
Es ist das Spiel des Jahres für Vorpommern: Wenn der Greifswalder FC am frühen Dienstagabend (18 Uhr) den FC Hansa Rostock empfängt, geht es um weit mehr als den Finaleinzug im Landespokal. Es ist das Duell David gegen Goliath – mit einem Favoriten, der zuletzt schwer ins Wanken geraten ist.
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Die Rollenverteilung scheint auf dem Papier klar, doch die Vorzeichen könnten kaum spannender sein. Während der Greifswalder FC in der Regionalliga eine mittelmäßige Rolle spielt, aber im Pokalwettbewerb bisher wie eine Walze durch die Runden pflügte (45:1 Tore), reist die "Kogge" mit einer schweren Hypothek an den Bodden.
Nach der desaströsen 2:5-Heimpleite gegen Regensburg am vergangenen Wochenende brennt beim Drittligisten der Baum. Trainer Daniel Brinkmann steht vor der schwierigen Aufgabe, innerhalb weniger Tage die Defensiv-Löcher zu stopfen. Für Hansa ist der Landespokal kein Bonusgeschäft, sondern nach der sportlichen Misere in der Liga die letzte realistische Chance, die Saison durch den Einzug in den DFB-Pokal finanziell und emotional zu retten. "Wir müssen eine Reaktion zeigen", forderte Brinkmann unmissverständlich.
In Greifswald hingegen herrscht Euphorie. Das Volksstadion ist ausverkauft, die Flutlichtatmosphäre bereitet die Bühne für den großen Coup. GFC-Coach Björn Lipfert kann aus dem Vollen schöpfen und setzt auf die Heimstärke. Besonders im Fokus: Das Umschaltspiel der Greifswalder, das schon so manchem Favoriten Probleme bereitete. Mit der Erfahrung von Routiniers wie Jakub Jakubov zwischen den Pfosten will der GFC die Verunsicherung des großen Nachbarn eiskalt ausnutzen.
Es wird erwartet, dass Rostock trotz der jüngsten Gegentorflut die Spielkontrolle übernehmen wird. Greifswald hingegen dürfte kompakt stehen und auf Nadelstiche lauern. Entscheidend wird sein, ob die Hansa-Offensive um Andreas Voglsammer früh die Lücke findet, um die Nerven zu beruhigen – oder ob das Stadion mit zunehmender Spieldauer zum Hexenkessel wird, sollte die Sensation in der Luft liegen. Wer behält im prestigeträchtigsten Duell Mecklenburg-Vorpommerns die Nerven? Der Druck liegt klar beim Favoriten aus Rostock, während Greifswald heute Geschichte schreiben kann.