Coronakrise: Fokus auf den Saisonabbruch ist falsch
Samstag 23.05.20 15:00 Uhr|Autor: Benjamin Kraus / Neue Osnabrücker Zeitung4.086
Alltagsleben in Coronazeiten: Ein leerer Fußballplatz. Foto: imago images /Wedel

Coronakrise: Fokus auf den Saisonabbruch ist falsch

Kommentar zum NFV-Plan mit Quotientenregel plus Aufstockung der Ligen in der neuen Saison
Osnabrück. Warum braucht der Niedersächsische Fußballverband so lange, um zu entscheiden, wie mit der in der Corona-Pandemie unterbrochenen Saison verfahren werden soll? Diese Frage nervt viele Amateurfußballer mit Blick auf andere Landesverbände, die schneller entschieden haben. Aber nur, weil diese Frage nervt, muss eine Entscheidung darüber nicht schneller kommen - außerdem ist sie nicht wichtig im Vergleich zu anderen Fragen, findet NOZ-Sportredakteur Benjamin Kraus.


Wir brauchen endlich Planungssicherheit! Sagen jene, für die es nicht schnell genug gehen kann mit dem Saisonabbruch im Amateurfußball. Ein Drängen, das zuletzt im Vorwurf gipfelte, der Verband spiele auf Zeit, achte nur darauf, nicht verklagt zu werden.

Angesichts der Debatte um viele Lösungsszenarien ist die Unterstellung unhaltbar. Abseits davon kann man entgegnen: Zum Glück sichert sich der Verband ab – profitieren am Ende doch alle organisierten Fußballer, wenn der NFV handlungsfähig bleibt. Das ist wichtig mit Blick auf herausfordernde Monate, die vor uns liegen.

Auch die werden im Zeichen der Corona-Pandemie stehen. Sie werden allen Akteuren Improvisationskunst und Flexibilität abverlangen – und nicht von Planungssicherheit geprägt sein. Übrigens vor allem dann nicht, wenn man nun auf Druck vieler kurzfristig denkender Klubvertreter eine Abbruch-Lösung beschließt, die für die neue Saison die Staffeln teils massiv vergrößert. In Zeiten, in denen keiner weiß, ob ab September wirklich gespielt werden kann, bevor im Herbst mit dem Start der Erkältungs- und Virensaison Fußball als Kontaktsport mehr denn je fraglich ist.

Klar – die Gefahr bestünde auch beim Fortsetzungs-Versuch der aktuellen Spielzeit. Das zeigt: Der Fokus auf die Abbruchfrage ist falsch. Das Augenmerk der Vereine darf nicht auf dem Einzug in irgendwelche Spielklassen liegen. Sondern darauf, in der Krise möglichst gut zu überleben. Es geht darum, Sponsoren und Gönner zu halten, genau wie Mitglieder im Wettbewerb mit von der Krise kaum betroffenen Einzelsportarten und Freizeitangeboten. Es geht darum, unter Abstandswahrung attraktives Training gerade für die Jugend anzubieten. Und um die Werbung für Unterstützung von gesellschaftlichen Akteuren und der Politik.

Auch das ist Aufgabe eines handlungsfähigen Verbandes – eine viel wichtigere als die zeitraubende Neueinteilung von Corona-Ligen.


Tabelle
1. VfV Hildesh. 2140 53
2. SV Atlas Del 2329 51
3. VfL Oldenb. (Ab) 2225 47
4. Egestorf-L. (Ab) 2228 46
5. Spelle-Ve. 2433 45
6. Heeslingen 2313 37
7. Eint. Celle (Auf) 212 29
8. Kick. Emden (Auf) 19-3 24
9. Bersenbrück 20-6 25
10. MTV Gifhorn 20-1 24
11. SV Arminia H 21-7 23
12. LM Wolfsburg (Ab) 22-6 23
13. FT Braunschw (Auf) 24-14 25
14. TB Uphusen 21-9 21
15. Hagen/Uthl. 22-34 22
16. Northeim 23-29 19
17. MTV Wolfenbü 20-28 16
18. HSC Tündern (Auf) 24-33 17
Wertung gemäß Quotientenregel: Erreichte Punkte dividiert durch absolvierte Spiele
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