
München - Nach dem Rückzug von Investor und Präsident Hasan Kivran scheint bei Türkgücü München nichts mehr zu sein wie noch vor einige Wochen.
Eigentlich konnte man rein sportlich mit der Lage des Vereins zufrieden sein. Platz 8 nach 16 Spielen, und das als Aufsteiger - eine durchaus respektable Leistung. Dann der Schock. Nach dem letzten Spiel des Jahres in Meppen sickerte durch, dass der Hauptanteilseigner sich überraschend zum Jahresende aus dem Verein zurückzieht. Was blieb, war neben dem Warum, vor allem die Frage danach, ob Türkgücü München ohne das Geld des Investors überhaupt liquide genug sein würde, um die Rückrunde beenden zu können.
Max Kothny gab dazu im BR24-Interview Entwarnung. „Natürlich ist die Situation eine Herausforderung“, so der Geschäftsführer, „aber man könne den Spielbetrieb definitiv bis Saisonende fortführen." Erleichternde Worte, auch für die Mannschaft. Diese kümmere die unklare Situation zwar nicht, so der 24-Jährige und weiter: "Ich habe der Mannschaft beim Trainingsauftakt mit auf den Weg gegeben: „Ihr kümmert euch ums Sportliche, ich und mein Team kümmern uns darum, dass es hier bestmöglich weitergeht.“
Trotzdem steht neben der Zukunft des Vereins auch die Zukunft der Spieler auf der Kippe. Am Beispiel des Abgangs von Tom Boere zeigt sich recht eindrucksvoll, wie schnell in der aktuellen Lage ein Transfer zustande kommt, wenn der Verein dadurch Gehalt einsparen kann. Weitere Transfers sind auch aufgrund des großen Kaders nicht ausgeschlossen.
Ob die letzten Wochen so spurlos an der Mannschaft von Trainer Alexander Schmidt vorbeigegangen sind, wie sich Geschäftsführer Kothny verspricht, wird sich bereits am Montag zeigen. Beim Re-Start nach der kurzen Winterpause geht es zu Hause gegen Tabellenführer Dynamo Dresden.
(Thomas Oesterer)