2025-12-03T05:51:34.672Z

Spielbericht
– Foto: © Achim Freund

0:5 - auch in der Höhe verdient

Wenn man, wie der FC Einheit, fast zwölf Stunden bei einem Auswärtsspiel unterwegs ist und mit einer „Klatsche“ nach Hause reist, dann ist die Stimmung auf der Rückfahrt natürlich alles andere als gut.

Sowohl Steve Dieske, der Coach von Budissa Bautzen, als auch Holger Jähnisch, der Trainer des FC Einheit, waren sich zur Pressekonferenz einig: Der Sieg der Mannschaft aus der Oberlausitz geht auch in der Höhe völlig in Ordnung.

BERICHT von H. Gerlach // FC Einheit Rudolstadt

Dabei nahm das Drama für die Rudolstädter schon nach fünf Minuten seinen Lauf. Zuvor hatte Max Bresemann, der Torhüter war an diesem regnerischen Herbstnachmittag sicher noch der Beste im Einheit-Dress, sehr gut abgewehrt (2.) und Szymon Frackowiak gleich anschließend gerade noch geklärt (3.). Doch beim dritten Versuch der Senfstädter, einem Schuss aus spitzem Winkel, war er chancenlos (5.).

Für Jähnisch leider ein Treffer, der die Misere einleitete: „Es ist natürlich denkbar schlecht, wenn man schon nach fünf Minuten mit 0:1 in Rückstand gerät. Der Gastgeber hat angefangen wie die Feuerwehr. Er hat uns mit Ballstafetten und auch ein wenig mit Windunterstützung hinten eingeschnürt. Wir konnten uns aus diesen Situationen nicht so richtig befreien.“

Die Möglichkeit durch Justin Smyla, dessen Eingabe von links keinen Adressaten fand, erwies sich nur als Strohfeuer (8.). Denn die Hausherren blieben, sehr zu Freude ihres Übungsleiters, am Drücker. Zunächst zeigte „Brese“ erneut sein Können im Herauslaufen (11.). Wenig später beförderte Sven Rupprecht das Leder von der Linie (12.). Gleich zweimal war der Schlussmann der Thüringer gefordert, als er mit einer Doppelaktion per Fußabwehr rettete (16.). Dann verzog Julian Gerhardi nur knapp (19.).

Doch das nächste Tor für die Budissen ließ nicht mehr lange auf sich warten. Karl-Ludwig Zech lief sich hervorragend frei, wobei ihn kein Rudolstädter dabei störte, zudem auch der Pass millimetergenau kam, und vollendete überlegt (21.).

Aber das FSV-Spektakel ging weiter. Zunächst mit einem Fallrückzieher von Oscar Haustein, den der FC-Keeper entschärfte (27.). Chancenlos wäre er wohl gewesen, wenn der Schuss von Zech aus fast 30 Metern und mit Windunterstützung nicht an den Pfosten gedonnert wäre (29.).

Doch nach einer guten halben Stunde sorgte Haustein mit seinen noch abgefälschten Schuss (32.) für Beruhigung auf Seiten des Gastgebers. Die hätten den Zwischenstand sogar noch erhöhen können, denn Max Bresemann musste bis zum Pausenpfiff des ebenfalls weitgereisten Referees noch drei Mal eingreifen, um Treffer von Budissa zu verhindern (40., 45.).

Dieske gab für die 2. Halbzeit diese Marschroute vor: „Wir haben uns zur Halbzeit gesagt, dass wir keinen Schritt weniger machen wollen.“ Zwar übte der FSV nun nicht mehr den ganz großen Vorpausendruck aus, aber man blieb deutlich spielbestimmend und kam weiter zu Chancen (49., 56., 59.,). Da nahm sich die Gelegenheit von Max Schlegel, der diesmal Kapitän war, als zu wenig aus (62.).

Nachdem die Einheit-Hintermannschaft nach einem Eckball das Leder nicht aus der Gefahrenzone schlagen konnte, erhöhte Felix Hennig auf 4:0 (64.). Den Schlusspunkt setzte der eingewechselte Darius Böhme, der ebenfalls nach einem Eckstoß traf (83.).

Nur einmal war Erik Herrmann im Kasten von Bautzen zu einer sehr guten Tat gezwungen, als er einen Schuss von Schlegel zur Ecke abwehrte (78.).

Doch da war die faire Partie, in der der Unparteiische überzeugte, auch weil er höchst unauffällig agierte und mit nur einer Verwarnung auskam, natürlich längst entschieden.

STIMMEN ZUM SPIEL

Steve Dieske sagte zur Pressekonferenz: „Wir sind heute natürlich hochzufrieden, wenn man nach der schweren Nummer in Plauen, wo wir uns drei Punkte erarbeitet und erkämpft haben, heute unbedingt nachlegen wollten. Unabhängig davon und auch berücksichtigend, dass heute bei Rudolstadt, zwei, drei wichtige Leute gefehlt haben, hat das meine Mannschaft sehr, sehr gut gemacht. Wie wir in die Tiefe gekommen sind und in der ersten Halbzeit über den Flügel agiert haben - das war schon sehr gut. Am meisten freut es mich, wenn ich mal die 90 Minuten resümiere, für die Jungs, die eine längere Durstrecke hatten.“

Holger Jähnisch beließ es bei wenigen Sätzen: „Auf der anderen Seite haben wir nie zu unserem Spiel gefunden. Ich habe wenig Positives gesehen und ich will nicht sagen, dass es solche Tage gibt. Wir haben trotzdem versucht, die Jungs etwas aufzubauen, weil wir auch das Gefühl hatten, dass sie ganz schön in den Seilen gehangen haben. Wir haben leider alles vermissen lassen: Emotionalität, Zweikampfverhalten und Fußballerisches. Alles Dinge, die von unserer Seite nicht gut waren. In der 2. Halbzeit sah es etwas besser aus, aber da ist der Gastgeber auch vom ‚Gas gegangen’. Wir haben den Gegner auch über weite Strecken ein Stück weit stark gemacht. Das ist das, was mich fuchst. Die Spiele werden nicht leichter, aber wir müssen das von heute aufarbeiten.“

Nächster Kontrahent ist am Samstag, dem 1. November, ab 13.30 Uhr im Heimspiel der aktuelle Tabellenvierte, der VfL Halle 96.

Aufrufe: 027.10.2025, 19:00 Uhr
H. Gerlach / FC Einheit RudolstadtAutor