Kooperation zwischen Haching und Viertligist 1860 Rosenheim
Freitag 07.06.19 11:59 Uhr|Autor: Münchner Merkur (Süd) / Uli Kellner972
„Win-win-Situation“: So bewerten TSV-Abteilungsleiter Höhensteiger und Haching-Boss Schwabl ihre Partnerschaft. Foto: SpVgg Unterhaching

Kooperation zwischen Haching und Viertligist 1860 Rosenheim

Schwabl: „Sinnvoll für beide Seiten“
Regionalligist Rosenheim ab sofort Kooperationspartner von Drittligist Unterhaching. Bis zu fünf Hachinger A-Junioren sollen künftig für den Partnerclub auflaufen - um gegen Kaliber wie Schweinfurt „Männerfußball“ zu lernen.


Unterhaching – Kaum aus Karlsruhe zurückgekehrt, wo am Samstag Hachings U 17 den drohenden Bundesliga-Abstieg abgewendet hat, ging es für Manni Schwabl munter weiter mit der Zitterei. Die Profis hatten mit Mühe ihr Klassenziel erreicht, nun auch die B-Junioren als wichtiger Zulieferer. Jetzt stand noch eine Reise nach Rosenheim auf dem Plan – um dort die Rettung des Regionalligisten TSV 1860 Rosenheim zu bejubeln. „Bis Sonntag, 18 Uhr, war noch einmal Hochspannung angesagt“, so der Boss der Spielvereinigung.

Warum die Rosenheimer plötzlich einen so prominenten Fan haben, erschließt sich nicht auf Anhieb. Nein, Schwabl, der Ex-Löwe, hat sich nicht im TSV 1860 geirrt. Er hatte tatsächlich gesteigertes Interesse, dass Rosenheim im Relegations-Duell mit der DJK Gebenbach den Regionalliga-Status hält (was mit dem 1:1 nach dem 1:0-Sieg im Hinspiel gelang) – aus nicht ganz uneigennützigen Erwägungen. Künftig nämlich kann Schwabl auch seine eigenen Toptalente begutachten, wenn Rosenheim zu einem Spiel in der Regionalliga antritt. Eine Kooperation, die beide Verein für die nächsten drei Jahre aneinanderbindet, will der Drittligist aus dem Süden Münchens an diesem Freitag der Öffentlichkeit präsentieren.

Das Modell, so viel steht fest, ist ein Novum im deutschen Fußball und orientiert sich an gut funktionierenden Ehen, wie sie in Österreich Red Bull Salzburg und der Zweitligist FC Liefering geschlossen haben. Plakativ ausgedrückt: Rosenheim fungiert ab sofort als Farmteam für den Drittligisten und kann die besten Hachinger A-Junioren in seinem Regionalligateam einsetzen (geplant: drei bis fünf). Im Gegenzug erhält der TSV finanzielle Unterstützung und die Chance, „vom Knowhow eines Profivereins zu profitieren“, wie Abteilungsleiter Franz Höhensteiger sagt. Zum Beispiel über Fortbildung der Trainer, Förderung der eigenen Talente – oder gar über temporäre Zugänge, „falls ein Spieler in Haching nicht gleich Fuß fasst und bei uns Spielpraxis sammeln will“. Schwabl sagt: „Das Ganze ist natürlich eine Win-win-Situation. Es ist nicht unsere Absicht, den Rosenheimern Haching überzustülpen, sondern es soll eine Kooperation werden, die für beide Seiten Sinn ergibt.“

In Schwabls Augen ergibt es zum Beispiel mehr Sinn, die besten A-Junioren gegen gestandene Männerteams wie Schweinfurt und Burghausen antreten zu lassen, als sie in der U 19-Bundesliga stagnieren zu lassen. „Diese Liga hat nichts mit Erwachsenenfußball zu tun“, sagt er.

Die zweite Mannschaft hat Haching schon vor Jahren abgeschafft – zu teuer, zu aufwendig, zu demotivierend für ambitionierte Talente („Jeder ist doch unzufrieden, wenn er in der Zweiten spielen muss“). Schwabl sagt: „Da investiere ich doch lieber in so etwas.“ Wie er überhaupt der Meinung ist: „Du musst ja innovativ sein, wenn dein Festgeldkonto nicht voll ist. Nur zu warten, bis man den Überlebenskampf unterhalb der 2. Liga verliert, macht überhaupt keinen Sinn.“

In Rosenheim, beim neuen Kooperationspartner, sieht man das ähnlich. Höhensteiger verweist auf eine Partnerschaft, wie sie sich gerade auch zwischen Leipzig und Paderborn entwickelt: „Ich denke, dass die Vereine ihren Horizont erweitern müssen. Gerade bei uns im semiprofessionellen Bereich ist das unerlässlich.“ Schwabl, das Schlitzohr, wittert noch einen weiteren möglichen Nutzen. Grinsend sagt er: „Jetzt haben wir den Süden Münchens noch besser im Griff.“


Tabelle
1. VfL Osnabr. 3825 76
2. Karlsruhe 3826 71
3. SV Wehen Wie 3824 70
4. HallescherFC 3813 66
5. Würz.Kickers 3811 57
6. F.C. Hansa 381 55
7. Zwickau 382 52
8. Pr. Münster 38-2 52
9. FC K´lautern (Ab) 38-2 51
10. Haching 387 48
11. KFC Uerding. (Auf) 38-15 48
12. TSV 1860 (Auf) 38-4 47
13. SV Meppen 38-5 47
14. FC CZ Jena 38-9 46
15. Großaspach 38-1 45
16. Braunschweig (Ab) 38-6 45
17. FC Energie (Auf) 38-7 45
18. SF Lotte 38-15 40
19. Fortuna Köln 38-26 39
20. VfR Aalen 38-17 31
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