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Dienstag 14.11.17 12:05 Uhr|Autor: Harald Hettich - Münchner Merkur Süd444
Vor dem Anpfiff stimmen sich die Schäftlarner in der Kabine mit lauter Musik auf das Spiel ein. FOTOS: HARALD HERTTICH

TSV Schäftlarn: Die Zeichen stehen auf Wiederaufstieg

Frischer Wind in der Fußballabteilung
Nach dem Abstieg in die A-Klasse weht beim TSV Schäftlarn ein frischer Wind – Langfristiges Ziel ist die Kreisliga

Schäftlarn – Der harte, rockige Sound, der vor der Partie gegen die Sportfreunde Breitbrunn aus der Kabine der ersten Mannschaft des TSV Schäftlarn drang, hat die Spieler des neuen Tabellenführers der Zugspitz-A-Klasse (Gruppe 2) dann doch noch entscheidend wachgerüttelt. Während draußen garstig kaltes und nasses Novemberwetter herrschte, stimmten sich die Jungs des Kreisklassen-Absteigers und aktuellen Wiederaufstiegsaspiranten drinnen mit heißen Rhythmen ein. Mit 32 Punkten aus 14 Spielen geht Schäftlarn als frisch gebackener Tabellenführer in die Winterpause. Einzig der Gautinger SC als Zweiter (31 Punkte, eine Partie weniger) kann noch folgen.

Bei den Verantwortlichen des Traditionsvereins freilich haben sie gelernt, vorsichtig zu sein. Denn die Negativerfahrung der vergangenen Spielzeit, als man als Aufsteiger in der Vorrunde der Kreisklasse lange im ersten Tabellendrittel kickte und schließlich doch noch auf einen Abstiegsplatz absackte, haben sie beim TSV nicht vergessen. Abteilungsleiter Alfred Ebbers muss beim Gedanken an die jüngere Vergangenheit immer noch kräftig durchatmen. „Kopfprobleme, atmosphärische Störungen, zwischenmenschliche Probleme und Grüppchenbildung“ habe es unter dem zunächst so erfolgreich agierenden Aufstiegstrainer Florian Stenzel gegeben. Nach der einvernehmlichen Trennung übernahm mit dem 31 Jahre alten Martin Grelics ein junger Trainer die Mannschaft. „Wir sind sehr zufrieden mit Martins Arbeit“, lobt der Abteilungschef. „Wir haben die personelle Neuaufstellung gleich auch genutzt, um die Konstellation im Trainerteam zu verändern“.

Beim TSV Schäftlarn nehmen drei Mannschaften am Spielbetrieb teil. Eine Besonderheit. Sowohl die erste als auch die zweite Mannschaft spielen in der A-Klasse. „Im Training trennen wir aber nicht“, erklärt Ebbers.. 30 bis 40 Spieler tummeln sich während der Übungseinheiten auf dem schmucken Sportgelände. Martin Grelics ist der Chef des Ganzen. Assistent bei der ersten Mannschaft ist der frühere Reservetrainer Rudi Schröferl. „Das ist ideal“, findet Ebbers. Der ausgewiesene Fachmann Grelics zusammen mit dem Vereinsurgestein Schröferl. Das harmoniere „prächtig“. Die Zweite hört auf das Kommando des Trainer-Duos Ludwig Wolf und Martin Magerl und schlägt sich ordentlich und zehn Punkte fern der Abstiegsplätze in A-Klassen-Gruppe 5 Zugspitze.

Die Zeichen am Wangener Weg, wo ein herrliches Sportgelände mit tollen Plätzen in Vereinseigentum durchaus mehr als A-Klassenfußball vertragen würde, stehen auf Wiederaufstieg. „Dafür müssen wir aber im Frühjahr unsere Hausaufgaben machen“, betont Ebbers. Um die Zukunft ist den Schäftlarnern ohnehin nicht bange. Zwar plant der TSV nicht, an alter Bezirksliga-Zeiten anzuknüpfen. „Aber Kreisliga ist auf Sicht schon drin“, glaubt Ebbers auch mit optimistischem Blick auf den Nachwuchs.

Über 250 Kinder und Jugendliche innerhalb der knapp 500 Mitglieder starken Fußballabteilung sorgen für Nachwuchs auf allen Jahrgangsebenen. „Unsere U-Mannschaften sind in jeder Altersgruppe am Start, in manchen Altersklassen sogar doppelt“, freut sich der Abteilungsleiter. Die Nachfrage sei ungebrochen groß. Dazu passe einfach das Gesamtpaket. Zu den Auswärts-Spielen fährt man gemeinsam im teameigenen Bus. Dazu gibt’s freie Trainingsessen und Ausrüstung. „Nur Geld gibt’s bei uns nicht“, versichert der Abteilungsleiter. Dafür aber jede Menge Wohlfühlatmosphäre mit eigenen Physiotherapeuten, einem Koordinator fürs Organisatorische und reichlich teambildenden Maßnahmen. Gut sei auch das Verhältnis zur Gemeinde und den weiteren Vereinen. Mit der Kommune habe man seit über einem Jahrzehnt eine feste vertragliche Übereinkunft über die Flächen am Wangener Weg. Denn auch die Gemeinde ist hier Eigentümer eines größeren Flächenanteils. „Wir sind und bleiben aber ein Breitensportverein für alle. Das steht über jedem sportlichen Anspruch“, betont Ebbers.

Der Kunstrasen wurde vor drei Jahren in Eigenleistung, durch Kreditaufnahme und durch eine Spende finanziert. Eine Soccer-Anlage gleich nebenan steht der Öffentlichkeit zur Verfügung. Ein schmuck renovierter Kabinentrakt im Keller strahlt in den Vereinsfarben rot-weiß und wurde auch von der Mannschaft mit gestaltet. „Die Kabinenfeiern hier sind legendär“, sagt der Abteilungsleiter schmunzelnd. Meistens nach wichtigen Siegen.

Gegen Breitbrunn gab es die heißen Beats aber auch schon vorab. Geschadet hat dies bekanntlich nicht. Der beste Sturm der A-Klasse mit bislang 53 Treffern hat wieder eifrig zugeschlagen. Der Laden beim TSV brummt wieder. Ein Traditionsverein orientiert sich nach schwerer Phase wieder nach oben.

 
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