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Sonntag 02.04.17 15:22 Uhr|Autor: Augsburger Allgemeine / Florian Eisele1.178
Hier ist Tim Wiese noch rechtzeitig am Ball vor Haunsheims Robin Hördegen (schwarzes Trikot). Wenig später klingelte es im Kasten. F.: Karl Aumiller

„Das ist das Highlight meiner Karriere“

Robin Hördegen traf für Haunsheim zwei Mal gegen Tim Wiese im Dillinger Kasten +++ Seine Tore hatte der 23-Jährige zuvor angekündigt

Robin Hördegen hatte vor dem Comeback von Tim Wiese für die SSV Dillingen den Mund ganz schön vollgenommen: In der Bild-Zeitung hatte der 23-jährige Stürmer des TSV Haunsheim gesagt: „Wiese wird die nächsten drei Wochen Albträume von mir haben.“ Tatsächlich machte der Knipser, der mit 13 Treffern jetzt bester Torschütze der Kreisliga Nord ist, seine Ankündigung wahr: Vor 2300 Zuschauern schoss Hördegen mit einem Doppelpack die Dillinger ab. Weil die kurz vor Schluss nur noch auf 1:2 rankamen, gewann Haunsheim dank der Tore des „Albtraumstürmer“ Hördegen.



Der 23-Jährige sagte am Tag nach dem Spiel: „Das war das Highlight meiner Fußball-Karriere. Gegen einen ehemaligen Nationaltorwart gleich zwei Mal zu treffen, ist schon der Wahnsinn.“ Dabei hätte er sich vor dem zweiten Tor beinahe auswechseln lassen müssen, sagt Hördegen: „Ich war so erkältet, dass ich nach einer Stunde mal für ein paar Minuten raus bin. Aber mein Trainer hat gesagt, ich soll weiterspielen und noch mal treffen. Also habe ich das gemacht.“

Hördegen klärt auf, wie es zu dem Spruch gegen Wiese kam: „Unser Trainer hat gefragt, ob einer von uns einen coolen Spruch gegen Wiese auf Lager hat. Und da ist mir das mit dem Albtraum im Kopf herumgeschwirrt.“ Die Reaktion von Wiese ließ während des Spiels nicht lange auf sich warten: Beim Stand von 0:0 schnappte sich er 120-Kilo-Mann den gelernten Elektriker und raunzte ihn an: „Da haste den Mund aber ordentlich vollgenommen.“ Hördegen nahm es gelassen: „Das kommt auch in der Kreisliga jedes Wochenende vor, dass man sich ein bisschen anmault. Ich habe meinen Worten einfach Taten folgen lassen.“

Dass er gleich doppelt treffen würde, konnte er sich eigentlich nicht vorstellen: „Ich wollte unbedingt eines machen, noch mehr als sonst am Wochenende.“ Der Respekt vor Wiese war aber enorm - nicht nur wegen dessen Vergangenheit mit fast 300 Bundesliga- und sechs Länderspielen: „Wenn dir ein Typ entgegenkommt mit fast zwei Metern und 120 Kilo Muskelmasse - da wird es einem schon anders.“

Zeit, sich mit Wiese beschäftigen zu können, hatte er aber genug: „In der ganzen Woche davor ging es bei uns nur um das Spiel. Wir haben gewartet, bis endlich die Spezialtrikots und die T-Shirts für die Afterparty da waren.“ Für Hördegen könnte der Sieg gegen Dillingen der Startschuss für eine erfolgreiche Rückrunde werden. „Wir wollen zwischen am Ende zwischen Platz 3 und 5 landen. Wir haben eine gute Truppe.“ Dabei kann der TSV Haunsheim gleich auf die dreifache Unterstützung der Familie Hördegen bauen: Neben Stürmer Robin sind auch noch seine beiden Brüder Dominic und Steffen mit dabei.

Sein Geld verdient der gelernte Elektroniker Robin Hördegen als Hausmeister. Seit der Jugend ist er für Haunsheim aktiv, hat noch nie bei einem anderen Verein gespielt.

Übrigens: Das Wiedersehen mit Wiese bei der Aftershow-Party im Augsburg K-Klub verlief ganz harmonisch. „Wir haben bis sechs Uhr in der früh gefeiert. Als ich heimgekommen bin, war es schon wieder hell.“ Seine Freundin ließ der Vollstrecker dabei zu Hause: „Das war ein Männer-Abend. Aber sie hat auch gesagt: Komm, das ist dein Abend, den musst du jetzt feiern.“

Den Sonntag wird Hördegen wohl damit verbringen, die vielen Glückwünsche zu beantworten, die auf seinem Handy eintrudeln. „Der Akku war am Samstagabend schon leer. Jetzt sehe ich erst, wer sich alles bei mir gemeldet hat.“


GALERIE SSV Dillingen - TSV Haunsheim

 
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