
Die Liste der Eskapaden des TSV Oldenburg II reicht weit zurück. Schon in der Kreisliga-Saison 2016/2017 gab es mehrere Spielausfälle, weil entweder nicht genug Spieler zusammen zu kriegen waren oder eine Grippewelle grassierte. Die Verantwortlichen des TSV sind aber auch in dieser Spielzeit äußerst kreativ darin, Spielabsagen zu vermeiden. So wurde zum Beispiel in dieser Saison ein Spiel mit Beteiligung des TSV II zur Pause abgebrochen, weil der mit nur neun Spielern angereiste TSV nach der Pause einfach nicht mehr weiter spielte. Der Klassiker ist Spieler aus der ersten Mannschaft einzusetzen, die nicht spielberechtigt waren. Alternativ dazu wird immer auf dem Klavier der doch so dünnen Personaldecke gespielt. Eine Partie konnte gar nicht erst angepfiffen werden, weil von den neun anwesenden Spielern nach einer Passkontrolle nur sechs spielberechtigt waren. Mal dauert eine Passkontrolle 45 Minuten, was dann dazu führt, dass die Zeitschaltuhr das Flutlicht noch vor Spielende ausschaltet. Highlight war natürlich die Partie beim TV Metjendorf, wo von den sieben angetretenen Spielern sich natürlich einer nach zehn Minuten verletzte. Auch hier war ein Spielabbruch die Folge.
Hintergrund ist der, dass bei einer 0:5-Wertung gegen den TSV das Spiel trotzdem als gespielt gewertet wird. Würde eine Mannschaft innerhalb einer Halbserie dreimal nicht antreten, würde sie vom Staffelleiter aus der Wertung genommen. Würde dies dem TSV II passieren müsste gleichzeitig die Landesligamannschaft absteigen, denn die Satzung sieht vor dass eine Mannschaft in der Landesliga einen entsprechenden Unterbau vorweisen muss. Es wäre äußerst wünschenswert, wenn die Verantwortlichen des TSV die offensichtlich vorhandene Kreativität in die Gewinnung neuer Spieler und Gründung neuer Mannschaften stecken würden, anstatt den sportlichen Wettbewerb komplett zu verzerren. Wenn eine Mannschaft gegen den mit Ü40-Spielern und Fußballrentnern gespickten TSV II mit 17:1 gewinnt und eine andere Mannschaft aufgrund eines Sportgerichturteils nur eine 5:0 Wertung erhält, kann von einem fairen sportlichen Wettbewerb nicht mehr die Rede sein, denn auch das Torverhältnis hat entscheidenden Charakter.
Dieses Verhalten des Vereins im Umgang mit der eigenen zweiten Mannschaft hat sogar Auswirkungen auf die erste Mannschaft und den Spielbetrieb in der Landesliga. So fehlten zum Beispiel am Freitag in Friesoythe mehrere vom NFV gesperrte Spieler, die Partie gegen Hansa ging 0:5 verloren. Westrhauderfehn, Bevern und den BV Essen werden sich nach ihren Niederlagen gegen die Oldenburger dafür bedanken, dass sie gegen den TSV zu einem Zeitpunkt spielen mussten, an dem kein Spieler gesperrt war. Gerade im Abstiegskampf der Landesliga, wo jeder Punkt wichtig ist, darf es solche wettbewerbsverzerrenden Ereignisse nicht geben.
Vielleicht sollte man beim TSV darüber nachdenken, nicht auf Gedeih und Verderb und aus Image-Gründen eine Oberliga- oder sogar regionalligataugliche Mannschaft zusammen zu kaufen, sondern auch den Unterbau entsprechend zu stärken, um den Fußballsport im Verein auf eine breite Basis zu stellen. Vielleicht aber sollte der TSV sich auch einmal überlegen, die handelnden Personen an der Spitze des Vereins nicht aufgrund der Größe des Portemonnaies auszuwählen, sondern seriös arbeitende Personen mit ein wenig Fußballsachverstand einzubinden. So wie der TSV sich zur Zeit präsentiert, ist es auf jeden Fall für alle anderen Mannschaften unsportlich und ein großes Ärgernis.