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Ligabericht

02-Zauber gegen Zeilsheim

4:2 nach 0:2 – Biebricher stürmen vor 400 Zuschauern mit Moral und Geschlossenheit an die Verbandsliga-Spitze +++ Maurice Pinger: Jetzt gibt es keinen Weg mehr zurück

von Martin Gebhard · 13.04.2025, 12:15 Uhr · 0 Leser
Der FV Biebrich konnte gegen Zeilsheim einen 4:2-Erfolg bejubeln und ist nun Tabellenführer der Verbandsliga.
Der FV Biebrich konnte gegen Zeilsheim einen 4:2-Erfolg bejubeln und ist nun Tabellenführer der Verbandsliga. – Foto: RSCP Photo

Wiesbaden. Riesenjubel bei den Verbandsligafußballern des FV Biebrich 02: Dank eines 4:2 (2:2)-Siegs über den bisherigen Tabellenführer SV Zeilsheim vor 400 Fans übernahmen die „Blauen“ selbst die Spitze. Die 02er um Cheftrainer Nazir Saridogan liegen nun einen Zähler vor den Zeilsheimern und sind fest entschlossen, diese Position auch sechs Spieltage später zum Saisonende einzunehmen. Das würde den direkten Aufstieg in die Hessenliga bedeuten. Als Zweiter würden sie in die Aufstiegsrunde gehen.

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„Das war ein geiles Spiel“, jubelte Saridogan über die mannschaftliche Geschlossenheit und die Moral nach dem frühen 0:2-Rückstand. Doch am Ende durfte er seine Schützlinge im Jubelkreis versammeln: „Ihr dürft den Sieg genießen.“ Aber der Coach warnte zugleich: „Nach dem Hinspiel, das wir mit 3:1 auch gewonnen hatten, hatten wir eine Durststrecke. „Es ist jetzt noch nicht das Ende der Geschichte“, sagte er im Hinblick auf noch sechs schwere Spiele. Es war angerichtet für das große Match. Bei fast sommerlichen Temperaturen standen die Fans schon lange vor dem Anpfiff am Bratwurststand Schlange. Grillmeister Charalampos Mentis und sein junger Assistent Michael Hager legten rund 300 Rinds- und Bratwürste auf den Grill und hatten alle Hände voll zu tun.

Einen Bericht aus Sicht des SV Zeilsheim lest ihr hier.

Gespielt werde weiterhin auf dem Kunstrasenplatz der Jürgen-Grabowski-Sportanlage, wie Clubchef Heinz-Jürgen Hauzel erklärte. „In zwei Jahren ist wohl alles fertig“, zeigte er sich weiter geduldig und verweist auch auf die Laufbahn rund um den Rasenplatz des Stadions. Aber auch darauf, dass sich nach wie vor die Spieler in Containern umziehen müssen. „Vielleicht spielen wir noch in diesem Jahr wieder auf dem Rasenplatz“, hofft er. Im Sommer bekomme zunächst der Kunstrasenplatz einen neuen Belag, freut er sich.

Beeindruckende Moral nach Schock-Start

Während das Team im Topspiel kalt erwischt wurde: Die abgezockten Gäste nutzten eine Unaufmerksamkeit in der Deckung zum 0:1 (6.). Flach vom Sechzehner traf Gäste-Stümer Abdussamed Gürsoy. „Das war ein Stellungsfehler im Halbraum und das wollten wir unbedingt vermeiden“, ärgerte sich FVB-Kapitän David Meurer. Doch es kam zunächst noch schlimmer: Nach feinem Solo und Querpass drosch Dominik Ortega Tapia den Ball in die FVB-Maschen – 0:2 (20.). Doch schnell berappelten sich die Biebricher und kamen noch vor der Pause zum Ausgleich: Erst verkürzte Angreifer Nikos Iosifidis nach feinem Querpass am langen Pfosten lauernd zum 1:2 (41.). In der Nachspielzeit (45.+2) sorgte Mittelfeldstratege Derrick Amoako in Mittelstürmer-Manier aus kurzer Distanz für das 2:2. Mit Elan kamen die Hausherren aus der Kabine und bestimmten klar die Szenerie. Zahlreiche Eckstöße, ausgeführt von Standard-Spezialist Maurice Pinger, waren auch ein Zeichen der Überlegenheit. Schließlich traf aus dem Gewühl heraus wiederum Amoako – und damit war die Partie zugunsten der Blauen gedreht (53.). Und weil’s so schön war, setzte Mittelfeldspieler John Reith, der nach feinem Spielzug per Abstauber traf, noch einen drauf – 4:2 (63.). Die Gäste tauchten noch einmal gefährlich auf: Doch Keeper Paul Reichold entschärfte gegen Elmir Muhic glänzend (88.) glänzend.

Pinger: "Jetzt gibt es keinen Weg mehr zurück"

„Wir waren wieder super eingestellt vom Coach“, freute sich David Meurer auch über ein faires Spiel. „Auch die Trainingsleistungen waren überragend gewesen.“ Durch den Kampfgeist der jungen Spieler sei die Mannschaft stark nach dem Rückstand zurückgekommen, lobte er. Und verriet in puncto Aufstieg: „Wir arbeiten auch schon in diese Richtung.“ Sein Teamkamerad Maurice Pinger schmunzelte in dieser Hinsicht: „Jetzt gibt es keinen Weg mehr zurück.“ Und Nazir Saridogan lobte: „Die Jungs haben nach dem 0:2 Weltklasse gespielt. Wir sind mannschaftlich geschlossen aufgetreten und haben nach dem Rückstand an uns geglaubt.“ Am 22. April geht es nun zu Verfolger FC TuBa Pohlheim.

Zu den Zuschauern zählten übrigens auch die 02-Trainerlegenden Achim Euler, Franz März und Manni Geyer. Euler und März sind wie ihre ehemaligen Spieler Michael Gabel, Bubi Portugall und Horst Kalb mit dem Fahrrad "angereist". Manni Geyer und Micki Lauf sind zu Fuß gekommen.

FV Biebrich 02: Reichold; Schug (16. Oukouiss), Meurer, Waldraff, Luft, Reith, Emmel, Pinger, Amoako, Walter (90.+1 Zornhagen), Iosifidis (69. Lim).

Tore: 0:1 Gürsoy (6.), 0:2 Ortega Tapia (20.)., 1:2 Iosifidis (41.), 2:2 Amoako (45.+2), 3:2 Amoako (53.), 4:2 Reith (63.). – Zuschauer: 400 (353 zahlende).