
Vor zehn Jahren stand der VfB auch mit dem Rücken zur Wand. „Damals war die Situation mit wenigen Spielern ähnlich“, erinnert sich das Mitglied des Gesamtbetriebsrats eines Neu-Ulmer Busherstellers. Nach der Trennung des VfB von Trainer Mertkan Cevik vor zwei Wochen erhielt Testa den Anruf von Abteilungsleitungsmitglied Holger Pluskat. „Er ist ein ganz feiner Kerl, der viel für den Verein tut. Es war schnell klar, dass ich ihm helfe“, betont Testa, dem eine Erfolgsgeschichte wie während seiner ersten Traineramtszeit vorschwebt.
Nach Platz acht zum Auftakt hatte er den VfB Ulm mit Rang vier und zweimal Platz drei in die Spitzengruppe der B/Donau zurückgeführt. 18 Monate später gelang Nachfolger Günther de Munter der Sprung in die A/Donau. Apropos de Munter. Mit ihm zusammen war Testa im August in Lomé. Das Ulmer Duo war in die Hauptstadt des afrikanischen Staates gereist, hatte Bälle, Trikots und Werbegeschenke im Wert von 4000 Euro gebracht und dort ein Fußballturnier für Kinder veranstaltet.
„Es ist schwierig, wenn du das Elend in dem armen Land siehst“, sagt Testa, der gesundheitlich bedingt bei seiner letzten Trainerstation beim ESC Ulm im Dezember 2017 seinen Hut genommen hatte: „Es geht mir wieder gut. Ich will helfen, dass der VfB jetzt nicht komplett abstürzt.“ Zumal die Perspektiven mit den zahlreichen Talenten in den Junioren-Mannschaften des Klubs durchaus vielversprechend sind. „Mit der tollen Nachwuchsarbeit muss doch hier etwas gehen, um mittelfristig auch vernünftigen Fußball im oberen Drittel der Liga zu spielen“, so Testa.
Nach anfänglich nur elf Akteuren im Training, kann er mittlerweile auf 17 Spieler zurückgreifen. „Die Mannschaft ist nicht so schlecht, wie es der Tabellenplatz aussagt. Wir hoffen, dass wir in der neuen Saison auch wieder eine Reservemannschaft melden können“, verkündet Testa vor der Partie morgen (15 Uhr) beim Drittletzten VfL Bühl: „Dort sollte der erste Saisonsieg rausspringen.“