-Wertung, die die Siegener Zeitung jede Woche aktualisiert veröffentlicht, nehmen diese beiden Teams die mit Abstand schlechtesten Plätze ein. Für Dautenbach stehen vier Rote Karten zu Buche, für Bad Berleburg fünf. Auch bei der Partie am Samstag ging es hitzig zu, der Schiedsrichter verhängte zwei weitere Rote Karten, und nach dem Spiel soll ein Zuschauer einen Dautenbacher Spieler geschlagen haben. Das wird wohl noch ein Nachspiel haben.

Das aber ist nur die Vorgeschichte zu den Ereignissen vom Mittwochabend beim nächsten Spiel. Hier standen sich in Beddelhausen die JSG Ebenau-Diedenshausen und die Spieler aus dem Siegener Stadtteil gegenüber. Und weil ein noch sehr junger Schiedsrichter mit der Leitung der Partie betraut worden war, entsandte der Kreisschiedsrichter-Ausschuss auf Bitten der Beteiligten einen Beobachter nach Beddelhausen, Bezirksliga-Schiedsrichter Bernd Pöppel (TuS Dotzlar).

Das Spiel selbst verfolgten dann zahlreiche Zuschauer, darunter auch Spieler konkurrierender Mannschaften wie aus Bad Berleburg und vom Tabellenführer JSG Aue-Birkelbach. Und dann nahm die Begegnung einen kuriosen Verlauf, denn nicht der Tabellendritte aus Dautenbach, sondern der Vorletzte aus dem Wittgensteiner Land schoss die Tore. Gleich fünf hintereinander (ehe Dautenbach gegen Ende zum 2:5-Endstand verkürzte).

Es überraschte dann auch nicht wirklich, dass die jungen Berleburger Zuschauer jedes Tor der JSG Ebenau-Diedenshausen bejubelten. Und die Fehlschüsse der Dautenbacher gleich mit. Und auch die Wortwahl in Richtung der Dautenbacher war recht bald, gelinde gesagt, „nicht mehr jugendfrei“. Wer Spiele der Siegerländer in dieser Saison verfolgt hatte, konnte daher auch nicht irritiert sein, dass diese massiv verbal auf den jungen Schiedsrichter einwirkten, sozusagen nach nahezu jedem Pfiff des jungen Unparteiischen. Bernd Pöppel: „Der Junge hat das sehr gut gemacht und sich nicht provozieren lassen. Er hat konsequent seine Linie durchgezogen, Gelbe Karten und gegen jede Mannschaft eine Zeitstrafe ausgesprochen.“

Dass der Dautenbacher Akteur, der fünf Minuten zum „Abkühlen“ an den Seitenrand geschickt wurde und dies weniger freundlich in Richtung des Unparteiischen kommentierte, rief Pöppel auf den Plan, der die Dautenbacher Seite zur Mäßigung aufrief und auf seine Rolle als Spielbeobachter hinwies.

Über das, was dann aber nach dem Spiel passierte, konnte Pöppel wenig sagen: „Das Spiel ist ordnungsgemäß beendet worden, deshalb habe ich den jungen Schiedsrichter sofort zur Kabine begleitet.“

Ebenaus Trainer Christopher Heiner sah Folgendes: „Ein Dautenbacher schoss einem unserer Spieler den Ball an den Hinterkopf. Daraus hat sich dann schnell ein Gerangel entwickelt, an dem auch die Bad Berleburger Spieler beteiligt waren. Im Prinzip standen dann drei Mannschaften auf dem Platz.“ Heiner alarmierte dann die Polizei, doch bei deren Eintreffen waren längst nicht mehr alle Beteiligten „anwesend“.

Auf Anfrage von FuPa Südwestfalen nannte die Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein noch keine Einzelheiten zu dem Vorfall. „Wir können bestätigen, dass wir eine Anzeige wegen Körperverletzung entgegengenommen haben. Weitere Details müssen aber noch ermittelt werden“, erklärte Sprecher Michael Zell.

Werner Mertineit, Jugendleiter des FC Dautenbach, war am Mittwochabend selbst nicht vor Ort und meinte nach Rücksprache mit seinen A-Jugend-Trainern: „Sicherlich besteht unsere A-Jugend nicht nur aus Waisenknaben, aber man muss immer auch die andere Seite sehen. Wir haben einen hohen Migrationsanteil unter unseren Spielern, aber wir stecken auch viel Engagement in die Jugendarbeit. Mehr möchte ich zum jetzigen Zeitpunkt dazu nicht sagen.“

Werner Mertineit ist Mitglied im Bezirksjugendsportgericht. Dem Vernehmen nach wird nicht die Partie am Mittwoch, sondern die vom letzten Samstag in Bad Berleburg noch besagtes Nachspiel bei seinen Kollegen vorm Kreisjugendsportgericht haben. Wegen der eingangs geschilderten Vorfälle nach dem Spiel.

Aufrufe: 016.5.2019, 22:32 Uhr
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