Der 1. FC Bad Kötzting wurde 2014 Meister der Landesliga Mitte
Der 1. FC Bad Kötzting wurde 2014 Meister der Landesliga Mitte – Foto: Dirk Meier

Der letzte große Erfolg des ruhmreichen 1. FC Bad Kötzting

In der Saison 2013/2014 wurden die Badstädter Landesliga-Meister +++ Was ist aus dem damaligen Erfolgspersonal geworden?

Zwischen 2004 und 2010 war der 1. FC Bad Kötzting in der "alten" Bayernliga vertreten und sorgte am heimischen Roten Steg für zahlreiche Festtage. 2014 knüpften die Rot-Blauen nochmal an die frühere Glanzzeit an. Mit einem Zuschauer-Schnitt von bemerkenswerten 470 Fans pro Heimspiel wurde das Team von Trainer Manfred Stern in einem dramatischen Meisterschaftsrennen mit dem Landkreiskontrahenten DJK Vilzing Meister. Wir haben nachgeforscht, was aus dem Meister-Team geworden ist.

Mit einer Bilanz von beachtlichen 75 Punkten und einem Torverhältnis von 78:35 wurde der 1. FC Bad Kötzting 2013/2014 Meister der Landesliga Mitte.

Der Trainer:
Der frühere FCK-Funktionär Helmut Muhr, der mittlerweile die Fäden beim TSV Bogen zieht, holte im Sommer 2013 mit Manfred Stern einen ehemaligen Bad Kötztinger Nachwuchsspieler an den Roten Steg zurück. Der junge Coach sorgte mit seiner Truppe für Furore, baute einige Youngster in die Mannschaft ein und führte den FCK nach vier Jahren Abwesenheit in die Bayernliga zurück. Nach Unstimmigkeiten mit den Verantwortlichen warf der geradlinige Erfolgstrainer aber schon ein paar Monate nach dem großen Triumph das Handtuch und wurde wenig später Spielertrainer beim SV Bernried. Nach seinem Engagement im Landkreis Deggendorf wechselte der frühere Klassefußballer im Sommer 2016 zur SpVgg Lam, mit der er 2019 den Sprung in die Landesliga schaffte. Im vergangenen Sommer wurde Stern bei den "Osserbuam" überraschend freigestellt.

Manfred Stern (re.) war in der Erfolgssaison Coach der Rot-Blauen
Manfred Stern (re.) war in der Erfolgssaison Coach der Rot-Blauen – Foto: Simon Tschannerl

Die Torhüter:
Zwischen den Pfosten wechselte sich Matthias Häring und Petr Mulac ab. Beide Keeper kamen jeweils auf 17 Saison-Einsätze. Häring machte noch das darauffolgende Bayernliga-Jahr mit und beendete dann seine Laufbahn. Auch für Mulac war im Sommer 2015 Schluss. Der Tscheche hatte dann Stationen beim FC Inter Amberg und SC Luhe-Wildenau, ehe er 2017 nochmal für ein halbes Jahr an den Roten Steg zurückkehrte. Anschließend spielte Mulac noch eineinhalb Jahre für den FC Stamsried.


Die Abwehr:
In der Hintermannschaft war Ex-Bayernligaspieler Yavuz Ak der Fels in der Brandung. Der heutige Coach der U21 des SSV Jahn Regensburg organisierte die Hintermannschaft des Champions umsichtig, wechselte allerdings nach der Meister-Saison zum TSV Kareth-Lappersdorf. Nach einer erfolgreichen Spielzeit als Co-Spielertrainer beim damaligen Bezirksliga-Titelträger beendete der technisch beschlagene Allrounder seine aktive Laufbahn und widmete sich dem Trainer-Dasein. Neben Ak verteidigte meist Florian Aichinger, den Coach Stern vom Kreisligisten SV Achslach mitgebracht hatte. Der Senkrechtstarter blieb bis 2015 in der Badstadt und heuerte dann als Co-Spielertrainer beim SV Prackenbach an, bei dem er 2019 seine Schuhe auch an den Nagel hängte. Ein wichtiger Mann in der Hintermannschaft des Meisters war Standardspezialist Tomas Oslovic, der noch ein halbes Jahr Bayernliga mitmachte und dann in seine tschechische Heimat zurückkehrte. Auf der rechten Abwehrseite kam überwiegend der junge Patrick Lex zum Einsatz, der 2018 - mit lediglich 24 Jahren - bereits seine Karriere beendete. Florian Noe war ebenfalls ein fester Bestandteil der FC-Hintermannschaft. Der Linksfuß verließ den Verein 2015 Richtung SpVgg Neukirchen-Balbini, bei der er noch heute aktiv ist. Eine wichtige Alternative war Dauerbrenner Wolfgang Liebl, der bei Bedarf Gewähr bei Fuß stand und es auf immerhin 14 Einsätze brachte. Der Routinier jagt dem runden Leder immer noch hinterher und ist eine feste Größe im Kötztinger B-Team, das kurz vor dem Aufstieg in die Kreisliga steht.

Kultspieler am Roten Steg: Johannes Aschenbrenner
Kultspieler am Roten Steg: Johannes Aschenbrenner – Foto: Helmut Weiderer

Das Mittelfeld:
Das Herz der Mittelfeld-Zentrale bildeten die beiden FCK-Urgesteine Florian Frisch und Johannes Aschenbrenner, die seit ihrer Jugendzeit am Roten Steg aktiv sind und mit dem Klub seither sämtliche Höhen und Tiefen mitmachten. Die beiden Dauerbrenner wollen im Sommer 2021 ihre Schuhe nun endgültig an den Nagel hängen. Als Spielgestalter fungierte in der Aufstiegssaison der vom nordostdeutschen Regionalligisten TSG Neustrelitz gekommene Jakub Süsser, der im Bayerwald sesshaft wurde und längst eine unverzichtbare Größe der FCler ist. Richtig gut in Szene setzten konnten sich die Youngsters Stefan Hofner, Michael Faber und Markus Schubert. Hofner zählt noch heute zu den Leistungsträgern, wird den Landesligisten jedoch am Saisonende verlassen.

Stefan Hofner (li.) und Michael Faber gehörten damals zu den dynamischen Jungspunden
Stefan Hofner (li.) und Michael Faber gehörten damals zu den dynamischen Jungspunden – Foto: Helmut Weiderer

Der Weg von Senkrechtstarter Faber führte nach einer starken Bayernliga-Saison Richtung SSV Jahn Regensburg. Beim Oberpfälzer-Topklub machte der Dribbelkünstler zwei Aufstiege mit, ehe es ihn 2017 für eine Saison zum Bayernligisten DJK Vilzing zog. 2018 kehrte der Stephansposchinger nochmal für eineinhalb Jahre an den Roten Steg zurück und heuerte dann bei der ambitionierten SpVgg Osterhofen an. Der talentierte Schubert kehrte Kötzting unmittelbar nach dem Aufstieg den Rücken und schloss sich wieder dem SC Zwiesel, von dem er zu den Oberpfälzern gewechselt war, an. Nach einer Station beim TSV Frauenau hörte Schubert 2019 schon frühzeitig mit dem Fußball auf. Variabel auf den Flügeln war Christian Faschingbauer einsetzbar, der viele Jahre beim FCK verbrachte und 2015 zum 1. FC Zandt wechselte. Seit 2016 spielt der schnelle Kicker beim Kreisligisten SC Zwiesel.

Martin Psohlavec (li.) und Christian Faschingbauer sorgten für Offensivpower
Martin Psohlavec (li.) und Christian Faschingbauer sorgten für Offensivpower – Foto: Simon Tschannerl


Der Sturm:
Auf Tschechen-Power konnte sich der Meister im Angriff verlassen. Martin Psohlavec und Filip Trantina erzielten Tore am Fließband. Der kopfballstarke Center Psohlavec markierte 21 Treffer, der flinke Trantina verbuchte 17 Tore. Während Psohlavec nach dem Meister-Coup nur mehr eine Halbsaison in der Pfingstrittstadt verbrachte und dann seine Laufbahn - unterbrochen mit einem einjährigen Kreisliga-Engagement beim TSV Tännesberg - in Tschechien ausklingen ließ, blieb der häufig vom Verletzungspech geplagte Trantina Kötzting noch bis 2019 erhalten. Anschließend wechselte der Wirbelwind zur SpVgg SV Weiden, bei der er mittlerweile aber nicht mehr aktiv ist. Während der Saison riss sich der starke Nachwuchsstürmer Gürkan Ögütülü das Kreuzband. Nach mehreren schweren Knieverletzungen feierte der robuste Angreifer bei Türk Gücü Deggendorf ein Comeback und versuchte es dann auch nochmal ein halbes Jahr in der Landesliga beim TSV Bogen, ehe er vergangenen Winter wieder zu Türk Gücü Deggendorf zurückkehrte.

Aufrufe: 010.3.2021, 10:45 Uhr
Thomas SeidlAutor

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