
Denn aktuell würde das Recht, an den Relegationsspielen zur Regionalliga teilnehmen zu dürfen, an den TSV Kottern übergehen. Klar, alles noch sehr hypothetisch, es sind ja schließlich noch zwölf Spiele zu absolvieren und 36 Punkte zu vergeben. Aber in Kottern hat man sich in der Winterpause schon einmal Gedanken gemacht, was im Erfolgsfall passieren könnte. "Naiv werden wir die Sache sicher nicht angehen, deshalb haben wir intern das Thema natürlich diskutiert und sind zu der Entscheidung gekommen, dass wir das Abenteuer Regionalliga wagen würden. Wir haben die Unterlagen angefordert", lässt Kotterns Sportlicher Leiter Michael Feneberg wissen, tritt aber sogleich auf die Euphoriebremse: "Wir wissen auch, dass wir in der Vorrunde leistungstechnisch am Limit gespielt haben. Die jetzige Ausgangslage hat uns alle überrascht. Hinter uns stehen Mannschaften wie zum Beispiel der SSV Jahn II oder der TSV Rain, die ich im Normalfall stärker einschätze als uns." Nichtsdestotrotz wurde in Kottern der "Ernstfall" zur Sicherheit schon einmal durchdekliniert. "Am Stadion müssten ein paar Umbaumaßnahmen durchgeführt werden. Aber da hat uns die Stadt Kempten bereits ihre Unterstützung zugesagt", betont Feneberg.
Sportlich hingegen müsste der TSV nicht groß umbauen. Das Trainerteam um Chefcoach Esad Kahric hat für die kommende Spielzeit bereits verlängert, auch mit einem Großteil des Kaders wird weiter zusammengearbeitet. "Esad ist ein Glücksgriff für uns. Es hat sich als Volltreffer erwiesen, in einer sportlich nicht einfachen Situation, in der wir uns letzten Sommer befanden, auf einen erfahrenen Mann zu setzen. Auch Co-Trainer Matthias Günes und Torwarttrainer Timur Senol machen einen tollen Job", lobt Feneberg seine Übungsleiter in höchsten Tönen. Seit dem 21. Januar läuft die Vorbereitung auf die Frühjahrsrunde - wobei der Frühling im Allgäu gefühlt noch eine Ewigkeit entfernt ist. "Bei uns liegt rund ein halber Meter Schnee, auf normalem Rasen werden wir so schnell sicher noch nicht ran können." Nur gut, dass der TSV auf künstliches Geläuf ausweichen kann. "Großes Kompliment an dieser Stelle an die Stadt Kempten, die den Platz immer sehr zeitnah räumt und wir deshalb den Umständen entsprechend gut trainieren können", schickt Feneberg warme Grüße Richtung Rathaus. Das erste Testspiel gegen die Tiroler vom SV Reutte musste allerdings abgesagt werden und so markierte vergangenen Samstag der Probelauf gegen den Landesligisten SV Egg an der Günz den Auftakt ins Jahr 2019. Beim 2:1-Sieg war noch viel Luft nach oben. "Man hat den Spielern schon angemerkt, dass zwei Monate Pause waren. Das war noch sehr holprig", resümiert Feneberg. Sein Sohn Julian (25) muss die nächsten zwei, drei Wochen passen. Im Training hat es den Mittelfeldmann, der schon im Herbst verletzungsbedingt länger ausfiel, erwischt. Der befürchtete Syndesmosebandriss bestätigte sich zum Glück nicht, aber das Außenband im Sprunggelenk wurde in Mitleidenschaft gezogen. Zudem muss Mirhan Kaya (22) wegen einer leichten Knieblessur kürzertreten. Ansonsten sind alle Mann fit und brennen darauf, die gezeigten Leistungen der Vorrunde zu bestätigen. Wer weiß, wo das noch hinführt.