"Ein Herz für den Amateursport"
Dienstag 17.11.20 07:15 Uhr|Autor: Mitsch Rieckmann 3.492
Wird in Brandenburg noch in diesem Jahr gespielt? Foto: Pixa Factory

"Ein Herz für den Amateursport"

Eure Meinungen zu den Corona-Maßnahmen.
Die Corona-Maßnahmen spalten die Gesellschaft und viele Leserbriefe sind bei uns eingegangen.


Die folgenden Leserbriefe sind keine redaktionellen Meinungsäußerungen. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzung vor.

"Kein gesellschaftlicher Bereich bleibt von den Folgen der Corona-Pandemie verschont. Auch nicht die Sportvereine in Brandenburg. Wir wissen, dass die Lage ernst ist und wir der weiteren Ausbreitung des Corona-Virus entschieden entgegentreten müssen. Wir können aber nur erfolgreich sein, wenn wir auch die Bürgerinnen und Bürger vom Sinn der Maßnahmen überzeugen können. Das fällt uns, bei den in Berlin und Potsdam gefassten Beschlüssen schwer. Wir fragen uns, nach welchen Kriterien die Bereiche ausgewählt wurden, die nun komplett geschlossen worden sind. Wie erklären wir unseren Kindern, aber auch den Erwachsenen, dass Profisport weiterhin erlaubt ist, der Breitensport für Amateure verboten sind? Wie erklären wir das? Wir als Sportvereine haben sehr gute Hygienekonzepte etabliert und sind als Treiber des Infektionsgeschehens, nach unserer Kenntnis, von sehr geringer Bedeutung. Im Gegenteil, wir erhalten die Gesundheit unserer Kinder und der Bürgerinnen und Bürger. Hieß es nicht immer: 'Bleib gesund, treibe Sport und stärke dein Immunsystem!'? Es ist für uns nicht ersichtlich, dass durch den kompletten Lockdown dieser Bereiche das Tempo der Pandemie ausreichend gebremst werden könnte. Es scheint, als liege der Auswahl der Schließungsbereiche die Annahme zugrunde, dass diese am ehesten entbehrlich seien. Dieser Auffassung treten wir als Verein entschieden entgegen. Für viele Menschen macht der Sport das Leben in unseren Dörfern und Städten im wesentlich aus. Den Sport einfach abzuschalten, gefährdet auf Dauer Bürgersinn, Zusammenhalt und Lebensgeist der Gesellschaft. Wir sehen die Gefahr, dass die Maßnahmen damit das gefährden, was wir zuallererst brauchen, um die Pandemie durchzustehen. Das gilt umso mehr, als wir zwar lesen, dass die Schließungen bis zum Ende des Monats befristet sein sollen, darauf aber nicht vertrauen können. Im Gegenteil. Es ist zu befürchten, dass die Pandemie durch diese sektoralen Eingriffe so wenig gebremst wird, dass sie bis zum Frühjahr verlängert werden müssen. Das hätte gravierende Strukturbrüche zur Folge. Beenden Sie umgehend diese Maßnahmen gegen den Sport und unsere Gesundheit." (BSG Chemie Schwarzheide)

"Wir leben alle eigenverantwortlich in einem demokratischen Land. Durch die momentane Corona-Ausnahme-Situation sind wir alle seit Anfang 2020 teilweise sehr verunsichert, leichtsinnig, klugscheißerisch und denken manchmal etwas extrem quer. Wir haben die freie Meinungsäußerung. Die Infektionszahlen gehen wider Erwarten leider wieder extrem schnell hoch, die gewählten Vertreter von Staat, Ländern und Verbänden haben entschieden und wem das nicht passt, der soll sich doch einfach zur Wahl stellen beim nächste Mal. Die Maßnahmen, egal ob man diese nun gut oder schlecht findet, sind zum allgemeinen Schutz und treffen alle. Es wurde ja sogar schon im Voraus damit geplant in einigen Verbänden. Und was ich besonders verrückt finde: Es jammern nur die Fußballer! Die Handballer, Basketballer, Hockeyer oder Volleyballer sowie die Sportkameraden vom Tischtennis jammern nicht, sondern akzeptieren einfach jetzt die Situation. Man ändert eh nichts daran. Bestellt euch Essen beim Lieblingsitaliener oder -griechen, genießt die, jetzt wieder andere, Freizeit und macht euch mal locker. Die Entscheidungen stehen und basta. Ob man das nun gut findet oder nicht. Ich finde das auch alles zum Kotzen, aber das ändert nichts. Hört auf zu jammern und packt da an wo es fehlt. Die 36 Profiklubs der beiden Bundesligen sollten auf Ihre November-Einnahmen verzichten und alle in einen großen Topf werfen. Ein gewähltes Gremium könnte diese vielen Millionen unter allen deutschen Vereinen gerecht verteilen und nicht nur Fußballvereinen." (Jürgen Stabel)

"Ich arbeite in der Pflege und aktuell als 'leasing' in der Brandenburgklinik, wo vor einiger Zeit eine Welle von Positiven untergebracht worden war. Die Masse der positiv Getesteten aus den Personalkreisen beschrieben den Verlauf als krass, aber das war es dann auch. Eine schwere Lungenentzündung oder ähnliche Virusinfektionen sind von der Intensität ähnlich. Es steht einfach nichts mehr im Verhältnis, es wird nur Panik propagiert. Die Zahlen der Infizierten steigen, mag ja sein, aber, dass auch die Zahlen der Tests und Getesteten deutlich steigen, wird nicht in dem Zusammenhang erwähnt. Alle haben ein Hygienekonzept erarbeitet um wieder in Betrieb gehen zu können. Gastronomie usw., zumeist sogar auf eigene Kosten und nun… Wenn sie jemanden schützen wollen, dann sollen sie die schützen, die Schutz brauchen oder die, die es wollen und alle anderen in Ruhe lassen. Es gibt so viel andere hoch ansteckende Virusinfektionen, die auch zum Tode führen und die es schon immer gab und jetzt, jetzt auf einmal muss die Welt still stehen." (Philipp Schwarz)

"Ehrlich gesagt habe ich ganz schön die Nase voll. Dabei geht es mir nicht so sehr um die jetzige Absetzung der Spiele. Dies war doch für alle vorauszusehen. Im Sommer wurde diskutiert wie die Staffeln auszusehen haben. Es gab sogar eine Umfrage. Ein Jahr zuvor wurde beschlossen die Staffel in der Kreisoberliga auf 14 zu reduzieren. Vorreiter war damals Oppelhain. Es ging damals um viel zu viele Spiele im Amateurbereich. Unser Vorschlag war zwei Staffeln mit neun Teams und dann eine Endrunde um Auf -oder Abstieg zu spielen. Da stellten sich über 75% der Vereine dagegen. Mein Argument im Sommer war ganz einfach.  Mit den Staffeln haben wir entscheidend weniger Spiele und können auf temporäre Lockdowns viel besser reagieren. Was haben wir nun erreicht? Wird die Saison komplett gestrichen und wir starten 2021/2022 wieder mit 17 Teams? Spielen wir dann bis in Juli rein und am besten noch unter der Woche? Spielen wir nur die Hinrunde  und daraus ergeben sich die Auf- und Absteiger? Mal sehen wer dann als betroffener Verein alles sein Veto einlegt." (Ingo Amsel)

Weitere Zusendungen werden demnächst veröffentlicht.


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Tabelle
1. SC Spremberg 922 23
2. SV Wacker 09 II 917 23
3. Groß Gaglow (Auf) 811 19
4. VfB 1921 Kriesc... II (Auf) 818 17
5. SV Döbern 818 17
6. Kunersdorf 98 17
7. Friedersdorf 712 16
8. SV Ortrand 10-2 14
9. Brieske/SFB II 11-6 14
10. Liebenwerda 90 12
11. Altdöbern 91 11
12. VfB Cottbus 9-10 9
13. Falkenberg (Auf) 9-12 9
14. Spremberg 8-5 8
15. Lauchhammer 9-16 6
16. VfB Herzberg 10-18 6
17. Preußen Elw 9-17 3
18. VfB HL 1912 II 9-21 3
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