
Sarisakal tritt in Schwabing zwar in große Fußstapfen, doch kennt er die Liga mittlerweile und weiß, wie die jeweiligen Mannschaften zu knacken sind. In seiner ersten Bezirksliga-Saison schaffte er auf Anhieb fast den Aufstieg mit dem TSV Jetzendorf, scheiterte nur knapp gegen den TSV Neuried in der Aufstiegsrelegation.
Nachdem die diesjährige Hinrunde in Jetzendorf nicht optimal verlief, beschlossen Verein und Coach im Einvernehmen, nach der Saison getrennte Wege zu gehen. Wir haben den Ex-Profi, der unter anderem beim FC Augsburg und Galatasaray Istanbul unter Vertrag stand, nach den Saisonzielen und seinem zukünftigen Verein gefragt.
Herr Sarisakal, nach dem Erreichen der Relegation in Ihrer ersten Saison und dem angekündigten Abgang in der zweiten, endet Ihre Zeit in Jetzendorf. Was sind die Ziele für die restliche Saison?
Wie schon im Vorfeld gesagt, möchte ich in Jetzendorf den bestmöglichen Saisonabschluss. Es kommen wichtige Wochen auf uns zu mit entscheidenden Spielen. Wir werden sehen, dass wir genug Punkte zusammenbekommen, um die Klasse zu halten. Auch, damit mein Nachfolger Planungssicherheit hat.
Wie entstand der Kontakt zum FC Schwabing?
Sie haben mich ganz normal kontaktiert, darauf gab es auch gute Gespräche. Ich kenne die Liga und ich kenne die Mannschaft, da ich diese in vielen Spielen beobachten konnte. Es ist eine interessante, gute Mannschaft, die Steven Zepeda geformt hat.
Sie sprechen Ihren Vorgänger Zepeda schon an. Der war immerhin fünf Jahre lang Trainer in Schwabing und ist mit der Mannschaft in die Bezirksliga aufgestiegen. Wie werden Sie mit der neuen Situation umgehen? Und was ist das Ziel mit dem FCS?
Also erst einmal muss man sagen, dass Steven hervorragende Arbeit geleistet hat. Und im Fußball ist das für mich nichts neues, in Fußstapfen treten zu müssen. Ich bewerte das noch nicht großartig, die Ziele werden sich alle erst ab dem Sommer ergeben, wenn ich die Mannschaft kennelerne.
Welche Gewichtung hat das Spiel Mitte April gegen den FC Schwabing?
Das Spiel hat noch keinen emotionalen Wert. Mein Hauptaugenmerk liegt bei meiner Aufgabe in Jetzendorf. Beim FC Schwabing wird natürlich gemeinsam mit Martin Alberer (Teammanager FC Schwabing, Anm. d. Red.) auch geplant, aber das Spiel wird für mich nur ein guter Vergleich ohne emotionale Bedeutung.
Nun wechseln Sie zu einem direkter Konkurrenten in der Liga. Freuen Sie sich nächstes Jahr auf ein Wiedersehen? Und wie wahrscheinlich ist es, dass es ein Wiedersehen gibt?
Also, das Wiedersehen gibt es zu hundert Prozent! Denn wir werden mit Jetzendorf die Liga halten. Der FC Schwabing kann in der Tabelle weder hoch noch runter, also gehe ich von einem Wiedersehen aus. Das Gros der Jetzendorf-Mannschaft wird zusammenbleiben und somit wird das eine emotionale Angelegenheit gegen das ehemalige Team.
Sie sind ein sehr erfahrener Trainer und Spieler mit vielen Stationen. Gibt es besonders wertvolle Erfahrungen, die Ihnen bei neuen Teams helfen?
Es geht ja erst mal bei null los. Es gibt in jeder Mannschaft verschiedene Charaktere, darunter verschiedene Spielertypen und Vorzüge. Man muss als Trainer wissen, ob ein Spieler eher Zuckerbrot und Peitsche braucht oder ob man eine harte Gangart wählt. Ich bin momentan in meiner fünfzehnten Saison als Trainer oder Spielertrainer, da sammelt man einige Erfahrungen und ich denke, meine Menschenkenntnis hilft mir dabei. Bei mir gilt generell: jeder darf Fehler machen, nur sollte man sie nicht wiederholen. Aus solchen Fehlern lernen und Konsequenzen ziehen, das will ich den Spielern vermitteln.