„Ich kann nicht meckern“
Donnerstag 06.10.16 12:30 Uhr|Autor: Wolfgang Döbber/Fotos: Jürgen Krüger und Maximilia768

„Ich kann nicht meckern“

Hinter dem Fußballtor: Der Mindener B-Ligist TuS Bad Oeynhausen liegt sehr gut im Rennen, genauso wie der Herforder A-Ligist SV Löhne-Obernbeck. Beide belegen derzeit den 2. Platz

Zufrieden: Michael Prosser, Trainer des Mindener B-Ligisten TuS Bad Oeynhausen.

Die sportlichen Rahmendaten stimmen, aber das war auch  mit diesem sehr gut besetzten Kader nicht anders zu erwarten. Der TuS Bad Oeynhausen steht in der Südstaffel der Fußball-Kreisliga B mit sechs  Siegen und nur einem Remis mit 19 Punkten auf dem 2. Platz, die von  Achim Weber betreute Elf Victoria Dehme (20 Punkte) hat schon als  Spitzenreiter eine Partie mehr ausgetragen. 35:7 Tore sprechen zudem für  die erstklassige Offensive der Südstädter.
KREIS MINDEN
Kein Wunder, denn wer einen  Johann Janzen in seinen B-Liga-Reihen weiß, der kann mit diesem Pfund  schon wuchern. Zehn Tore schoss der Pädagoge bisher, acht davon in  den letzten drei Spielen. TuSBO-Trainer Michael Prosser kennt die  Gründe: „Johann war am Saisonbeginn noch im Examensstress, konnte  weniger trainieren. Jetzt sind die Prüfungen vorbei, und er trainiert  regelmäßig..“. Die jüngsten acht Treffer – drei in Oberbecksen (66.,  71., 79.), drei gegen Porta Westfalica (13., 60., 66.) und jüngst zwei  in Bölhorst-Häverstädt II beim 5:2 – zeigen auch: Wenn Janzen ins Rollen  kommt, fallen die Tore dicht im Minutentakt. Ein echter Knipser. Das  weiß auch Prosser, der ihn noch aus „Wölfe“-Zeiten in Wulferdingsen  kennt: „Johann, kurz: Hans, ist für uns unersetzlich. Er spielt wie in  einer anderen Liga. Allein seine Präsenz ist wichtig, auch wenn er mal  nicht trifft. Die Jungspunde richten sich an ihm auf, er schafft Räume  für die anderen durch sein Wirken, indem er Gegenspieler bindet.“ Neben  Janzen (Platz 1 der B-Liga-Süd-Torjägerliste) hat der TuSBO aber auch in  Rouven Missing einen Torjäger, er kommt auf satte neun Tore, macht Platz  2 (damit haben die „Zwei“ 19 der 35 Saisontore geschossen, locker über  50 Prozent). Kevin Drinkuth und Enrico Salvati kommen immerhin auf je  vier Tore.  Prosser betonte aber, dass er das Gesamtkonstrukt des Teams, die  Geschlossenheit des kompletten Kader („Teamwork“), für das Wichtigste  hält: „Es ziehen alle bisher super mit, wir haben im Schnitt 16 bis 18  Spieler beim Training. Ich kann nicht meckern und bin absolut zufrieden.  Wir spielen jetzt das, was ich mir vorstelle, schon ganz gut..“ Auch mit  dem Konkurrenzkampf der beiden Torhüter (Niko Engelke/Rene Daubitz) ist  der 1.FC-Köln-Fan-Prosser sehr einverstanden: „Sie kämpfen hart  untereinander, da ist Feuer drin.“ Wenn man bedenkt, dass der TuSBO auch  auf verletzte Spieler wie Sebastian Schulze, Nico Budde (Kreuzbandriss)  oder Ex-Wolf Matthias Finke (vor Saisonbeginn verletzt, jetzt aber  wieder im Kader) verzichten musste und ein Dennis Hambruch berufsbedingt  noch kein Spiel absolviert hat, ist der Erfolg umso höher zu bewerten.  Und das einzige Remis? „Beim 2:2 führten wir zur Pause 2:0 statt 6:0  oder 7:0...“, seufzte Prosser einmal kurz. Doch da nun auch mal  Blau-Weiß Holtrup (nach 29 Spielen ohne Niederlage) dran war und 1:4  beim TuS Lohe verlor, scheint rund um Prosser und dem TuSBO wieder die  Herbst-Sonne. Da auch sein Herz-Klub 1. FC Köln bisher ungeschlagen eine  starke Saison spielt, gilt für Prosser: Er könnte im Moment wohl Bäume  ausreißen. Es geht aber auch so: Nach dem Gespräch mit dem Autor musste  der gute Herr Prosser erst Mal den Filius unter der Dusche wegholen,  zusammen mit Gattin Angelika. Auch hier gilt: Teamwork ist alles.


Meistens einen Schritt schneller: Der SV Löhne-Obernbeck (blau-weiß), hier im Spiel gegen Herringhausen/Eickum.
KREIS HERFORD
Gute Zeiten, schöne Zeiten: Die neue Fußball-Soap des SV  Löhne-Obernbeck kennt bisher nur positive Töne, keinen Missklang oder  gar „schlechte Zeiten“. Der Herforder A-Ligist SVLO kann nach acht  Spieltagen mit dem 2. Tabellenplatz und 18 Punkten (sechs Siege, zwei  Niederlagen) ein mehr als zufriedenes Fazit ziehen. Als Aufsteiger erst  recht. Letzten Sonntag gab es ein 3:1 gegen die FA Herringhausen-Eickum,  der vierte Heimsieg in Serie – die beste Reifeprüfung für das Derby in  einer Woche beim VfL Mennighüffen. Gelobt von allen Seiten wurde der  Treffer von Nikolas Neddermann zum 1:0, da „raunten selbst einige  Zuschauer erstaunt und erfreut am Rande: Wann haben wir das zuletzt mal  hier gesehen, so ein schönes Tor“, jubelte ein mehr als zufriedener  Trainer Markus Drawert nach der bisher schnellsten und sehenswertesten  SVLO-Kombination. Der Sieg gegen die Gäste, deren Torjäger Pascal Lebek  nicht zum Zuge kam, war auch ein Sieg der Geduld: „Wir haben gute 15  Minuten gebraucht, um in die Partie zu finden, die Gäste waren bei einer  Aktion sehr gefährlich, dann aber zeigten wir nach dem Tor und der  Führung die reifere Anlage, so dass der Erfolg auch in der Höhe verdient  war. Am Ende ist Herringhausen noch einmal mächtig aufgekommen und hatte  zwei gute Chancen, aber wir lassen es auch nicht zu, dass man uns den  Sieg klaut. Wir wissen um unsere Stärken. Vor zwei Jahren wäre so eine  Partie womöglich noch Unentschieden ausgegangen..“, schaute Drawert auf  die Partie zurück.  Nun seien seine Jungs auch reifer und abgezockter, was auch die Tore 2  und 3 bewiesen. Beim 2:0 wurde Niko Rethemeier bei einem Konter sehr  trefflich in Szene gesetzt und schoss nach einem Solo das 2:0 (47).  Zuvor hielt Armin Born nach der Pause mit einer Großtat die Führung  fest. Das 3:0 resultierte aus einem konsequenten Nachsetzen von Slaiman  Zuri nach einem fast schon verloren geglaubten Ball, Zuris Rückpass auf  Eugen Holm nutzt dieser zu einer butterweichen Flanke auf den Kopf von  Danny Hillmer, der mit seinem siebten Saisontor das vorentscheidende 3:0  erzielte. Den Elfmeter, der zum 1:3-Anschlusstreffer führte, verursachte  der kurz zuvor eingewechselte Jeger Tippel, an den drei Punkten war aber  nicht mehr zu rütteln. Drawert sieht das Gesamtkonzept des SVLO  weiterhin auf einem sehr guten Weg: „Wir haben viel dazugelernt, ich  habe sehr viele neue lernfähige Spieler und merke: Die Jungs haben noch  viel vor – da bin ich als Trainer einfach nur dankbar.“ Die kommende  Dankbarkeits-Aufgabe des SVLO hat es in sich: Am kommenden Sonntag beim  VfL Mennighüffen.



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