Der TSV Hohenfels lebt Integration
Sonntag 03.09.17 17:37 Uhr|Autor: Von Markus Schmautz, MZ94

Der TSV Hohenfels lebt Integration

Somalischer Asylbewerber Abdullahi Khayre spielt seit Saisonbeginn für den Aufsteiger und hat auch schon ein Tor geschossen.

Viele Jahre lang war der TSV Hohenfels ein fester Bestandteil in der Kreisklasse 3. Nach dem Abstieg 2013 und drei vergeblichen Anläufen zum Wiederaufstieg wurde mit Karlheinz Schnabl ein neuer Trainer verpflichtet. „Die Situation war denkbar ungünstig, da wir erstmals keine 2. Mannschaft mehr stellen konnten. Trotzdem ist es Karlheinz gelungen, die Vizemeisterschaft zu erringen und den lange ersehnten Wiederaufstieg zu realisieren“, erläutert Abteilungsleiter Dennis Kotzbauer, der mit 31 Jahren selbst noch als Spieler aktiv ist.






Zweite Niederlage in Folge

Mit dem Saisonstart in der neuen Liga ist Kotzbauer zufrieden. Gegen Hörmannsdorf, Kallmünz und Willenhofen reichte es jeweils zu einem Punkt. Der bisher einzige Sieg gelang mit 4:1 daheim gegen Daßwang. Der erster Niederlage gegen Eichlberg (1:4) folgte gleich die zweite Pleite in Painten. Zwar führte der TSV durch Christopher Laßleben (56./Elfmeter) und Alexander Birgmeier (57.) mit 2:0, doch drehten Thomas Nierer (60./Elfmeter), Felix Nerb (68.) und abermals Nierer per Elfmeter (82.) die Partie noch. TSV-Keeper Fabian Reitner und das „Aluminium“ standen einem höheren Paintner Sieg im Weg. In der Schlussphase bekamen die Hohenfelser Daniel Kotzbauer (81.) und Thomas Stadlmeier (88.) noch jeweils „Gelb-rot“. Trotz der zweiten Niederlage in Folge ist der TSV weiter im Soll. „Hier halten alle zusammen und ziehen mit. Die Niederlagen werfen uns nicht aus der Bahn“, glaubt Trainer Schnabl, der andere Angebote ausgeschlagen hat, um seinen Weg mit dem TSV weiterzugehen. „Die Jungs wollen lernen, sind wissbegierig. Wir werden unserer Ziele erreichen“, erläutert der Coach, dem die Arbeit großen Spaß bereitet.

Als Ziel für diese Saison gab Abteilungsleiter Dennis Kotzbauer aus, man wolle in der Kreisklasse Fuß fassen, sich im gesicherten Mittelfeld etablieren. Freude herrscht in Hohenfels über die Tatsache, dass bereits nach einer Saison wieder eine 2. Mannschaft in den Spielbetrieb geschickt werden konnte – dank neun Neuzugängen.



Auch 2. Mannschaft mit Viererkette

„Die Zweite ist als Grundstock für die 1. Mannschaft unabdingbar“, weiß Kotzbauer. Auch in der Reserve wird aktuell mit einer Viererkette gespielt, um die jungen Spieler an das System der Ersten zu gewöhnen.

In Hohenfels legt man großen Wert auf den eigenen Nachwuchs. Mit anderen Stammvereinen gehört man der JFG Schwarze Laber an. „In den nächsten Jahren rücken sukzessive A-Jugendliche nach. Sie gilt es einzubauen“, berichtet Kotzbauer, der den TSV auch mittelfristig in der Kreisklasse etablieren möchte. Mit Trainer Schnabl ist man im Verein höchst zufrieden: „Karlheinz verfügt über viel Erfahrung, coachte in unserem Bereich schon mehrere Teams. Er leistet gute Arbeit!“

Seit Februar ist mit Abdullahi Khayre ein Asylbewerber dabei. „Abdullahi lernt immer besser Deutsch, hat sich super integriert und lernt ständig dazu“, so Schnabl, der im direkten Gespräch sein bestes Hochdeutsch auspackt und gerne ein bisschen langsamer und deutlicher spricht. Kurz vor dem Saisonstart erhielt der Somalier die Erlaubnis, zumindest für die drei Jahre in Deutschland zu bleiben. Man habe man sofort einen Spielerpass beantragt. Khayre kam in dieser Runde bereits auf vier Einsätze, wobei ihm ein Tor gelang. Inzwischen wohne er zwar in Parsberg, werde aber von Mitspielern gerne zum TSV-Gelände ins Training chauffiert.



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