TuS Wiesoppenheim von sich selbst überrascht
Samstag 27.01.18 10:00 Uhr|Autor: Marc Möller-Boldt849
Der Aufstieg ist für den TuS in dieser Saison greifbar - auch wenn er nicht als offizielles Ziel ausgegeben wird. Bild: steevy84 - fotolia

TuS Wiesoppenheim von sich selbst überrascht

FUPA-WINTERCHECK Trainer Andreas Kuntz: "Hinrunde verlief erstaunlich positiv" +++ Mannschaft steht an der Spitze der B-Klasse Worms +++ Wiesoppenheim baut auf starke Jugend
Wiesoppenheim. Der TuS Wiesoppenheim rangiert mit einem Punkt Abstand zum VfL Eppelsheim, der zwei Spiele weniger absolviert hat, auf dem ersten Platz der Wormser B-Klasse. Trainer Andreas Kuntz, dessen Engagement angesichts der guten Ergebnisse auch in der kommenden Saison fortgesetzt wird, ist begeistert von der Leistung des Teams. Als Coach weiß er aber auch das Verbesserungspotenzial des TuS einzuschätzen. Ideale Voraussetzungen für einen Aufstieg? In Wiesoppenheim denkt man eher von Spiel zu Spiel.


"Unsere Hinrunde verlief erstaunlich positiv", gibt sich Kuntz überrascht. Ein Blick in die Vereinschronik verrät, dass der aktuelle Tabellenplatz durchaus bemerkenswert ist. Die beste Saison der letzten Jahre wurde 2015 auf Rang sechs beendet - der TuS war eine graue Maus der Liga. Das ist seit dieser Saison Geschichte. "Wir hatten uns schon erhofft, dass wir die Topteams ärgern können. Aber dass wir mittendrin sind, damit konnte wirklich niemand rechnen", fasst Kuntz die bisherige Spielzeit zusammen. Pfiffligheim, Abenheim, Osthofen, Rheindürkheim und Monsheim - all diese Mannschaften landeten im Mai 2017 vor dem TuS. Bis auf Pfiffligheim, gegen die die Wiesoppenheimer ein Unentschieden auf fremdem Platz erspielten, konnten die genannten Teams geschlagen werden.

Moral und Jugendarbeit als Schlüssel zum Erfolg

Als besonders positiv bewertet der Trainer die Moral der Mannschaft. "Auch nach einem Rückstand hat sich die Mannschaft immer wieder zurück gekämpft." Sowohl gegen den FSV Osthofen als auch gegen die SG Eisbachtal konnte der TuS 1:2-Rückstände noch in 4:2-Endstände umdrehen. "Ebenfalls positiv verlief die Integration der A-Jugend-Spieler zu den Aktiven", merkt Kuntz zudem an. Die U19 des TuS spielt in der Landesliga Rheinhessen, man kann also auf eine starke Mannschaft zurückgreifen. Aus der Spielerstatistik der Herrenmannschaft geht hervor, dass in dieser Saison bereits 33 Spieler eingesetzt wurden. Das ist insbesondere auf den Einbezug junger Spieler zurückzuführen, der dem Cheftrainer sehr wichtig ist. Gleich zehn Spieler im Alter von 19 Jahren oder jünger konnten sich in der B-Klassen-Hinserie beweisen. Von diesen zehn Spielern sind sieben für die A-Jugend spielberechtigt (Jahrgänge 1999 und 2000). Hervorzuheben sind unter den besonders jungen Spielen vor allem der Mittelfeldspieler Ohl Cascante (1998, elf Einsätze, zwei Tore, eine Vorlage), der Torhüter Vardaxis (1999, sechs Einsätze, eine Vorlage) sowie der Verteidiger Schittko (1998, fünf Einsätze). Auch die weiteren jungen Spieler sollen noch in dieser Saison mehr Einsatzzeit bekommen. Ziel ist es, in der kommenden Spielzeit 2018/2019 "mit vielen jungen und willigen Spielern aus den eigenen Reihen für Furore zu sorgen." Die A-Jugendlichen sorgen bereits jetzt für Aufsehen, beispielsweise in dem angesprochenen Spiel gegen die SG Eisbachtal, wo vier A-Jugendliche eingesetzt wurden. Dort steuerte der 18-jährige Kevin Eibel zwei Treffer zum Sieg bei.

Offensive des TuS stellt die Gegner vor Probleme

Neben der guten Moral und der vorausschauenden Jugendarbeit war vor allem die starke Offensive für die erfolgreiche Hinserie verantwortlich. In 14 Spielen schoss Wiesoppenheim 47 Tore - nur Pfiffligheim kam auf mehr Treffer (48 in 13 Spielen). Für den Angriff des TuS spricht auch, dass man nicht von einer zentralen Stürmerfigur abhängig ist. Bereits 13 Spieler haben für Wiesoppenheim getroffen. Mit Wieland (neun Treffer), Hasch (acht), Hermann (sechs) und Stroh (ebenfalls sechs) stehen vier zuverlässige Schützen zur Verfügung. Der Angriff des TuS ist also besonders variabel.

Kuntz will die Balance im Spiel verbessern

Trotz alledem verfällt Andreas Kuntz keineswegs in Selbstzufriedenheit. Die offensive Ausrichtung der Mannschaft hat, wie so oft, auch für die Wiesoppenheimer ihren Preis. "Unsere Rückwärtsbewegung ist noch ausbaufähig", meint der Trainer mit Blick auf den Schnitt von ca. zwei Gegentoren pro Spiel. Mit 29 Gegentreffern hat der TuS mehr Tore kassiert als alle anderen Vereine der ersten sechs Ränge. Daraus resultiert auch eine schlechtere Tordifferenz im Vergleich mit den direkten Konkurrenten aus Eppelsheim und Pfiffligheim. Für den TuS wird es also in der Rückrunde im Hinblick auf einen möglichen Aufstieg spannend, ob man die Arbeit gegen den Ball verbessern kann und ob dies vor allem ohne Einbußen in der Offensive gelingen wird. Dafür werden alle Spieler an einem Strang ziehen müssen. Womöglich muss zur Erfüllung dieses Ziels die Trainingsbeteiligung erhöht werden. Diese "könnte besser sein", gibt Kuntz zu.

Träumen erlaubt

"Weiterhin oben mitspielen und so viele Spiele wie möglich gewinnen", äußert sich der 48-Jährige diplomatisch zu den kommenden Zielen, fügt dann aber doch hinzu: "Wer weiß, vielleicht reicht es ja für mehr." Träumen ist erlaubt in Wiesoppenheim, sowohl in dieser Saison als auch in den noch folgenden, wenn die jungen und willigen Spieler für noch mehr Furore sorgen werden.


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