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Dienstag 28.02.17 11:00 Uhr|Autor: Romina Burgheim318

Unfairer Quervergleich?

Über die Unvergleichbarkeit von Frauen- und Männerfußball
Das Bedürfnis, sich zu vergleichen und die eigene Leistung in Abgrenzung zu seinen Mitmenschen einzuordnen, erscheint mir als eine natürliche und dem Menschen eigene - vielleicht auch durch Sozialisationsprozesss unvermeidbare Grundhaltung.
Die Resultate eines solchen Konkurrenzdenken münden bei den Beteiligten zu verschiedenen Gefühlen: Stolz, Trauer, Neid, Scham oder auch Wut - je nachdem zu wessen Gunsten der Vergleich ausgefallen ist.
Dabei ist aber der Aspekt der Vergleichbarkeit nicht zu vernachlässigen,  das heisst auf welcher Grundlage derselbe vollzogen wird.


Denn ein beliebter Vergleich, der in meinen Augen einem solchen nicht standhalten kann bzw. das daraus gezogene Urteil und damit verbundene Ableitungen auf andere brisante Randthemen ("Gehälter") ist der zwischen Männer-und Frauenfussball, der fälschlicherweise unter dem Deckmantel der Gleichberechtigung allzugern vollzogen wird.
Bezeichnend allein schon hier, dass für die Damen, die dem runden Leder in ihrer Freizeit hinterherjagen,  ein eigener Begriff geschaffen wurde: FRAUENFussball... Als ob es eine ganz neue Sportart sei.
Als ich im Rahmen  des Deutschunterrichts das Konzept der bewegten Pause vorstellte uns fragte, welche Sportart fehle entwickelte sich folgender unterhaltsamer Dialog:
Schüler 1: Fussball!
Ich: Warum?
Schüler 1: Na damit die Jungs das spielen können!
Ich: Nur Jungs?.
Schüler 2: Na gut- Sie dürfen ins Tor oder auf die Ersatzbank!
Ich: (überrascht und belustigt, dass ihm mein langjähriges Amateurprofidasein entgangen ist): "Ach danke wie gnädig ...( zur Klasse gewandt) Weiß er nicht, wen er da vor sich hat?
Luca: Wir spielen gegeneinander.. Wenn sie gewinnen, Pizza auf mein Nacken!
Ich freu mich schon jetzt auf das Duell und sein erstauntes Gesicht.

Ein anderes Beispiel, welches das gleiche Problem deutlicher konturiert.
Der Schülersprecher stellte mich mal in einer Mittagspause vor eine hypothetische Frage:
"Wenn wir gegeneinander spielen würden - was glauben Sie? Wer ist besser? Sie oder ich?
Ich: (diplomatisch, abwartend) Das kann ich so schwer beantworten!
SP: Wieso? Weil ich ein Mann bin und Sie eine Frau?
Ich verneinte und erklärte ihm meinen Grund für meine Zurückhaltung.

In beiden Dialogen zeigt sich ein sehr verbreitetes Denken:
Frauen spielen schlechter Fussball als Männer (was wahrscheinlich 1:1 auf andere Bereiche übertragen werden kann - ganz gemäß der gesellschaftlich lange akzeptierten Devise, das weibliche Geschlecht als das "schwache Geschlecht zu sehen").
Ich wehre mich aber gegen solche Vergleiche bzw. ihre daraus entspringenden Werturteile, weil er schlichtweg hinkt.  
Nicht ohne Grund ist in den DFB-Statuten geregelt, dass Mädchen ab der B-Jugend in Mädchenteams spielen müssen- weil ab der einsetzenden Pubertät tendenziell die Schere in der körperlichen Entwicklung zu gross wird (Ausnahmen ausgeschlossen). Das sollte in meinen Augen nicht verpflichtend festgelegt werden, sondern allem Beteiligten selbst überlassen sein. Etwas Wahres ist aber an dieser Regelung dran:
Die Körperkonstitution betreffenden Voraussetzungen sind einfach ganz andere, die dazu führen, dass junge Männer tendenziell einfach schneller und kräftiger sind. Das heißt aber nicht, dass sie besser sind, sondern dass lediglich im direkten Vergleich meist das Frauenteam taktisch anders ihr Spiel ausrichten muss. Zum Beispiel kann es gegen ein Männer- oder Jugendteam keine Steilpässe spielen- womit sie in ihrer eigenen Liga berühmt-berüchtigt sind, weil sie regelmässig "de natura" abgelaufen werden würden.
Es kommt nicht selten vor, dass Trainer von Damenmannschaften ganz bewusst in der Vorbereitung Spiele gegen A/B-oder sogar C-Jugend ansetzen, um bewusst einzelne Aspekte einzuüben. Sehr zum Leidwesen der Spielerinnen, für die es meistens einem Kampf David gegen Goliath gleich. Bei einem solchen unfairen Vergleich ist es, um massive Demotivation zu vermeiden und andererseits Hochnäsigkeit und chauvinistisches Denken keinen Vorschub zu gewähren, beide Mannschaften sensibel und umsichtig einzustimmen. Dann erst können auch Resultate wie eine 7-3 Niederlage aus "weiblicher Sicht" mit einem gewissen Stolz erfahren werden, auch wenn es sich währenddessen bestimmt nicht gut anfühlt.
Zum regelmässigen Schmunzeln  bringt mich auch meistens die als Kompliment verstandene Aussage "Für eine Frau spielst du sehr gut", die zugleich sich eher wie ein Schlag ins Gesicht anfühlt.
Letztlich kristallisiert sich darin aber eher eine sprachliche (!?) Unbeholfenheit eine Erfahrung fernab von gesellschaftlichen Erwartungen adäquat und nicht diskriminierend zu verbalisieren.
Viel leichter, wertfreier und schöner wäre es doch als Zeichen der Anerkennung zu sagen, welche Spielfähigkeit ( Dribbeln, Köpfen, Passen) die Person besonders gut kann.

Denn auf solche Qualitäten und deren Zusammenspiel kommt es am Ends beim Fussball an!

Bildquelle:

http://www.waz-online.de/Sport/Sport-in-Wolfsburg/VfL-Frauen-0-0-gegen-Kreisliga-Maenner

weitere lesenswerte Links zum Thema:

https://www.welt.de/sport/article155716116/Australiens-Fussballfrauen-verlieren-gegen-U-15-Jungs.html

 
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