
Beim 1. FC Bocholt geht es in diesen Tagen durchaus turbulent zu. Nachdem sich der Verein nach dem 0:2 gegen den SV Rödinghausen mit Sunay Acar bereits vom zweiten Trainer in der laufenden Regionalliga-Spielzeit getrennt hat (wir berichteten hier) und die Aufgaben zunächst intern verteilt hat, stand am Sonntag auch noch die Jahreshauptversammlung an. Dort gab es nicht nur gute Nachrichten, aber auch Gründe, warum diese kaum jemanden nervös zu machen scheinen. Und der Vorsitzende Ludger Triphaus stellte klar, dass die Regionalliga West nicht die Dauerheimat für die "Schwatten" sein soll.
Vor rund 200 anwesenden Mitgliedern äußerte sich Finanzvorstand David Fahrland zur finanziellen Lage des Viertligisten, wie der Verein in einer Erklärung auf seiner Homepage mitteilt. Demnach schloss der Verein das Jahr 2023 mit einem Fehlbetrag von 489.000 Euro ab. Eine Zahl, die bei vielen Vereinen sicher für eine gewisse Aufregung sorgen würde, zumal in der Folge auch die Trennungen von den Trainern Björn Mehnert und Sunay Acar wieder Geld kosten. Doch Fahrland betonte ausdrücklich, dass der Klub nicht von einer Insolvenz bedroht sei. Ursächlich dafür seien nicht zuletzt notwendige Baumaßnahmen und Reparaturen am Stadion gewesen. Die Zahlen für das abgelaufene Jahr will der Verein frühestens im Spätherbst präsentieren.
Doch es gibt Gründe, warum die Lage so gelassen geschildert wird. Denn Sport-Geschäftsführer Christopher Schorch, der ab sofort auch wieder die Erste Mannschaft coacht, verkündete einen Vierjahres-Vertrag mit einem neuen Hauptsponsor, der aber erst zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben wird, gleiches gilt für einen Ausrüster, der im Sommer Puma ablösen soll. Offensichtlich weiß der Verein bereits, dass sich dies alles kaum zum Nachteil auswirken wird.
Und so formuliert der Vorsitzende Triphaus auch eine mutige Zielsetzung für die Bocholter, wenn der aktuelle Abstiegskampf dann erfolgreich gemeistert sein sollte. "Die Regionalliga ist für uns auf Dauer nicht tragfähig. Unser Ziel muss es sein, einen Schritt nach oben zu machen." Offensiv wird also von der 3. Liga am Hünting gesprochen. Bevor das aber angegangen werden kann, müssen noch ein paar Punkte auf die Habenseite - ist die Lage doch angespannt, aber sicher noch nicht bedrohlich.
Auch der Unterbau nahm bei den Bocholtern einen Teil der Veranstaltung in Anspruch. So soll es entgegen der ursprünglichen Idee von Schorch nun wohl doch wieder eine Zweite Mannschaft geben, die der Technische Direktor Manuel Jara aber nachhaltig aufbauen will. Im Jugendbereich soll talentierten Spielern nachhaltig eine Perspektive geboten werden, die Zusammenarbeit mit den SF Lowick und dem SV Biemenhorst soll ausgebaut werden.