1:5 gegen Rascheid: Leiwens Siegesserie jäh gestoppt
Montag 14.10.19 01:19 Uhr|Autor: Josef Weirich 1.741
Foto: Maximilian Wirkus

1:5 gegen Rascheid: Leiwens Siegesserie jäh gestoppt

Bezirksliga West: Die Zusammenfassung des neunten Spieltags. - BILDERGALERIE vom Saartal-Spiel gegen Rot-Weiss Wittlich.

SG Badem – FC Bitburg 0:2 (0:0).Noch nach dem Schlusspfiff von Schiri Alexander Ullrich erhitzten sich die Gemüter. Streitpunkt unter den 320 Zuschauern war die Frage, ob der Ball beim Bitburger Führungstreffer in vollem Umfange die Torlinie überschritten hatte. „Hat er“, entschied der Referee-Assistent, dies bedeutete zwei Minuten vor dem Ende der Partie das 1:0 für die Gäste. Daniel Robertz hatte im ersten Abschnitt die beste Gelegenheit für die Heimelf auf dem Fuß, aber auch Bitburg war durch einen 20-Meter-Lattenknaller von Kevin Fuchs dem Führungstor nahe. Nach der Pause waren die Gäste „Chef im Ring“ und erspielten sich durch Riad Malkic, Simon Floß und Shend Krasnici etliche Möglichkeiten. „Im Chancenvergeben waren wir heute schon meisterlich“, kommentierte FCB-Coach Fabian Ewertz mit leichter Ironie. Nach einem Bitburger Angriff über Jannik Grün wehrte Badems Keeper Simon Eppers den Kopfball von Frank Valerius zwar ab, doch beim Getümmel auf der Torlinie entschied der Linienrichter auf Tor für die Gäste (88.). In der Nachspielzeit beantwortete Bitburgs Arthur Schütz mit seinem Treffer zum 2:0-Endstand endgültig die Frage nach dem Sieger.

SG Ralingen – SG Körperich 4:2 (2:1). Als richtungweisenden Sieg wurde der Heimerfolg gegen Körperich gefeiert. Für die Gastgeber schien die Partie zunächst aber wieder aus dem Ruder zu laufen. 25 Minuten waren gespielt, als Andre Röll auf Vorlage von Jannick Böwen die Gäste in Führung brachte. Ralingen antwortete schon vier Minuten später mit dem 1:1-Ausgleich von Benedikt Neises (29.). Zwei Minuten vor der Pause mussten die Gäste dann eine harte Entscheidung des Unparteiischen verkraften, als Torwart Thomas Prinz im Vollsprint Ralingens Pascal Mertens aushebelte und dafür die Rote Karte sah. Ralingen nutzte die Verwirrung in der Gästeelf zur 2:1-Führung durch Jens Ernzerhoff, der von Marco Port bedient worden war (45.). Körperich bewies Moral und erzwang sieben Minuten später durch Noah Prinz den 2:2-Ausgleich. In der letzten halben Stunde riss Ralingen wieder das Geschehen an sich. Auf Assistenz von Benedikt Neises ebnete Marco Port mit seinem Treffer zum 3:2 (58.) den Weg zum Sieg, drei Minuten später machte Pascal Mertens mit dem 4:2 alles klar.

SG Saartal Schoden – SV Rot-Weiss Wittlich 3:1 (0:1). Die Partie  vor knapp 300 begeisterten Zuschauern erfüllte selbst höchsten Ansprüchen. Individuelle, spielerische Klasse, gepaart mit enormem Tempo, Spielwitz und leidenschaftlichem Einsatz garantierten einen Fußballkrimi der Extraklasse. Die Gäste übernahmen das Kommando, kombinationssicher und zweikampfstark gaben die Rot-Weißen zunächst klar den Ton an. Überfällig war folglich  der Führungstreffer von Kevin Arbeck, der vom Zuspiel seines Bruders Marc profitierte (27.). Das Auslassen weiterer guter Chancen rächte sich dann nach der Pause. Schodens Schlussmann Jonas Krista parierte einen Schuss von Kevin Arbeck, danach hatten die Gastgeber ihr Rezept gefunden. Wie aus heiterem Himmel funktionierte die überfallartige Kontertechnik der Gastgeber und nach einem blitzartigen Vorstoß glich Nicolas Jakob zum 1:1 aus (53.). Schoden wurde mutiger und nach neun Minuten wurde der nächste Pfeil in Richtung Gästetor abgeschossen, als Lukas Kramp einen an Nicolas Jakob verursachten Foulelfmeter zur 2:1-Führung verwandelte (62.). Albutrin Aliu bot sich die beste Ausgleichschance (67.). Wie man es besser macht, bewiesen einmal mehr die Gastgeber, die drei Minuten vor dem Abschluss nach einem Konterangriff durch Lukas Kramp auf 3:1 erhöhten. „Nach der Pause haben wir zu unserem Spiel gefunden, dem Gegner den Schneid abgekauft und durch effizienten Angriffsfußball verdient gewonnen“, sagte Schodens Trainer Heiko Niederweis.

TuS Schillingen – SG Bettingen 6:2 (1:2). Die Partie wurde zunächst von den Gästen dominiert, die zur Pause verdient in Führung lagen. „Bettingen hat eine Halbzeit lang eine Super-Leistung geboten und bewiesen, dass sie zurecht in die Liga gehören“, lobte Schillingens Trainer Gerd Morgen die Gäste, die in der 25. Minute durch Luca Eichner in Führung gingen und nach dem Ausgleichstreffer von Marco Engel (35.) durch Timo Hoffmanns Treffer zum 2:1 die Pausenführung erzwangen (40.). Schillinger war im zweiten Abschnitt toangebende Mannschaft, die mit weiteren fünf Treffern noch das Sixpack schnürte. Marco Engel glich zum 2:2 aus (50.), und binnen 20 Minuten drehten Christoph Becker (56.), Tobias Anell (63.), Haiko Wagner (72.) und wiederum Engel (76.) mit ihren Treffern zum 6:2-Endstand die Partie.

TuS Mosella Schweich – SG Wallenborn 4:3 (1:1). Das Verfolgerderby entwickelte sich bis in die Schlussminuten zu einer klaren Angelegenheit für die Mosella, dann sorgten Nachlässigkeiten doch noch für eine spannende Schlussphase. „Wir haben eine souveräne Heimvorstellung geboten und hochverdient gewonnen. Wir müssen nur die dummen Fehler vermeiden“, ärgerte sich TuS-Coach Jochen Weber über die beiden Gegentore in der Schlussphase, die den Sieg aber nicht mehr gefährden konnten. Im ausgeglichenen ersten Abschnitt legte Stephan Schleimer das 1:0 für die Mosella vor (28.), Wallenborn antwortete mit dem Ausgleich durch Patrick Hunz. „Zur Pause hatten dann das Spiel besser im Griff“, erinnerte Weber an die stärkste Phase seiner Elf zwischen der 60. und 85. Minute, in der die Mosella durch Treffer von Marc Pitsch (63.), Steve Kirchen (72.) und Björn Kraus (85.) auf 4:1 davonzog. Zum Schluss dann die dummen Mosella-Fehler, die von Kasper Wlodarek (89.) und Sebastian Hilgers (90.+2) zu den Treffern zum 3:4-Endstand genutzt wurden.

SG Wittlich – SG Ruwertal 2:1 (0:0). In Lüxem verlief der erste Abschnitt ohne große Höhepunkte, dies änderte sich aber nach der Pause. „Wir waren die dominante Mannschaft, die erst nach der Pause ihre Chancen genutzt hat“, sprach Wittlichs Trainer Christoph Krähling von einem fährlässigen Umgang seiner Elf mit besten Chancen. Mit seinem Treffer zum 1:0 (57.) brach Wittlichs aktuell bester Schütze Raphael Ney den Bann, doch sechs Minuten später folgte die kalte Dusche, als Ruwertals Philipp Kartz zum 1:1-Gleichsstand erfolgreich war. Neun Minuten später war es wieder Raphael Ney, der mit seinem zweiten Treffer die Tür zum Sieg öffnete (72.). „Wir haben es uns selbst unnötig schwer gemacht und mussten bis zum Ende um den Sieg zittern“, sprach Krähling trotz des knappen Ergebnisses von hochverdienten Siegpunkten.

SV Leiwen-Köwerich – SG Rascheid 1:5 (0:2). Mit dem 5:1-Sieg im Kellerduell in Leiwen gelang den Gästen aus Rascheid der ersehnte Befreiungsschlag. Getrübt wurde die Freude über den glatten Auswärtssieg aber durch die beiden Platzverweise, von denen eine Viertelstunde vor Schluss beide Teams betroffen waren. Die Dominanz der Gäste wurde schon im ersten Abschnitt deutlich, als Lukas Jonas nach Foul an Martin Kolz den fälligen Strafstoß zur Rascheider Führung verwandelte (30.) und Dean Dederichs nur zwei Minuten später zum 2:0-Pausenstand nachlegte (32.). Mit einem satten 25-Meter-Freistoß genau in den Torwinkel erzwang Robin Moser nach 54 Minuten die Vorentscheidung zum 3:0 und Maurice Speicher legte wiederum nur vier Minuten später zum 4:0 nach. Auf den Leiwener Anschlusstreffer von Hans Schulz (59.) antwortete Lukas Jonas mit dem 5:1 (65.). Danach der weniger schöne Teil der Partie: Nach einem Kopfstoß an Max Cronauer sah Leiwens Gustav Schulz die Rote Karte (75.), und in der gleichen Situation musste auch Rascheids Jens Gaspers mit Rot vom Platz, als er das Leder auf den am Boden liegenden Schulz drosch.

Bezi-Fokus:

Bademer Phantom-Tor: Bitter für Badem. Das Derby gegen Bitburg wurde durch ein zweifelhaftes Tor gegen die Heimelf entschieden. Zwei Minuten vor Schluss soll das Leder nach einem Getümmel im Bademer Strafraum die Torlinie überquert haben, so sah es zumindest der junge Linienrichter, der damit heftige Diskussionen auslöste. „Unmöglich ein solch’ wichtiges Derby nicht mit erfahrenen Schiris zu besetzen. Das Tor hätte bei diesem Durcheinander auf der Torlinie niemals gegeben werden dürfen“, schimpfte Badems Trainer Roger Reiter, der einem Remis nachtrauerte.  Beim Live-Ticker auf www.fupa.net/volksfreund legte der Chronist ironisch nach: „Im Getümmel klärt der Torwart laut Linienrichter erst hinter der Torlinie. Die Torlinientechnik in der Lux-Arena-bestätigt dies“.

Junger Chef im Ring: Die Diskussionen über den Einsatz besonders junger Schiris reißen nicht ab. Das gute Leistungen aber kein Mindestalter erfordern, bewies der Einsatz des 21-jährigen Jung-Schiris Niklas Breiling von der SG Ruwertal, der die Partie in Schoden gegen Rot-Weiß Wittlich mit Bravour leitete.


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