
Lucas, in Berlin war Lockdown mit anschließender Winterpause angesagt. In Wiesbaden ging es direkt zur Sache. Ein schönes Gefühl endlich wieder Fußball zu spielen?
„Klar habe ich mich gefreut, wieder spielen zu können und zu dürfen. Dafür bist du ja schließlich Fußballer. Das Problem mit dem Lockdown war die Ungewissheit, wann und wie es weiter geht. Wir haben zwar trainiert, aber die Spiele haben natürlich gefehlt.“
In allen sechs bisher ausgetragenen Spielen standest du auf dem Feld. Von 0 auf 100 im Schnelldurchlauf. Wurde dir die Eingewöhnungsphase erleichtert?
„Auf jeden Fall. Die Mannschaft hat mich super aufgenommen und hatten einen großen Anteil daran, dass mir die Eingewöhnung so leichtgefallen ist. Außerdem hatte ich einfach wieder richtig Bock, Fußball zu spielen. Deswegen war es echt nicht schwer, mich hier einzuleben.“
Im zweiten Spiel hast du ein Tor vorgelegt. Business as usual? Hand aufs Herz, wie sehr war der Sprung aus der Regionalliga eine Liga höher?
„Das Tempo ist höher, das Spiel körperlicher und bei der Qualität merkt man schon einen Unterschied. Aber ich habe mich recht schnell anpassen können. Zu Beginn wollte ich auf gar keinen Fall Fehler machen, aber das hat sich mittlerweile gelegt und ich bin sicherer geworden.“
Der Kampf um die Aufstiegsplätze ist ungemein spannend. Welches Potential steckt in der Mannschaft, kannst du nach kurzer Zeit von einem möglichen Aufstieg träumen?
„Wir haben eine sehr gute Qualität im Team, das gilt für jeden einzelnen Spieler. Wir sind eine Mannschaft, die sehr leidenschaftlich auftritt. Wir sind immer gut dafür, Rückstände aufzuholen oder in der letzten Minute noch den Siegtreffer zu erzielen. Wir schauen immer aufs nächste Spiel und dann werden wir sehen, wo wir am Ende der Saison stehen.“
Es ist gerade mal etwas mehr als ein Jahr her, als deine Welt, übertrieben gesagt, in Trümmern lag. Ein Kreuzbandriss hatte dich aus der Bahn geworfen. Wie bist du damit umgegangen, und wie hast du es geschafft, noch stärker als davor zurückzukommen?
„Es lief für mich gerade gut und dann kam auf einmal der Kreuzbandriss dazwischen. Natürlich ist erstmal eine Welt für mich zusammengebrochen und ich wusste ehrlich gesagt kurz nicht, wie es weiter gehen soll. Besonders nach der Operation waren die ersten Wochen schwierig. Aber meine Familie, insbesondere mein Vater und meine Freundin, haben mich sehr gut aufgefangen und mich motiviert. Die beiden waren die ganze Zeit an meiner Seite. Als das Aufbautraining anstand, hat mir außerdem die Physioabteilung vom BFC um Adrian Marklowski sehr geholfen. Ich habe es geschafft, die Motivation hoch zu halten und mir irgendwann gedacht, dass die Situation nun einmal so ist und ich das Beste daraus mache.“
Noch ein Wort zum BFC. Was verbindet dich mit dem Verein, woran denkst du gerne zurück?
„Es gab viele schöne Momente. Ich habe beim BFC als ganz kleines Kind gespielt und dann dort auch meine ersten Schritte im Herren-Bereich gemacht. Das DFB-Pokalspiel gegen den 1. FC Köln gehört auf jeden Fall zu den Momenten, an die ich mich immer erinnern werde – auch wenn wir da relativ hoch verloren haben. Eigentlich war es generell die Möglichkeit, Fußball zu spielen, meinem Hobby nachgehen zu können und mich weiterzuentwickeln.“