KFC kehrt an den Löschenhofweg zurück
Mittwoch 29.07.20 12:00 Uhr|Autor: RP / Thomas Schulze6.190
Foto: Heiko van der Velden

KFC kehrt an den Löschenhofweg zurück

Der Deal ist noch nicht fix, aber die einzige Lösung des Problems eines fehlenden Trainingsgeländes. Von der Vereinbarung würden nicht nur der Drittligist profitieren, sondern auch der SC Bayer 05 und die Stadt.
Es war einmal ein Fußballverein, dem wurden alle Wünsche von den Lippen abgelesen: Bayer Uerdingen. Der Verein trainierte am Löschenhofweg und feierte großartige Erfolge in der Grotenburg. „Wir hatten ideale Bedingungen“, sagt Friedhelm Funkel, der sich gerne daran erinnert. Es war die Zeit, in der Uerdingen international spielte, in der Bundesliga eine feste Größe und 1985 Pokalsieger war.


Es folgte die Entzweiung. Bayer wollte sich im Fußball ganz auf Leverkusen konzentrieren und zog sich aus Uerdingen zurück. Die Fußballer traten ab 1995 als KFC Uerdingen an und wurden ohne Bayers großzügige Unterstützung bis in die sechste Liga durchgereicht. Mehr noch, es gab Knatsch, weil der Verein die Miete für die Trainingsplätze am Löschenhofweg nicht bezahlte. Soviel zur Historie.

Heute steht der KFC ohne Stadion und ohne Trainingsgelände da. Er spielt dank der Investitionen von Präsident Mikhail Ponomarev wieder in der national beachteten dritten Liga. Die Heimspiel trägt der Verein in der 54.000 Zuschauer fassenden Düsseldorfer Merkur Spiel-Arena aus, in der die 3.000 Besucher, die im Schnitt kommen, nicht einmal die 1,6 Millionen Euro Mietkosten einbringen.

Trainert hat der KFC in der vergangenen Saison an neun verschiedenen Orten: Grotenburg, dem Rheinstadiongelände Düsseldorf, den Anlagen in Vorst, St. Tönis, Oppum, Meerbusch, am Löschenhofweg, der Soccer-Halle Torfabrik und im Mönchengladbacher Borussia-Park – ein trauriger Rekord im deutschen Profifußball. Für die Spieler ist das nicht nur unschön, heimatlos zu sein, sondern eine Sonderbelastung, die sie sich in Vertragsverhandlungen extra honorieren lassen.

„Wir müssen uns verbessern“, fordert Trainer Stefan Krämer und wählt dabei vorsichtige Worte. „Es ist nicht ganz so einfach, ein Trainingsgelände aus dem Boden zu stampfen.“ Jetzt bahnt sich zumindest eine halbwegs akzeptable Lösung an, die im Interesse aller Beteiligten ist: Der KFC Uerdingen nutzt das Trainingsgelände des SC Bayer 05 Uerdingen am Löschenhofweg. Damit wäre dem KFC zumindest vorläufig geholfen. „Ich weiß nicht, ob das schon fix ist“, sagt Krämer. „Aber das wäre schon eine Verbesserung, die aber auch dringend notwendig ist.“

Und die auch im Interesse des SC Bayer 05  liegt, denn so würde das Gelände intensiver genutzt und die Kasse aufgrund der Mieteinnahmen klimpern.

Und die Lösung liegt nicht zuletzt im Interesse der Stadt, die seinem Aushängeschild in Deutschlands populärster Sportart kein adäquates Trainingsgelände bieten kann und stattdessen den von der Jugend genutzten  Kunstrasen vor der Grotenburg opfert, um den Zoo zu erweitern.


Tabelle
1. FC Viersen 2148 53
2. SC Teutonia 2237 49
3. Mennrath 2127 44
4. VfL Jüchen (Ab) 2211 43
5. Rheydter SV 212 31
6. TSV Bayer 2211 32
7. DJK Dilkrath 220 32
8. SF Neuwerk (Auf) 22-4 31
9. SSV Grefrath 224 28
10. Brüggen 221 25
11. SV Vorst (Auf) 22-20 24
12. SV Lürrip 22-20 23
13. Uedesheim 22-24 23
14. SG Roki-Gil (Auf) 21-17 21
15. TDFV Viersen 22-19 20
16. VfL Willich (Auf) 21-4 19
17. Odenkirchen (Ab) 21-33 18
18. SG Kaarst zg. 00 0
Wertung gemäß Quotientenregel: Erreichte Punkte dividiert durch absolvierte Spiele
Rückzug: SG Kaarst
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