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Mittwoch 15.03.17 13:02 Uhr|Autor: Dirk Meier / mwi497
Kleinrinderfelds Keeper Pascal Krämer (re.) kann nicht mehr hinsehen. Insgesamt neunmal musste der Schlussmann das Leder aus dem Netz fischen. F: Will

Scheibenschießen deluxe: 90 Minuten Achterbahnfahrt

Das irre Match von Abtswind: Das Verfolgerduell der Landesliga Nordwest sollte ein spannender Schlagabtausch werden, am Ende wurde es richtig wild
Als die Zuschauer am vergangenen Samstag zur Abtswinder "Kräuter Mix Arena" pilgerten, stellten sie sich auf ein umkämpftes Verfolgerduell ein. Punktgleich in der Tabelle, das würde bestimmt ein rassiger Schlagabtausch werden. Zumal die Gäste aus Kleinrinderfeld mit einem 2:2 in Forchheim und einem 3:0-Heimerfolg über Karlburg überzeugend aus den Startlöchern geschnellt waren. Bühne frei also für ein enges "Tête-à-Tête"? Es sollte ganz anders kommen.

Die Partie brauchte so gar keine Anlaufzeit, direkt ging die wilde Achterbahnfahrt los. Petr Skarabela, Coach des TSV Abtswind und Ex-Profi des Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth, ist emotional immer noch aufgeladen, denkt er an den Samstag zurück:  "Wir hatten uns ganz viel vorgenommen, sind dann aber gleich in Rückstand geraten. Da habe ich mir schon gedacht. Was das heute wohl wird? Denn wir hatten in den nächsten Minuten große Probleme mit dem Gegner." Doch dann kam die Wende in Person von Pascal Kamolz, der in wenigen Minuten mit einem Hattrick auf 3:1 stellte. "Das habe ich auch noch nicht erlebt, dass ein Spieler in so kurzer Zeit einen Hattrick erzielt", staunt Skarabela nicht schlecht. Doch seine Gefühle fuhren weiter Achterbahn: "Es fiel ja gleich das 3:2 und da war ich mir schon wieder unsicher." Aber Abtswind konnte durch den vierten Treffer von Kamolz und ein Tor von Nicolas Wirsching die 5:2-Pausenführung herstellen. "Da überlegst du dir als Trainer: Komfortabel, drei Tore Vorsprung zur Pause, was soll da noch passieren?" Aber denkste! Denn Kleinrinderfeld verkürzte auf 3:5 nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff: "Ich war erst wieder ruhiger nach dem 6:3 in der 68. Minute", gesteht der Cheftrainer Hausherren. In den letzten zehn Minuten ergaben sich die Gäste in ihr Schicksal und die Abtswinder kamen noch zu drei weiteren Treffern. "Hätten wir noch ein paar Minuten weitergespielt, es wäre zweistellig geworden."

GALERIE TSV Abtswind - TSV Kleinrinderfeld



Das Match war ein Spiegelbild der gesamten Abtswinder Saison. "Uns fehlt die Konstanz", weiß Skarabela. Fulminante Auftritte wie das 9:2 beim Aufsteiger 1. FC Fuchsstadt und ein 8:1 gegen den FC Eintracht Bamberg waren dabei. "Aber gegen Bayern Kitzingen haben wir nur 0:0 gespielt oder gegen Viktoria Kahl daheim 0:2 verloren", kritisiert der 49-jährige Übungsleiter. Und nach Kahl geht es am kommenden Samstag: "Ich bin gespannt, wie wir uns da aus der Affäre ziehen." Immerhin ist sich der Trainer sicher, dass mit Kleinrinderfeld ein Konkurrent um Platz zwei ausgeschieden ist. Abtswind hat noch Schwebenried und Forchheim vor sich: "Die haben wir beide auswärts, können da also noch etwas richten." Spitzenreiter 1. FC Schweinfurt 05 II  ist für ihn außer Reichweite: "Die sind durch, die holen wir nicht mehr. Aber wir haben noch Hoffnung auf Platz zwei. Zweiter können wir noch werden. Dafür werden wir alles tun. Wir sind topfit, das waren meine Mannschaften immer." Wenn da nur nicht wieder diese Spiele kommen, in denen Skarabela gefühlsmäßig die gesamte emotionale Skala von Null bis  Hundert durchleben muss. Ein nüchternes 1:0 würde es zur Not ja auch mal tun.


 
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