»Durchwursteln«, »Wettbewerbsverzerrung«: Zwei Teams, viele Probleme
Montag 12.10.20 13:29 Uhr|Autor: Mathias Willmerdinger 4.692
Markus Rainer (li.) und Reinhard Schreder standen sich am Sonntagnachmittag im Spitzenspiel der Kreisliga Straubing gegenüber. Die Partie zwischen Kirchroth und Regen endete torlos. Foto: Hillenbrand, Franke

»Durchwursteln«, »Wettbewerbsverzerrung«: Zwei Teams, viele Probleme

Der Nachdreh zum absoluten Spitzenspiel der Kreisliga Straubing zwischen dem SC Kirchroth und dem TSV Regen
Es war das mit Spannung erwartete Spitzenspiel nach dem Re-Start in der Kreisliga Straubing: Gipfeltreffen, Erster gegen Zweiter - der SC Kirchroth gegen den TSV Regen. Die Gäste aus dem Bayerwald hätten mit einem Auswärtssieg bis auf zwei Zähler zum Tabellenführer aufschließen können. Die Vorzeichen standen günstig: Personell funkte der KSC nämlich SOS! Doch auch der TSV war nicht im Vollbesitz seiner Kräfte.


"Wir müssen derzeit verletzungsbedingt fast auf eine komplette Mannschaft verzichten", stöhnt Spielertrainer Markus Rainer. Goalgetter Dominik Waas, Kapitän Tobias Artmann, Fabian Bründl, oder Sebastian Laumer - allesamt außen vor. Selbst für die Kirchrother, die für Kreisliga-Verhältnisse zweifelsohne überdurchschnittlich besetzt sind, ein immenser Qualitätsverlust, der nicht aufzufangen ist. So mussten es eben andere richten. "Mit Uli Karl stand ein Spieler aus der zweiten Mannschaft in der Startelf. Im Laufe der Partie haben wir mit Andi Wallner und Thomas Friedl zwei Akteure eingewechselt, die eigentlich nur noch in der AH unterwegs sind", merkt Rainer an, der unter diesen Umständen aber vor allem mit der ersten Halbzeit seiner Notelf sehr zufrieden war: "Die ging klar an uns." Dann aber erwischte es im zweiten Abschnitt auch noch den Spielertrainer selbst: "Ich musste in der 70. Minute raus. Entweder ist es eine Zerrung, im schlechtesten Fall sogar ein Muskelfaserriss."

Als stabilisierendes Element fehlte er in den letzten 20 Minuten seinem Team - und das wirkte sich auf die Statik des Kirchrother Spiels aus. Die Hausherren wackelten nun, zehn Minuten vor dem Ende musste gar Simon Groß nach einer Notbremse runter. Doch die Null hielt, und so konnte der KSC zumindest den Sechs-Punkte-Vorsprung auf den Verfolger wahren. Drei Ligapartien stehen für Kirchroth in diesem Jahr noch aus, darunter die Top-Spiele gegen Niederalteich und Zwiesel. Der personelle Engpass treibt Rainer Sorgenfalte auf die Stirn: "Es sieht leider so aus, dass keiner der Verletzten in diesem Jahr noch zurückkehrt. Wir müssen uns jetzt bis zum Winter durchwursteln und dann wieder neu sortieren." 

Reinhard Schreder: »Ich freue mich, dass wir überhaupt unserem Hobby wieder nachgehen können.«

Muss sich also der TSV Regen über eine verpasste Chance ärgern? Nein, sagt Spielertrainer Reinhard Schreder: "Wir hatten es nicht verdient, dieses Spiel zu gewinnen. In der ersten Halbzeit hat klar Kirchroth dominiert." Sicher, nach der roten Karte und in Überzahl hätte es am Ende doch noch klappen können, aber dann wäre sein Team "als glücklicher Sieger" aus der Partie hervorgegangen.

Der spielende Coach der Bayerwäldler ist aber weit davon entfernt, seinen Jungs ein schlechtes Zeugnis auszustellen: "Zunächst einmal: Ein Punkt auswärts beim Tabellenführer ist so schlecht nun nicht. Und man muss auch klar festhalten: Auch wir sind angeschlagen ins Spiel gegangen. Einer unserer Besten, Stephan Klauser war drei Wochen verletzt und ist nicht im Rhythmus. Es ist jetzt nicht so, dass nur Kirchroth personelle Probleme hatte. Das wäre mir definitiv zu einseitig dargestellt."

In dieser so schwierigen Zeit sagt Schreder: "Ich freue mich, dass wir überhaupt unserem Hobby wieder nachgehen können." Der Wettkampf rückt für den 32-Jährigen in diesem verrückten Jahr in den Hintergrund: "Der sportliche Wert ist nicht mehr so da. Die einen spielen gar nicht, die anderen haben drei Spiele in fünf Tagen. Das ist für mich Wettbewerbsverzerrung." Sagt`s und richtet den Blick schon wieder auf den morgigen Dienstag: Ligapokal gegen Riedlhütte. 

 


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Tabelle
1. Kirchroth 1747 44
2. Regen 1724 38
3. Niederalteic 1621 34
4. Steinach 174 28
5. SC Zwiesel 175 27
6. DJK Straubin (Auf) 175 24
7. Neuhausen (Auf) 170 23
8. Prackenbach 17-4 23
9. Auerbach 17-4 22
10. Geiersthal 18-8 21
11. Viechtach (Auf) 17-6 16
12. Motzing 17-14 16
13. Niederwinkli (Auf) 17-34 11
14. Frauenau (Auf) 17-36 8
Wertung gemäß Direkter Vergleich
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