FuPa-Medizincheck: Der eingewachsene Zehennagel
Freitag 30.08.19 16:50 Uhr|Autor: Dr. Simeon Geronikolakis3.418
Der FuPa-Medizincheck mit Dr. Simeon Geronikolakis. Foto: Marco Nägele

FuPa-Medizincheck: Der eingewachsene Zehennagel

FuPa-Serie / Regelmäßige Tipps und Infos rund um Verletzungen im Sport
Im FuPa-Medizincheck erklärt Dr. Simeon Geronikolakis dieses Mal wie ein eingewachsener Zehennagel entsteht und diagnostiziert werden kann. Übrigens: Wer eine Frage an ihn hat, kann jene ganz einfach via E-Mail stellen


Was ist gemeint, wenn man von einem eingewachsenen Zehennagel spricht?
Bei einem eingewachsenen Zehennagel, der medizinische Fachausdruck hierfür ist „Unguis incarnatus“, drückt sich der seitliche Nagelrand tief in die Nagelfalz ein, was zu schmerzhaften Beschwerden und auch zu Entzündungszeichen mit Ausbildung von überschüssigem Granulationsgewebe führen kann. Betroffen ist meistens die Großzehe.

Warum kommt es dazu?
Die Entstehung eines Unguis incarnatus wird hauptsächlich durch zu enges Schuhwerk, mangelnder Hygiene und falscher Nagelpflege verursacht. Wird der Zehennagel am Rand zu kurz und oval geschnitten, kann er leichter in das umliegende Nagelbett einwachsen, was durch dauerhaften Druck durch zu enge Schuhe zusätzlich begünstigt wird. Außerdem erhöht starkes Schwitzen an den Füßen zusätzlich das Risiko, da dadurch die Haut aufgeweicht wird.

Weitere Ursachen sind u.a. immer wiederkehrende kleinere Verletzungen, chronische Pilzinfektionen, ein zu breites Nagelbett oder ein stark verformter Nagel.

Welche Symptome treten auf?
Das Leitsymptom sind lokale Schmerzen und eine Druckempfindlichkeit, die so ausgeprägt sein kann, dass schon das Aufliegen der Bettdecke oder das Tragen von Strümpfen sehr schmerzhaft wird. In der Folge kann die gereizte Haut bluten und sich auch entzünden, was sich neben den Schmerzen noch mit Rötung, Schwellung und Überwärmung äußert und woraufhin sich überschüssiges Granulationsgewebe, sogenanntes „wildes Fleisch“, bilden kann, das den Zehennagel noch weiter in die Tiefe drückt.

Wie wird der eingewachsene Zehennagel behandelt?
Von großer Bedeutung ist primär ein frühzeitiger Therapiebeginn, wodurch ein chirurgischer Eingriff meistens vermieden werden kann. Im Frühstadium kann allein schon ein sogenanntes Nagelfalztape zu Entlastung und einer schnellen Schmerzlinderung führen. Des Weiteren können Nagelklammern bzw. Nagelkorrekturspangen, Fußbäder, Salben und Lösungen zum Einsatz kommen.

Haben die konservativen Therapiemaßnahmen keinen langfristigen Erfolg und schreitet die Entzündung, vielleicht sogar bis zu einer Superinfektion, fort, ist eine operative Versorgung unvermeidbar. Das Standardverfahren ist dabei die sogenannte Emmert-Plastik. Reicht es nicht nur die in das Gewebe eingewachsene Nagelecke auszuschneiden, wird der betroffene Nagelkeil und der seitliche Nagelwall entfernt (Nagelkeilexzision).

Wie kann man dem Einwachsen des Zehennagels vorbeugen?
In der Prophylaxe sind eine ausreichende Hygiene sowie eine korrekte und gute Nagelpflege wichtig, wobei der Nagel am Rand nicht zu kurz und nicht oval geschnitten werden sollte. Zudem sollte man darauf achten weite und bequeme, nicht zu kleine Schuhe zu tragen, um Reibung und Druck zu vermeiden. Auch die Socken sollten nicht zu eng und am besten atmungsaktiv sein, um Pilzinfektionen vorzubeugen. Bei starker Schweißneigung sollte versucht werden die Füße so trocken wie möglich zu halten.


Informationen zu Dr. Simeon Geronikolakis

Der in Ludwigsburg praktizierende Sportmediziner und Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie ist insbesondere in Fußballerkreisen sehr bekannt. Als Sportarzt kümmert er sich schon seit vielen Jahren um die Betreuung von Spitzensportlern und Vereinen aus unterschiedlichen Sportarten, vor allem von mehreren Fußballmannschaften sowie einzelnen Amateur- und Profifußballern. Im Rahmen seiner Tätigkeit als DFB-Arzt betreut er seit Anfang 2013 zusätzlich die Junioren-Fußball-Nationalmannschaften und ist Teamarzt der deutschen U20-Nationalmannschaft.

In den letzten Jahren wirkte Dr. Geronikolakis unter anderem auch als Mannschaftsarzt beim VfB Stuttgart, betreuender Arzt der Kaderathleten des Olympiastützpunktes Stuttgart, Verbandsarzt des württembergischen Fußballverbandes (WFV), Referent in der Fußball-Lizenztrainerausbildung, Team-Arzt der deutschen Fußball-Amateur-Nationalmannschaft (mit dreimaliger EM-Quali- und zweimaliger EM-Endrunden-Teilnahme), Nationalmannschaftsarzt der deutschen Mannschaft der rhythmischen Sportgymnastik und leitender Arzt des entsprechenden Nationalmannschaftszentrums.

Ferner übernahm er auch schon die medizinische Betreuung von mehreren nationalen und internationalen Sportereignissen (u.a. Handball-WM 2007, Turn-WM 2007, Turn-Weltcups jährlich 2007-2014, Turn-Bundesliga 2008, Turn-Deutschland-Cup 2008, 6-Tage-Rennen 2008, Judo-WM 2009, Wasserball-Junioren-EM 2010, Bahnrad-WM 2011, U19-Damen-Fußball-EM-Eliterunde 2013, Weltcup der rhythmischen Sportgymnastik 2014, Weltmeisterschaft der rhythmischen Sportgymnastik 2015, UEFA Regions' Cups 2010-2015).

Nähere Infos über Dr. Geronikolakis unter www.dr-geronikolakis.de oder www.fussballarzt.de Eine Terminvereinbarung ist für unsere FuPa-Leser unter mail@dr-geronikolakis.de möglich. Leser können ihre Fragen via medizincheck-stuttgart@fupa.net an ihn richten.





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