3:1 - Brunnthal dreht emotionales Kampfspiel gegen SCUG
Montag 12.10.20 15:20 Uhr|Autor: Josef Diller 492
Endlich wieder ein Heimsieg: Im dritten Anlauf konnten die Brunnthaler ihren Zuschauern einen hart erarbeiteten 3:1-Sieg gegen den SC Unterpfaffenhofen-Germering schenken. Foto: Monika Neulinger

3:1 - Brunnthal dreht emotionales Kampfspiel gegen SCUG

Trotz eines Halbzeitrückstandes und einiger fragwürdiger Schiedsrichterentscheidungen holt der Spitzenreiter der Bezirksliga Süd den ersten Heimsieg des Jahres.
Kalte Temperaturen, ein nasser und über die Dauer des Spiels immer mehr umgepflügter Rasen und ein unangenehmer Gegner: Sämtliche Rahmenbedingungen für eine vom Kampf geprägte Partie waren am Sonntagnachmittag gegeben. Als der TSV Brunnthal dann auch noch zurücklag und der Schiedsrichter mit mehreren fragwürdigen Entscheidungen gegen die Hausherren verwunderte, rechneten viele mit dem nächsten Ausrutscher des Tabellenführers. Die Mannschaft aber gab nie auf und kämpfte sich mit Moral und Kampfgeist zurück ins Spiel. Am Ende eines "geilen Spiels", wie es Trainer Raphael Schwanthaler bezeichnete, steht ein verdienter 3:1-Sieg für die Grün-Weißen gegen den SC Unterpfaffenhofen-Germering.


Die Hausherren nahmen sich vor 140 Zuschauern viel vor für diese letzte Ligapartie vor heimischem Publikum im Jahr 2020, da der Ertrag der beiden Heimauftritte gegen Wolfratshausen (1:3) und Raisting (0:0) überschaubaren Ausmaßes war. Vor allem offensiv wollten die Brunnthaler wieder mehr Kreativität an den Tag legen, sich mehr Chancen erarbeiten. Angesichts von nur zwei Toren aus den ersten vier Partien ein berechtigter Wunsch. Das Team suchte gegen den Tabellenzwölften von Anfang an den Weg nach vorne und kam zu ersten guten Möglichkeiten. Michael Demmel traf aus aussichtsreicher Position den Ball nicht richtig, kurz darauf drückte Jakob Klaß ihn am kurzen Pfosten vorbei. Wenig später scheiterte der auffällige Stürmer per starker Volleyabnahme mit seinem etwas schwächeren linken Fuß am glänzend parierenden SCUG-Keeper Bernd Schrock. "Da hätten wir uns schon belohnen können", meint Schwanthaler, der jedoch auf der Gegenseite auch einmal kräftig durchpusten musste: Ein Chipball über den Brunnthaler Abwehrverbund schickte einen Gästestürmer auf die Reise, der völlig frei auf Maximilian Geisbauer zulief, dessen Gehäuse mit einem Heber jedoch nur Zentimeter am linken Pfosten verfehlte. "Den hab´ ich schon drinnen gesehen", gibt der TSV-Coach zu.

Kurz vor der Pause gab es dann aber doch den Rückschlag aus Sicht der Gastgeber: Ludwig Böhme, nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Maximilian Kornbichler links in die Dreierkette gerückt, legte seinen Gegenspieler im Strafraum. Unterpfaffenhofens Abwehrrecke Samuel Planic behielt die Nerven und brachte die Gäste mit einem sicheren Strafstoß ins rechte untere Eck in Führung (45.+1). "Das war natürlich nicht nach unserem Geschmack", offenbarte Schwanthaler. "Wir haben bis dahin ein gutes Spiel gemacht und waren die aktivere Mannschaft." Da vorne das Glück fehlte und sich hinten das Pech dazugesellte, ging es mit dem Rückstand für sein Team in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel forderte Brunnthals Coach, "dass wir so weitermachen. Es gab nichts Schlechtes über die erste Hälfte zu sagen." Der Tabellenführer wurde noch überlegener, auch weil "die Kräfte beim Gegner geschwunden sind", sagt Schwanthaler, dessen Elf aber nach wie vor das Glück im Abschluss fehlte. Florian Roth, der nach einer guten Stunde für den ebenfalls verletzten Böhme ins Spiel gekommen war, verfehlte aus halbrechter Position den kurzen Pfosten. Dazu sorgte auch Schiedsrichter Maximilian Heliosch mit der ein oder anderen fragwürdigen Entscheidung für Wirbel. Alois Bachmann, nach seiner Einwechslung für Kornbichler ein stetiger Unruheherd in der Offensive, wurde - zwar ohne Chance auf den Ball, aber dennoch regelwidrig - im gegnerischen Sechzehner weggecheckt, die Pfeife blieb jedoch stumm. "Klar, der Ball war wo anders, aber wenn du so abgeräumt wirst, ist es ein Foul", schätzt Schwanthaler die Szene ein. Kurze Zeit später profitierte der TSV allerdings von einer erneuten Fehlentscheidung des Unparteiischen, der einen einige Meter am Tor vorbeigezogenen Flachschuss von Marc Nagel als abgefälscht interpretierte und dementsprechend auf Ecke entschied. Diese führte zu einem "Gewusel" im Strafraum, an dessen Ende die Kugel Bachmann vor die Füße fiel, der diese zum verdienten Ausgleich ins Netz stochern konnte (74.). 

Brunnthal wollte jetzt mehr und drängte auf den Sieg: Wenige Minuten später drang Nagel in den Gästesechzehner ein und wurde zu Fall gebracht, wieder gab Heliosch keinen Strafstoß. Stattdessen unterstellte er Brunnthals Mittelfeldspieler eine Schwalbe und zeigte ihm dafür die gelbe Karte (78.). "Auch das sah für mich nach einem Elfmeter aus", wunderte sich nicht nur Schwanthaler über die Auslegung des Referees, der "in guter Position" zum Geschehen stand. "Wir haben zur Zeit nicht so das Glück mit den Schiris", musste der Coach zugeben. Die Heimelf steckte jedoch nicht auf und belohnte sich in den Schlussminuten aller Widrigkeiten zum Trotz mit der Führung: Nagel schickte Klaß mit einem feinen Ball in die Tiefe, der lief seinem Gegenspieler einfach davon und vernaschte Schrock per Flachschuss ins lange Eck (83.). "Es war kein einfaches Spiel für ihn", lobte Schwanthaler seinen angeschlagen ins Spiel gegangenen Stürmer. "Er hat sich so reingebissen. Am Anfang lief es noch nicht so für ihn mit den vergebenen Chancen, aber wie er dann hinten raus da war und es einfach wollte, war super zu sehen. Er hat heute nie aufgegeben." Mit dem Schlusspfiff sorgte Demmel dann für die endgültige Entscheidung: Nach einem langen Abschlag von Geisbauer behinderten sich ein SCUG-Verteidiger und sein weit außerhalb des Tor stehender Schlussmann gegenseitig, Demmel bekam den Ball auf links, legte ihn sich noch einmal vor und schlenzte ihn aus 35 Metern Entfernung passgenau neben den langen Pfosten ins Netz (90.+5).

Große Erleichterung: Michael Demmel (rechts, versteckt hinter Luis Fischer) brachte den Heimsieg mit seinem Last-Minute-Tor unter Dach und Fach. Schiri Maximilian Heliosch pfiff danach direkt ab.

Große Erleichterung: Michael Demmel (rechts, versteckt hinter Luis Fischer) brachte den Heimsieg mit seinem Last-Minute-Tor unter Dach und Fach. Schiri Maximilian Heliosch pfiff danach direkt ab. Foto: Monika Neulinger


"Wir haben das Spiel heute in unsere Hand genommen und auch nach den Fehlentscheidungen gegen uns nicht aufgesteckt", lobte Schwanthaler seine Elf, die sich davon "nicht aufhalten" ließ. Der Coach freute sich "riesig, dass wir vor allem zu Hause mal wieder das auf den Platz kriegen konnten, was uns auszeichnet. Ich denke, dass das, auch für die Zuschauer, ein geiles Spiel war. Man hat gemerkt, dass die Jungs auf dem Platz Spaß hatten." Anhand des Chancenübergewichts seiner Truppe "war es unter dem Strich ein verdienter Sieg für uns. Wir haben uns mental stark gezeigt und von den Nackenschlägen der letzten Wochen gut erholt."

Durch diese habe seine Mannschaft "sehr viel gelernt. Wir können sehr viel Positives mitnehmen für das neue Jahr", ist Schwanthaler überzeugt. Zwei Siege, zwei Unentschieden, eine Niederlage lautet die Bilanz des TSV nach dem ersten Teil der Rückrunde. Durch den Sieg zum Abschluss "können wir die Liga für dieses Jahr mit einem guten Gefühl verlassen und uns auf den Pokal konzentrieren." Dort geht es für den TSV ab dem kommenden Wochenende weiter. Erster Gegner ist am Samstag der TSV Ebersberg.


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