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Donnerstag 12.10.17 15:47 Uhr|Autor: Landsberger Tagblatt / Margit Messelhäuser3.991
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Nachdem sich der Torhüter von Neumarkt schwere Gesichtsverletzungen zugezogen hatte, bat Neumarkt, das mit 0:1 hinten lag und nur mehr zu zehnt auf dem Feld stand, um den Abbruch des Spiels. Jetzt hat das Sportgericht geurteilt: Die Partie wird wiederholt, beim Stand von 0:0 mit elf gegen elf. F.: Thorsten Jordan

Das Urteil fällt gegen Landsberg aus

Nach dem Abbruch der Bayernliga-Partie des TSV gegen Neumarkt hat das Sportgericht nun entschieden: Die Partie muss wiederholt werden
Der TSV Landsberg muss das Spiel gegen den ASV Neumarkt wiederholen. Die Partie der Bayernliga Süd war in der 33. Minute abgebrochen worden, nachdem sich ASV-Torhüter Maximilian Haid schwer verletzt hatte. Zu diesem Zeitpunkt waren die Landsberger bereits mit 1:0 in Führung und Neumarkt hatte nur mehr zehn Mann auf dem Feld. Der erste Torhüter Kevin Schmidt hatte nämlich nach einer Viertelstunde Rot gesehen, der zweite verletzte sich schwer und musste mit dem Helikopter in die Klinik geflogen werden. Daraufhin hatte Neumarkt darum gebeten, die Partie abzubrechen.

Nun gab das BFV-Sportgericht das Urteil bekannt: Das Spiel wird wiederholt. Und zwar mit elf gegen elf und beim Stand von 0:0, wie Andreas Jörg vom TSV Landsberg mitteilt. Stattfinden wird das Spiel am Mittwoch, 18. Oktober. Der TSV Landsberg kann zwar noch Einspruch einlegen, die Chancen, dass sich das Urteil noch ändern könnte, sind aber gering.

Das bestätigt auch Heinz Ferber, Vorsitzender des Sportgerichts Bayern. Mehrmals habe das Gremium getagt, sagt er gegenüber dem Landsberger Tagblatt, da die Entscheidung nicht leicht gefallen sei. „Von der sportlichen Seite her müsste das Spiel zu Ungunsten von Neumarkt gewertet werden“, sagt Ferber.

Aber von der menschlichen Seite her könne nachvollzogen werden, dass Neumarkt um den Spielabbruch gebeten hat. Ferber und seine Kollegen sichteten für diesen speziellen Fall Urteile des Verbandsgerichts, der höchsten Instanz. Und dort gibt es Urteile, wonach es zulässig sei, ein Spiel abzubrechen, wenn entsprechend schwere Verletzungen, die auch sichtbar seien, vorlägen. Beides sei in Landsberg bei dem Neumarkter Keeper der Fall gewesen.

Wie berichtet, hat dieser einen doppelten Kieferbruch sowie einen Jochbeinbruch erlitten, wurde lange Zeit auf dem Platz behandelt und schließlich mit dem Helikopter nach Murnau gebracht. Anfangs befürchtete Verletzungen der Wirbelsäule bestätigten sich nicht. Ferber hat auch in der Klinik nachgefragt, um sich ein Bild machen zu können. „Der Heilungsprozess wird mit mindestens einem Vierteljahr angegeben, wobei er in einem Dreivierteljahr noch mal operiert werden muss“, so Ferber. Die Schwere der Verletzung sei also gegeben, zudem seien die Gesichtsverletzungen sichtbar gewesen. Auch dass Neumarkt nur um einen Abbruch gebeten hat, aber nicht erklärte, unter keinen Umständen weiterzuspielen, spreche für eine Neuansetzung. „Natürlich hat es für Neumarkt schlecht ausgesehen, mit einem Mann weniger, 0:1 zurück und ohne Torhüter“, sagt Ferber – aber die Mannschaft habe eben nur um den Abbruch gebeten, das mache den Unterschied aus.

Eine Partie zum Zeitpunkt des Abbruchs fortzusetzen sei im DFB nicht vorgesehen, so Ferber. „In der spanischen ersten Liga wurden mal drei Minuten nachgeholt“, erzählt er – in Deutschland nicht möglich. Außerdem gibt er zu bedenken, dass es schwierig sei, genau dieselben Bedingungen zu schaffen, dass genau die Spieler auf dem Platz stünden, die damals spielten. „Aus sportlicher Sicht müsste man für Landsberg entscheiden, aber es gibt eben auch die menschliche“, so Ferber – und in diesem speziellen Fall Urteile, die richtungsweisenden Charakter haben.

Immerhin: Philipp Siegwart dürfen die Landsberger einsetzen, denn auch das abgebrochene Spiel zählt, sodass seine Sperre beendet ist. Gleiches gilt auch für den Torhüter von Neumarkt, der für seine Notbremse Rot gesehen hat und ein Spiel gesperrt worden war. Dass die Landsberger mit diesem Urteil nicht glücklich sind, versteht sich von selbst. „Ich kann die Entscheidung nicht nachvollziehen. Wir haben genug Argumente gegen eine Wiederholung gebracht“, sagt Andreas Jörg.

Jetzt hilft es nichts: Die Partie wird aller Wahrscheinlichkeit nach stattfinden – außer der TSV legt Berufung ein. Gespannt darf man sein, ob die Landsberger bis dahin auch ihren neuen Trainer präsentieren können.

 
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