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Sonntag 04.06.17 09:25 Uhr|Autor: Günzburger Zeitung / sial543
Michael Wassermann bei seinem letzten Spiel mit Beisitzer Max Scheppach (links) und dem zweiten Abteilungsleiter Tobias Klein (rechts). F.: Ernst Mayer

Ein Leben für die TSG

Über 50 Jahre lang war Michael Wassermann Herz und Seele der Thannhauser +++ Jetzt geht er in die Fußball-Rente
Die TSG Thannhausen ist ein Verein mit einer wechselvollen Geschichte. Gerade in der jüngeren Vergangenheit stehen Erfolge und Enttäuschungen beim einstigen Bayernligisten nah beieinander. Eine Zeit, in der viele Trainer, Abteilungsleiter, Spieler kamen und wieder gingen. Einer ist aber immer dageblieben. Mehr als 50 Jahre lang war Michael Wassermann Herz und Seele der TSG. Jetzt hat er sich mit 77 Jahren in die Fußball-Rente verabschiedet.

Die Frage, welches Spiel ihm in all diesen Jahren besonders in Erinnerung geblieben ist, kann Wassermann leicht beantworten. Es war am 9. September 2006. An diesem Tag empfing „sein“ Verein in der ersten Runde des DFB-Pokals das Starensemble von Borussia Dortmund. Eine Halbzeit lang hielt der damalige Landesligist gut mit gegen Wörns, Valdez und Co., BVB-Keeper Roman Weidenfeller bewahrte seine Mannschaft gar vor einem Rückstand. Dass es am Ende doch 0:3 aus Sicht der Thannhauser stand, war für Michael Wassermann nicht wichtig. Es war die Atmosphäre im Mindelstadion, die er so nie wieder erlebt hat. „Wir hatten 10.500 Zuschauer, mehr, als der FCA zu der Zeit hatte. Über 170 Stunden haben wir gebraucht, um die zusätzlichen Tribünen aufzubauen.“

Nicht nur bei solchen Aufgaben packte der gelernte Schreiner immer wie selbstverständlich mit an. In seiner langen TSG-Laufbahn betreute der „Michel“ die Jugend-Fußballmannschaften, organisierte Hallenturniere und Faschingsbälle, war als Kassierer und Schriftführer im Vorstand tätig, betreute 17 Jahre lang die erste Mannschaft und gab sogar mehrmals den Wirt in der vereinseigenen Gaststätte. Ein Engagement, um das der 77-Jährige nie viel Tamtam gemacht hat. Er blieb lieber im Hintergrund und tat seine Arbeit. Verborgen blieb sein Einsatz trotzdem nicht. Sowohl der Bayerische Fußball-Verband (BFV) als auch der DFB ehrten ihn mit Auszeichnungen, außerdem ist Wassermann Träger des Sepp-Herberger-Preises für sein Engagement in der Nachwuchsarbeit. „Den Buben in der E- und F-Jugend habe ich früher sogar noch die Schuhe besorgt“, erzählt er.

Bis zum Schluss kam er gut mit „den Jungen“ aus, wie er sagt. Er versorgte die Spieler bei ihren Partien mit Eis und Getränken, kümmerte sich um die Schiedsrichter, war bei jedem Heim- und Auswärtsspiel dabei. Mindestens 40 Wochenenden im Jahr waren für den Fußball reserviert. Selbst bei der TSG gekickt hat er nie. Wassermanns fußballerische Laufbahn beschränkte sich auf einige Jahre in den Jugendmannschaften des SV Loppenhausen und des SV Aletshausen, aus dessen Ortsteil Haupeltshofen er stammt.

Der Beruf und die Liebe führten Michael Wassermann 1960 an die Mindel. Hier fand er in der Fensterfabrik Kaupp Arbeit, wo er bis zu seiner Pensionierung blieb. Und er lernte seine Frau Friedericke kennen, die ihn seither immer unterstützt hat.

Der TSG wird Wassermann weiter treu bleiben. Als Fähnrich vertritt er den Verein weiterhin, etwa bei Umzügen oder Beerdigungen. Und auch im Mindelstadion wird man ihn sicher weiterhin sehen, wenn die TSG in der kommenden Saison wieder in der Kreisliga auf Torejagd geht.

„Ich muss jetzt aufhören, sonst kommen ja keine Jungen mehr nach“, begründet er seinen Abschied. Beim letzten Spiel der vergangenen Saison wurde Wassermann feierlich verabschiedet. „Unser Michel hat sich immer aufopferungsvoll um seine Jungs gekümmert. Er war immer die gute Seele der Mannschaft und hat auf diese Weise einen wichtigen Teil zu den großen Erfolgen beigetragen, die wir vor allem im vergangenen Jahrzehnt erleben durften. Aber auch in den schlechten Zeiten ist Michel dem Verein und seiner Aufgabe stets treu geblieben“, heißt es zum Abschied in der Stadionzeitung. Dass die Thannhauser ihrem „Michel“ zum Abschied einen Sieg und damit den Klassenerhalt schenkten, wird ihn wohl noch mehr gefreut haben.

 
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