Wichtiger als der Klassenerhalt
Donnerstag 15.10.20 15:30 Uhr|Autor: General-Anzeiger Bonn/Wolfgang Ley1.144
Das brisante Derby beim 1. FC Niederkassel steht für Torwart Niklas Wolfgang Ständer und den FC Hertha Rheidt (blaue Trikots) am Sonntag auf dem Plan. Foto: Horst Müller

Wichtiger als der Klassenerhalt

Bezirksliga: Brisantes Derby zwischen Niederkassel und Rheidt. Wahlscheider Spieler auf Abwegen
Gregor Eibl und seine Mannen lassen sich von der Corona-Pandemie den Spaß nicht verderben. Am vergangenen Wochenende feierte der Trainer des Fußball-Bezirksligisten FC Hertha Rheidt mit seinen Schützlingen den 3:2-Sieg gegen den SC Uckerath auf ganz besondere Weise: bei einem virtuellen Kirmesrundgang.


Virtuell insofern, als die traditionelle Rheidter Kirmes wegen der Pandemie natürlich nicht stattfand. Das Freibier allerdings, das es für den Übungsleiter und sein Team nach dem dreifachen Punktgewinn gab, war real. „Wir sind ein bisschen durch die Kneipen im Ort gezogen. Das hatte ich den Jungs versprochen“, sagt Eibl, der nunmehr den Blick nach vorn richtet.

Auf ein Spiel, das kein normales Spiel ist. Auf ein Spiel, das auch nicht irgendein Derby ist. Auf ein Spiel, das die Rheidter zum Erzfeind 1. FC Niederkassel führt, bei dem Eibl in der Vergangenheit auch schon als Coach tätig war (Sonntag, 15.30 Uhr). Worum es in diesem Match geht, macht FCN-Übungsleiter Sven Rasch klar, der „seit jeher Probleme mit der Hertha“ hat. „Dieses Duell zu gewinnen, ist fast wichtiger als der Klassenerhalt“, tut er kund. „Einen Sieg würde ich in einer Rheidter Gaststätte feiern – mit einer Maske mit dem Logo des 1. FC Niederkassel.“

Eibl kontert trocken: „Wenn er feiern will, muss er sowieso nach Rheidt kommen, denn in Niederkassel gibt’s gar keine Kneipe mehr. Aber Rheidt bleibt unser Hoheitsgebiet; wir werden alles dafür tun, dass am Sonntagabend kein Niederkasseler bei uns auftaucht.“

Ein ganz spezielles Duell fällt freilich am Sonntag aus: das Vater-Sohn-Duell zwischen Gregor Eibl und seinem Sprössling Felix, der eigentlich das Trikot des FCN trägt. Doch Felix ist langzeitverletzt und kann nur zuschauen. Ansonsten fehlt bei den Gastgebern der gesperrte Christian Hupas. Aufseiten der Hertha sind Alexander Kober und Marc Wiewiora wieder dabei.

Dass seine Kicker auf die Tabelle schauen, will Dietmar Rombach, der Übungsleiter des SC Uckerath, derzeit unbedingt vermeiden. Denn mit dem Wahlscheider SV empfangen die Blau-Weißen am Sonntag (15.15 Uhr) zwar den aktuellen Elftplatzierten, aber auch die Mannschaft, die in der Vorsaison nur um Haaresbreite am Landesliga-Aufstieg vorbeischrammte. „Wahlscheid ist ein schlafender Riese. Wir wollen nicht diejenigen sein, die ihn wecken“, erklärt Rombach. „Deshalb tun wir gut daran, nur auf den Gegner und nicht auf die aktuelle Rangliste zu blicken.“ Während Johannes Grünig ausfällt und ein Einsatz für Edon Klinaku noch zu früh kommt, stößt Adrian Hotel wieder zum Aufgebot.

Gästetrainer Gerd Klink sieht seine Spieler momentan auf Abwegen. „Unsere Misere liegt nicht daran, dass wir zu wenig laufen und deshalb nach einer Führung einbrechen, sondern dass wir alle in unterschiedliche Richtungen laufen“, meint er und fügt mit Blick auf Rombachs Äußerung hinzu: „Wir schlafen mittlerweile schon seit einem Jahr. Unsere letzten guten Spiele haben wir im November oder Dezember 2019 hingelegt.“ Weh tut den Gelb-Schwarzen, dass mit Max Feldner und Tobias Günther zwei Schlüsselspieler ausfallen. Auch Juri Landgraf ist derzeit nicht hundertprozentig fit.

Von einem Top-Spiel, wie Michael Theuer, der Coach des FSV Neunkirchen-Seelscheid, die Partie des Spitzenreiters gegen den Tabellenvierten VfR Hangelar (Sonntag, 15.30 Uhr, Breitscheid) bezeichnet, will VfR-Trainer Frank Schmitz nichts wissen. „Wenn wir so auftreten wie zuletzt beim 0:1 im Bröltal, ist die Begegnung nach 20 Minuten zugunsten des FSV entschieden, und wir können einen Kaffee trinken gehen.“ Daher deutet Schmitz Wechsel in der Anfangsformation an. Marcel Boonen und David Kübler fehlen allerdings. Für Fisnik Dukaj ist das Match ein besonderes: Er kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück.

FSV-Übungsleiter Theuer freut sich auf das Derby, „weil Hangelar mit Sicherheit nicht nur hinten drinsteht, sondern im Gegensatz zu unseren jüngsten Gegnern mitspielen wird“. Rico Heinen kehrt in den Kader zurück, Jan Heinrik Heinen fehlt nach einem Bänderriss ebenso wie die langzeitverletzten Ayko Schneeweis und Alexander Krey.

Beim SV Leuscheid steht Stürmer Max Engelberth im Heimspiel gegen den SV Niederbachem (Sonntag, 15.15 Uhr) wieder zur Verfügung. Verzichten muss das Team von der Oberen Sieg indes weiter auf die langzeitverletzten Marius Ehrenstein, Daniel Marenbach und Ashot Ghazaryan sowie auf Jonas Loggen.

Ebenfalls mehrere wichtige Leute fehlen dem TuS Buisdorf im Gastspiel beim Schlusslicht TuRa Oberdrees (Sonntag, 15 Uhr), denn Stefan Kinzel, Lukas Rundel und Moritz Müller stehen für längere Zeit nicht zur Verfügung. „Wichtig ist, den Gegner nicht zu unterschätzen“, warnt Trainer Mehmet Gündüz.

„Es ist toll, die Jungs endlich wieder lachen zu sehen“, freut sich Frederik Grabhorn, der neue Trainer des Bröltaler SC, nach seinem Premierensieg gegen Hangelar. „Ich hoffe, der Erfolg stärkt das Selbstbewusstsein.“ Das wird auch nötig sein, denn am Sonntag geht’s zum Top-Team des SSV Bornheim (Anstoß: 15.30 Uhr). „Wir erwarten einen sehr starken Gegner, aber wir werden alles in die Waagschale werfen, was wir haben“, verspricht Grabhorn.

Trotz des jüngsten 2:1-Sieges gegen Leuscheid war Ingo Bohlscheid, der Coach des SV Bergheim, nicht mit der Leistung seiner Elf einverstanden. „Drei Punkte nachlegen, aber besser spielen“ lautet daher die Devise im Gastspiel bei RW Merl (Sonntag, 15.15 Uhr).


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