Interview mit Tedesco und Hinkel
Donnerstag 07.08.14 18:34 Uhr|Autor: Philipp Maisel976
Domenico Tedesco und Andreas Hinkel trainieren die U17 des VfB Stuttgart.

Interview mit Tedesco und Hinkel

Trainergespann im Gespräch vor dem Saisonstart
Die U17 des VfB Stuttgart startet am Wochenende in die neue Runde. Domenico Tedesco geht in seine zweite Saison als Cheftrainer, unterstützt wird er von Andreas Hinkel. FuPa Stuttgart hat mit dem Trainer-Tandem gesprochen.


Der Ligastart steht vor der Tür. Wie war die Vorbereitung, ist die Mannschaft bereit?

Domenico Tedesco: Absolut. Die Vorbereitung war richtig gut, auch von den Ergebnissen her. Wir mussten viele neue Spieler integrieren, haben einige Akteure aus der U16 hochgezogen und mehrere Spieler von anderen Vereinen dazu geholt, etwa Drilon Fetahi (1860 München), Danny Collinge (MK Dons) oder Georgios Spanoudakis (FC Barcelona). Daher haben wir sehr großen Wert auf Teambuilding gelegt, was Früchte getragen hat.

Der Großteil der Mannschaft kommt also aus der Junioren-Oberliga. Wie groß ist der Sprung?

Tedesco: Der ist schon sehr groß. In der Oberliga müssen die Jungs nicht jede Woche an die Grenze gehen, in der Bundesliga schon. Das Niveau ist deutlich höher, niemand schenkt dir die Punkte.

Andreas Hinkel: Die Oberliga ist dafür für die Ausbildung der Jungs perfekt. Sie spielen konsequent gegen den älteren Jahrgang, müssen sich gegen körperlich sehr robuste Kontrahenten durchsetzen. Das ist eine harte Schule, aber die muss auch sein.

Wie teilt ihr euch die Aufgaben in der täglichen Trainingsarbeit auf?

Hinkel: Bei den Stabi-Übungen bin ich immer der Bad Guy! (lacht)

Tedesco: (grinst) Das ist unterschiedlich. Andreas ist näher an den Jungs dran, hat einen wirklich guten Draht zu ihnen und erzeugt schon alleine aufgrund seiner Vita eine gewisse Wirkung bei der Mannschaft. Inhaltlich wird jede Einheit zusammen erarbeitet, die Durchführung teilen wir uns dann auf. Mir ist bei unserem Verhältnis vor allem sein Input wichtig. Und Andreas bringt sich sehr gut ein.

Ihr habt beide zuvor mit deutlich jüngeren Mannschaften gearbeitet. Wie wichtig sind diese Erfahrungen für die jetzige Arbeit mit der U17?

Hinkel:  Bei mir war es ja nur ein Jahr, bei Domenico waren es immerhin sechs. Ich fand das richtig spannend, auch wenn es manchmal etwas viel wurde, da ich zwei Mannschaften parallel betreut habe. Aber die Erfahrung an sich ist Gold wert. Im D- und C-Jugend-Bereich kann man schon erste taktische Dinge mit den Jungs trainieren und in der technischen Ausbildung werden die Basics gelegt. Ein sehr breites Tätigkeitsfeld, das mich viele wichtige Erfahrungen sammeln ließ.

Tedesco: Dem kann ich nur zustimmen. Alles, was wir heute machen fußt auf den Erfahrungen, die wir in der Arbeit mit den jüngeren Jahrgängen gesammelt haben. Sie sind geradezu fundamental für unseren weiteren Weg.

Wenige Meter nebenan entsteht das neue NLZ-Gebäude, das im Oktober eingeweiht werden soll. Welche Bedeutung hat der Bau für eure Arbeit?

Tedesco: Das wird ein Quantensprung! Es zeigt vor allem die Wertschätzung, die der Verein seiner eigenen Jugendarbeit und ihren Protagonisten entgegenbringt. Wir alle freuen uns sehr darauf. Aber auch die Wege werden sehr kurz sein. Jedes Team hat eigene Räume für Mannschaft und Betreuerstab, der nächste Jahrgang ist gleich nebenan, jeder Mitarbeiter ist schnell zugänglich. Das ist schon gigantisch.

Hinkel: Man darf auch den Prestige-Faktor nicht vergessen. Wir sitzen hier im Schulungsraum auf Stühlen, auf denen saß ich schon als Jugendspieler. Das ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Im neuen Gebäude ist alles nach neusten Standards gebaut. Das macht einfach etwas her. Wir stehen in der Region in einem Konkurrenzkampf um Talente mit Hoffenheim, Karlsruhe und Nürnberg. Da ist es elementar wichtig, dass nicht nur inhaltlich, sondern auch infrastrukturell alles passt, denn das kann im Zweifelsfall auch darüber entscheiden, ob der Spieler zu uns kommt oder nicht. Andere haben in diesem Bereich einfach schon vor Jahren vorgelegt. Wir mussten dringend etwas tun. Doch wir sind der VfB. Wir werden nicht einfach nur mitziehen, sondern Maßstäbe setzen.

Am Sonntag (13 Uhr, Ulm) kämpft das Team gegen die Spatzen zum ersten Mal in der neuen Saison um Punkte. Mit welcher Zielsetzung geht es in die Partie?

Tedesco: Natürlich wollen wir den Auftaktsieg. Wir kennen Ulm schon aus dem WFV-Verbandspokal-Finale, da haben wir 2:0 gewonnen, was allerdings ein hartes Stück Arbeit war. Ich erwarte sie ähnlich stark wie damals.

Gibt es ein konkretes Saisonziel?

Tedesco: Unser Anspruch ist es natürlich, ganz oben mitzuspielen. Und ich bin überzeugt davon, dass wir das auch schaffen werden.

 

 

 

 



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