TSV Eintracht Karlsfeld: „Wir finden noch zu oft die Stolpersteine“
Samstag 21.11.20 16:23 Uhr|Autor: Dachauer Nachrichten / Moritz Stalter296
Das Trainer-Duo Jogi Jaschke (li.) und Sebastian Stangl darf von der Bayernliga träumen. Foto: Oliver Rabuser

TSV Eintracht Karlsfeld: „Wir finden noch zu oft die Stolpersteine“

Sechs Spieltage vor Saisonende Spitzenreiter
Der TSV Eintracht Karlsfeld steht auch nach dem zweiten Lockdown im Jahr 2021 noch an der Tabellenspitze. Sechs Spiele vor Saisonende darf der Klub von der Bayernliga träumen.


Karlsfeld Mitte Oktober schien die Ablösung an der Tabellenspitze der Fußball-Landesliga Südost unmittelbar bevorzustehen. Hallbergmoos hatte vorgelegt und war vorübergehend am TSV Eintracht Karlsfeld vorbeigezogen. Der Primus vom Sportpark an der Jahnstraße lag in seiner Partie in Unterföhring zur Halbzeitpause mit 0:2 zurück und steuerte auf die dritte Niederlage in Folge zu.

Doch dann wehrte sich die Eintracht, allen voran Martin Schön. Der Joker erzielte einen Hattrick. Karlsfeld schoss zwei weitere Tore, gewann mit 5:2 und blieb Tabellenführer.

TSV Eintracht Karlsfeld kann Comeback

Wie ein souveräner Meisterschaftskandidat trat die Karlsfelder Eintracht im zerrissenen Fußballjahr 2020 aber nicht auf. Dafür gab es nicht nur einen Grund, vielmehr war es ein Mix aus mehreren Faktoren.

Parallelen zum Spiel in Unterföhring gab es bei Karlsfelds erstem Pflichtspiel dieses Jahres: Mitte März hatte der TSV Eintracht in Passau ebenfalls mit 0:2 zur Pause zurückgelegen, dann aber noch ein 2:2-Unentschieden erreicht – nicht zuletzt, weil Winterzugang Pascal Sattelberger seine starke Schusstechnik erstmals präsentierte.

TSV Eintracht Karlsfeld: Andre Gasteiger über FC Pipinsried nach Südtirol gewechselt

„Der eine Punkt kann sehr wertvoll werden“, hatte Trainer Sebastian Stangl damals gesagt. Wenig später wurde die Saison aufgrund der Corona-Pandemie unterbrochen. Als die Liga im September fortgesetzt wurde, war Andre Gasteiger nicht mehr an Bord. Der Angreifer hatte sich mit zwölf Saisontoren für höhere Aufgaben empfohlen und war zum FC Pipinsried gewechselt. Dort hielt es ihn nicht lange, mittlerweile kickt er in Südtirol.

Nach dem Abgang des Toptorjägers mussten die Eintracht-Trainer ihre Offensive umbauen. Dazu kamen temporäre Ausfälle in der Defensive.

Trainer Sebastian Stangl: „Vorne hatten wir die volle Auswahl“

Ausgerechnet beim Re-Start: dem Spitzenspiel gegen den VfB Hallbergmoos fiel die Doppel-Sechs um Marko Juric und Fabian Schäffer aus. Und damit jene beiden Spieler, die das Spiel der Karlsfelder stabilisieren. Mit dem 1:1-Remis nach Schöns Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit konnten die Karlsfelder daher gut leben. „Es war über 90 Minuten ein sehr gutes Spiel von uns gegen einen starken Gegner“, so Stangl. Dem Coach war aber auch klar, dass seine Mannschaft „nicht immer nach einem Rückstand zurückkommen“ würde.

Vor den Spielen in Kastl und gegen Landshut wünschte sich Stangl eine Führung. „Gegen Teams, die eher hinten stehen, ist das doppelt wichtig“, sagte der Eintracht-Trainer. Da in der Defensive weiterhin Schlüsselspieler fehlten, musste er die Viererkette und die Mittelfeldzentrale umstellen. Dafür waren die Stürmer Schön und Michael Dietl, die Außen Burkibar Cisse und Kubilay Celik sowie die Zehnern Fitim Raqi und Sattelberger dabei.

„Vorne hatten wir die volle Auswahl, deshalb haben wir einen offensiveren Ansatz gewählt“, erinnert sich Stangl.

TSV Eintracht Karlsfeld findet „noch zu oft die Stolpersteine“

Der Plan wäre aufgegangen, hätte die Eintracht eine ihrer guten Chancen genutzt. Die Tore fielen aber auf der anderen Seite. 0:3 hieß es zur Pause, am Ende stand ein 1:3 in der Bilanz. Gegen Landshut ging die Eintracht erstmals im Jahr 2020 in Führung, das Selbstvertrauen und damit das Selbstverständnis hatte nach drei sieglosen Spielen aber spürbar gelitten. Nach zwei späten Gegentoren hieß es am Ende 1:2. „Die Spiele gegen Kastl und Landshut dürfen wir auf keinen Fall verlieren“, sagt Stangl.

„Wir finden noch zu oft die Stolpersteine“ so der Eintracht-Trainer weiter. Der VfB Hallbergmoos wich diesen Hindernissen aus. Karlsfelds erster Verfolger gewann Spiel um Spiel. Die Wachablösung an der Tabellenspitze schien eine Frage der Zeit zu sein. Am 10. Oktober war es beinahe soweit. Hallbergmoos hatte einen Tag zuvor gegen Passau 3:0 gewonnen und seine Bilanz im Jahr 2020 auf 13 Punkte aus fünf Spielen ausgebaut. 

TSV Eintracht Karlsfeld: Der 5:2-Sieg gegen FC Unterföhring „war der Turnaround“

Und Karlsfeld lag in Unterföhring zur Pause mit 0:2 zurück, schaffte aber durch eine beeindruckende Fünf-Tore-Halbzeit die Wende. „Das 5:2 war der Turnaround“, so Stangl. Eine Woche später gewannen die Karlsfelder das Derby gegen den ASV Dachau – nach erneut fünf Treffern in der zweiten Halbzeit – mit 5:1. Da die Saison danach aufgrund der Corona-Pandemie erneut unterbrochen wurde, gehen die Karlsfelder zum zweiten Mal innerhalb dieser Spielzeit als Spitzenreiter in eine Winterpause.

Wenn die Landesliga im März 2021 in den Endspurt startet, wird sich die Eintracht jedoch deutlich strecken müssen. Hallbergmoos holte in diesem Jahr doppelt so viele Punkte wie die Karlsfelder und kann mit einem Sieg im Nachholspiel auf drei Punkte davonziehen. Und dann wäre da noch der SV Erlbach. Der Tabellendritte hat zwar fünf Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze, aber drei Spiele weniger absolviert. Gegen jenen SVE startet der TSV Eintracht Karlsfeld aus der Winterpause.

(Moritz Stalter)


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Tabelle
1. Karlsfeld 2821 52
2. Hallbergmoos 2724 52
3. SV Erlbach 2520 47
4. Grünwald 285 45
5. Traunstein 27-6 44
6. SE Freising 2714 43
7. FC Passau 282 40
8. FC Töging 263 39
9. Unterföhring (Ab) 27-1 38
10. Kirchheim (Auf) 281 37
11. TSV Kastl 28-10 35
12. Hauzenberg 261 34
13. Holzkirchen (Ab) 256 32
14. SpV Landshut 26-8 32
15. SB Rosenheim 26-16 32
16. TSV Ampfing (Auf) 27-21 26
17. ASV Dachau 26-10 23
18. Waldkirchen 25-25 19
Wertung gemäß Direkter Vergleich
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