Erster Heimsieg für den Teltower FV
Sa., 05.09.2020, 15:00 Uhr Alle Tore:
https://www.youtube.com/watch?v=tA_lFVLXFPIMit dem Tabellenzehnten Union Neuruppin begrüsste der TFV am dritten Spieltag einen ligabekannten und stets engagiert auftretenden Widerpart. Die Mannschaft aus der Fontanestadt konnte bis zum vergangenen Samstag nur zwei magere Pünktchen auf der Habenseite verbuchen, resultierend aus den Leistungsvergleichen mit den Aufsteigern Weisen und Falkensee. Die Rübchenstädter ihrerseits liefen mit der Empfehlung von vier Punkten und dem formidablen Auftritt in der Vorwoche bei der SG Bornim aufs satte Kunstrasengrün. Die Teltower Verantwortlichen Holger Wünsche und Marco Fritz hatten die Trainingswoche genutzt, um gemeinsam mit der Mannschaft die beiden Auftaktspiele eingehend zu analysieren und sachlich einzuordnen. Man war sich einig, dass mit einer weiteren konzentrierten Leistung für Bestätigung gesorgt werden sollte. Positiv in die Karten spielte dem Trainerteam die neue personelle Stabilität, die in der Vergangenheit leider nicht immer gegeben war. Die Startformation entsprach somit fast exakt dem letzten Spiel, lediglich Gabler musste arbeitsbedingt durch Mistra ersetzt werden. Der gelernte Brauer erschien jedoch nach getanem Tagewerk und nahm kurz nach Beginn der ersten Hälfte auf der Wechselbank Platz. Unterdessen waren seine Teamkameraden gut ins Spiel gestartet und hatten sich dem Neuruppiner Gehäuse bereits mehrfach verheißungsvoll angenähert. Die beste Möglichkeit besaß dabei Mittelfeld-Abräumer und Dauerläufer Julius Fenchel als er einen Kopfball gegen die Querlatte wuchtete. Weitere Teltower Herrlichkeiten blieben in der Folge leider Mangelware und das Spielgeschehen verflachte. Neuruppin bemühte sich mit vielen langen Diagonalbällen das bissige TFV-Mittelfeld zu überbrücken, nur um dann von der nicht minder giftigen Teltower Defensive abgeräumt zu werden. Der TFV seinerseits agierte mit den gewonnenen Bällen zu kompliziert, so dass sich beide Mannschaften bis zur Halbzeit weitgehend neutralisierten. Das bot wenig ansehnliche Fußballkost für die Zuschauer, die sich dann auch mehr auf ihr Halbzeitbier freuten und auf frischere Ideen nach dem Seitenwechsel hofften. Und sie sollten nicht enttäuscht werden. Teltow kam druckvoll aus der Pause und begann Union Neuruppin wie einen schönen Rollbraten einzuschnüren. Nach acht Minuten war dann alles zubereitet und Verteidiger Patryk Manczyk war es vorbehalten, den „Braten“ ins Tor zu schieben. Die Art und Weise wie ihm das gelang, erinnerte dabei an das Meistergericht eines Michelin-Sterne-Kochs und ließ allen Anwesenden das Wasser im Munde zusammenlaufen. Eine gute Teltower Eckenvariante gelangte an die Außenlinie zu Teltows Flügelmann Mistra. Ein kurzer Blick genügte und der Koch bekam seine letzte Zutat perfekt auf die Brust serviert, ließ den Ball kurz nach oben abspringen, um dann formvollendet mit einem Fallrückzieher von der Strafraumkante abzuschließen. Der Ball klatschte von der Unterkante der Latte dem verdutzten Neuruppiner Keeper Jundel an den Hinterkopf und von dort ins Tor. Nachdem sich der Torjubel gelegt hatte, vergaben alle anwesenden Michelin-Juroren auf den Rängen, euphorisch, maximale Sternezahl für dieses feine Stück Fußball-Haute Cuisine. Der Teltower FV wollte nun seinen Rausch weiter zelebrieren und vergaß ein wenig, dass auch der Gegner nicht nur zum Staunen vorbei gekommen war. Ein weiter Abschlag vom vorherigen Pechvogel Jundel wurde unterschätzt und landete nach Kopfballverlängerung im Strafraum beim quirligen Ampofu Nana. TFV-Keeper Ölke war zwar zur Stelle, konnte aber die Situation nur noch mit resolutem Einsatz klären und traf den Stürmer dabei an den Füßen. Die folgende Strafstoßentscheidung war vertretbar, wird aber auch nicht von jedem Spielleiter so entschieden. Filarski verwandelte sicher und warf damit eine gehörige Prise Salz in die Teltower Garküche.
Auf Teltower Seite ließ man sich davon jedoch nicht beeindrucken und brachte mit Rashied, Klostermann, Kühne und Gabler frische Offensivkräfte unter Ausnutzung der neuen Wechselregel. Und bereits in dieser frühen Phase der Saison deutet sich an, dass die Teltower Bankspieler keinesfalls schlechter sind als die Startelf-Akteure und keinerlei Leistungsabfall nach Wechseln sichtbar wird. Klostermann übernahm sofort das Zepter von Schütt, während Rashied auf dem Flügel für Braun weiter wirbelte. Gabler übernahm die linke Außenbahn von Mistra und der bullige Kühne ersetzte den flinken Adam mit ganz anderen, aber ebenso effektiven Stärken. In dieser Wechselphase zeigte sich auch das gute Gespür der Teltower Trainer für ihr Team und die Spielsituation. Einen erneuten langen Abschlag von Jundel beförderte Herter diesmal direkt nach vorne auf Ferl, der mit einem Zauberpass in den Lauf des zuvor eingewechselten Gablers brillierte. Und wie es sich für einen richtigen Brauer gehört, lieferte dieser mit dem ersten Ballkontakt das köstliche Fußballgebräu, um den Braten auch wirklich genießen zu können. Lässig schob er den Ball am herausstürzenden Jundel zur erneuten Führung über die Linie. Teltow lag wieder in Front und blieb im Anschluss konzentrierter. Eine erneute Teltower Eckenvariante, die man im Training ausgiebig einstudiert hatte, sorgte für heilloses Durcheinander im Neuruppiner Strafraum. Fenchel brachte den Ball zu Gabler, der jetzt auch noch den Verdauungsobstler dabei hatte und zur allgemeinen Beruhigung das 3:1 erzielte. Und wenn ein Brauer erst einmal den Kessel angeworfen hat, dann soll auch der ganze Hopfen gekocht werden. In der 86. Minute konnte sich der entfesselt aufspielende Jungspund noch einmal entscheidend durchsetzen und den Ball nach innen flanken. Den ungenügenden Neuruppiner Klärungsversuch donnerte Max Kühne aus sechzehn Metern ans Gebälk und sorgte dafür, dass der ebenfalls eingewechselte Muller beim Nachschussversuch im Strafraum unsanft abgeräumt wurde. Elfmeter für den TFV und Kapitän Kuppke beendete das Festmahl für alle anwesenden Teltower Fans mit dem Treffer zum 4:1. Der TFV konnte sich durch diesen Sieg vorerst auf den dritten Tabellenplatz spielen.