Neubeginn beim VfR Bürstadt
Dienstag 01.09.20 16:30 Uhr|Autor: Redaktion1.640
Dennis Böck (vorne) ist eine der VfR-Stützen, übernimmt mit Bruder Daniel als Spielertrainer noch mehr Verantwortung. Foto: Archivfoto: Gutschalk

Neubeginn beim VfR Bürstadt

Nach dem zweiten großen Umbruch binnen zwei Jahren will sich der Traditionsverein mit neuem Trainerteam stabilisieren

BÜRSTADT. Fußball-Kreisoberligist VfR Bürstadt hat den zweiten großen Umbruch binnen der letzten zwei Jahre hinter sich gebracht, mit Daniel und Dennis Böck zudem zwei neue Trainer installiert. Jetzt wollen die Bürstädter einen neuen Anlauf nehmen und in der Spielzeit 2020/21 möglichst schnell im gesicherten Mittelfeld der Tabelle landen. Vor allem die neu formierte Offensive soll dabei zügig für die nötigen Punkte sorgen.




Anspruch und Wirklichkeit: In der jüngeren Vergangenheit war einiges in Bewegung bei den Bürstädtern. In der Saison 2018/19 verspielte der VfR die Meisterschaft, und in der anschließenden Relegation zum Aufstieg in die Fußball-Gruppenliga fehlte dem Traditionsverein dann ein einziges Tor zum Sprung in die nächsthöhere Klasse. „Danach hatten wir viele Abgänge zu verzeichnen, weil viele unserer Spieler damals in die Gruppenliga wollten“, erinnert sich VfR-Vorstandssprecher Klaus Gassert. Man habe daraufhin quasi vor dem Nichts gestanden und die Mannschaft für die Spielzeit 2019/20 komplett umbauen müssen. Die Situation war nicht leicht, meint Gassert. Goran Barisic wurde neuer VfR-Trainer, und mit dem Kroaten habe auch die Mannschaft ihr Gesicht verändert. Nach einem guten Saisonstart hatte Bürstadt dann zunehmend Probleme. Der Grund: mangelnde Trainingsbeteiligung und fehlende Fitness. Gassert macht kein Geheimnis daraus, dass der VfR-Vorstand seinerzeit alles andere als zufrieden war mit der Situation. Am 8. März dieses Jahres kam der VfR Bürstadt dann mit einem 2:1-Erfolg gegen Starkenburgia Heppenheim gut aus der Winterpause, bevor Corona die Spielzeit beendete. Schade, findet Gassert, denn seine Mannschaft war gegen Heppenheim schon ungleich stabiler als noch in der Vorrunde. „Wir wären nicht abgestiegen, aber der Teamgeist hat nicht gestimmt und wir waren mit dem zwölften Tabellenplatz zum Saisonabbruch auch nicht zufrieden“, sagt der Funktionär.

Was war gut? Abwehr und defensives Mittelfeld arbeiteten gut beim VfR Bürstadt. Auch aus diesem Grund war der VfR für die ein oder andere Überraschung gut.

Was geht besser? „Wir haben zu wenig Tore geschossen“, weiß Gassert. Verletzungsbedingt konnte der VfR denn auch keine gute Offensive stellen. Es war auch deshalb ein Auf und Ab für die Bürstädter in der Saison 2019/20.

Wer kommt? Der Fokus des VfR-Vorstands richtete sich auf die Offensive. Mit Bilen Yagic, Rouven Schmitz, Michael Reichardt und Lukas Siegler verpflichtete der Verein gleich vier Angreifer. Es ist eine Mischung aus jungen und erfahrenen Offensivspielern, die nun zum Zug kommen soll.

Wer geht? „Einigen Spielern wurde nahegelegt zu gehen; es wurde ihnen gesagt, dass sie vom Verein freigestellt werden“, macht Gassert klar. „Die Leistung hat nicht gestimmt“, fügt er an. Besim Reka indes sollte gehalten werden und die Zusage stand auch im Raum, doch der offensive Mittelfeldspieler entschied sich auf den letzten Drücker, zu Dersim Rüsselsheim zu wechseln. „Das war nicht ideal, auch von der Art und Weise her“, ärgert sich Gassert. Angesichts seiner technischen Qualitäten könnte Zugang Schmitz Abgang Reka im offensiven VfR-Mittelfeld ersetzen.

Was geht? Das Engagement im Training sei ungleich besser als im letzten Jahr, freut sich Gassert. Der Zusammenhalt in der Mannschaft sei gut. „Jetzt hoffen wir, dass es am 6. September wieder losgeht und dann schauen wir mal, denn meistens kommt es ja anders, als man denkt“, sagt der Funktionär. Schon am Sonntag kam es für die Bürstädter im Kreispokal gegen die SG Unter-Abtsteinach zu einem ersten Kräftemessen. Ein Gradmesser für die neue Runde? Der VfR verlor 1:3. Gassert: „Unsere vielen neuen Spieler müssen sich jetzt zu einer funktionierenden Mannschaft zusammenfinden und ich bin relativ optimistisch, dass wir unser Ziel erreichen, auch wenn eine Prognose schwer ist.“

Die Trainer: Die Brüder Daniel und Dennis Böck spielen bereits seit drei Jahren für den VfR Bürstadt. Beide wollen nach ihrer aktiven Laufbahn eine Karriere als Trainer starten und sammeln in Bürstadt als Spielertrainer nun erste Erfahrungen. Die aus dem Raum Pfungstadt stammenden Brüder waren zuletzt wichtige Stützen im VfR-Team. Auch deshalb schenkt ihnen der VfR-Vorstand sein Vertrauen. Der 35 Jahre alte Dennis Böck ist gelernter Stürmer „und hat uns in seiner Zeit bei der SG Riedrode oft abgeschossen“, wie sich Gassert erinnert. Auch Daniel (31) habe als Spieler viel Routine. Zurzeit agieren Daniel und Dennis Böck als Innenverteidiger, können aufgrund ihrer Schnelligkeit aber auch im Angriff spielen.

Zugänge: Bilen Yagiz (Germania Pfungstadt), Michael Reichardt (Olympia Lampertheim), Rouven Schmitz (VfB Lampertheim), Dennis Steinhauser (ASV Fußgönheim), Florent Fazilija (Olympia Biebesheim), Lukas Siegler (A-Jugend TV Lorsch), Roberto Palmieri (FSV Riedrode II), Diolent Himaj (SSV Reichenbach).

Abgänge: Goran Barisic (als Trainer zu SC Germania Karlsdorf-Neuthard), Raman Chiri, Amer Gora Hassan (beide Eintracht Bürstadt), Mirco Wegerle (TV Lampertheim), Besim Reka (Dersim Rüsselsheim), Armang Dikan, Eldin Hodzic (beide Ziel unbekannt), Andrej Juric (SV Enosis Mannheim), Matej Cancar (Karierreende).

Trainerteam: Daniel Böck, Dennis Böck (erste Saison).

Ziel: Platz acht bis zehn.

Favoriten: SG Unter-Abtsteinach, TSV Auerbach, SV Fürth.


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Tabelle
1. SV Fürth 715 19
2. SG WaMi 915 19
3. Abtsteinach (Ab) 717 18
4. Mitlechtern 98 17
5. TSV Auerbach 711 16
6. VfL Birkenau 80 12
7. AS Azzurri (Neu) 8-1 11
8. Wald-Michel. II 8-2 11
9. Reichenbach (Auf) 8-6 11
10. Oly. Lorsch 8-1 10
11. Flockenbach II 8-5 9
12. Tvgg Lorsch 8-6 9
13. Einhausen 82 7
14. Lampertheim 7-12 7
15. Gr.-Rohrheim 7-10 6
16. VfR Bürstadt 6-6 5
17. Heppenheim 9-19 3
Wertung gemäß Direkter Vergleich
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