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Lange Sperre für Schiri-Schläger

KLC Dieburg: Sportgericht verhängt nach Prügel-Attacke hohes Strafmaß / Täter für drei Jahre gesperrt

von Oliver Strerath · 21.11.2019, 13:58 Uhr · 0 Leser
– Foto: Thomas Rinke
Es gab die Höchststrafe für die brutale Attacke. Der Spieler, der in der C-Liga-Partie der FSV Münster Ende Oktober gegen den TV Semd den 22 Jahre alten Schiedsrichter bewusstlos geschlagen hat, ist vom Sportgericht des Fußball-Kreises Dieburg für drei Jahre gesperrt worden. Das erklärte Helmut Biegi (KSG Georgenhausen), Vorsitzender des Sportgerichts.

Bislang ist das Urteil nur mündlich verkündet. Die schriftliche Ausführung muss den Prozessbeteiligten binnen der nächsten zehn Tagen zugehen. Die FSV, die ihre Mannschaft nach dem Vorfall aus der Runde zurückgezogen hat, erhielt eine Geldstrafe von 500 Euro sowie ein Spielverbot von sechs Monaten - ebenfalls das Höchstmaß. Bei der Sitzung waren sowohl der Täter als auch der Unparteiische anwesend. "Ich habe allerdings keinen Kontakt zwischen beiden währenddessen gesehen. Vereinsvertreter haben aber mit dem Schiedsrichter gesprochen", sagte Biegi.

Die Sitzung war "sehr kurz - eineinhalb Stunden". Verständlich, die Sachlage war eindeutig. Videos (Biegi: "Die sagen alles aus") zeugten von dem Fall, der bundesweit für Aufsehen sorgte und eine Debatte um Gewalt gegen Schiedsrichter in Gang brachte. Bei der Sitzung des Sportgerichts in Spachbrücken entschuldigte sich der Täter. "Er habe einen Fehler gemacht, würde die Tat gerne rückgängig machen, könne die Zeit aber nicht zurückdrehen", sagte Biegi zu den Einlassungen des Fußballers. Inwiefern dies glaubhaft war, reagierte der Sportgerichtsvorsitzende allerdings zurückhaltend: "Er hat Reue gezeigt. Ich habe aber gewisse Zweifel", sagte Biegi zum Eindruck, den er von dem Täter erhalten hat. Dieser äußerte sich nicht weiter, da noch ein strafrechtliches Verfahren anhängig ist - er sei aber ohne Rechtsbeistand erschienen.

Der Schiedsrichter, der für den GSV Breitenbrunn pfeift, habe nach Biegis Eindruck "das Geschehen wohl gut verkraftet und verarbeitet." So habe der junge Mann während der Sitzung gefasst gewirkt. Die Tat könne er sich aber bis heute nicht erklären, sagte Biegi zu der Stellungnahme des Unparteiischen.Die Strafe für den Spieler gilt übrigens nur für Hessen. In Bayern zum Beispiel könnte er eingesetzt werden. "Zu diesem Thema wird es am Wochenende vom Präsidium des hessischen Verbandes aber eine Sitzung geben", sagte Biegi weiter. Ziel sei es, dass Strafen dieser Art in Zukunft verbandsübergreifend gelten.