Was müssen Vereine und Zuschauer beachten? Elf Fragen und elf Antworten zum Re-Start
Mittwoch 16.09.20 15:52 Uhr|Autor: Freisinger Tagblatt / Nico Bauer4.656
Diese Zeiten sind vorbei – trotzdem müssen die Klubs gerade jetzt einiges berücksichtigen. Foto: Michalek

Was müssen Vereine und Zuschauer beachten? Elf Fragen und elf Antworten zum Re-Start

Am Wochenende rollt der wieder der Ball
Zuschauerzahl, Spielerwechsel, Abstandsgebot: Wegen der Corona-Krise ist alles anders. Das FT beantwortet elf wichtige Fragen vor dem Re-Start der Fußballer.


Landkreis – Jetzt geht es los! Ab Samstag rollt in den bayerischen Amateurligen endlich wieder der Ball – und doch ist wegen der Corona-Krise alles anders. Das FT beantwortet elf wichtige Fragen vor dem Re-Start der Fußballer.

1. Wie läuft der Re-Start mit Zuschauern?

Analog zum Kulturbetrieb darf in Bayern vor maximal 400 Zuschauern Fußball gespielt werden. Die Vereine müssen dafür laut dem aktuellen Hygienekonzept des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) einige Bedingungen erfüllen: Grundsätzlich sind 200 Zuschauer erlaubt – und bis zu 400 sind möglich, wenn die Besucher genau zugewiesene und gekennzeichnete Sitzplätze bekommen. Ähnlich wie in den Gaststätten müssen die Vereine alle Leute erfassen, die bei dem Spiel vor Ort sind. Pro Haushalt wird eine E-Mail-Adresse oder eine Telefonnummer für die Nachverfolgung benötigt. Zuschauer müssen im Freien nur einen Mund-Nasen-Schutz tragen, wenn der Mindestabstand von 1,50 Metern zu anderen Personen nicht eingehalten werden kann.

2. Was müssen die Vereine beachten?

Die Vereine müssen an ihren Sportanlagen vieles verändern. So benötigt man getrennte Ein- und Ausgänge und sollte idealerweise mehrere Eingänge zur Vermeidung von Pulkbildung schaffen. Des Weiteren legt das offizielle Hygienekonzept den Klubs nahe, einen Vorverkauf zu initiieren. So können sie verhindern, dass es an der Kasse zu eng wird, und frühzeitig Kontaktdaten sammeln. Die Vereine haben die Aufgabe, schnelle Ideen zu entwickeln.

3. Wie sieht das Prozedere rund um das Spiel aus?

Es wird alles so, wie es der Fan bei den Geisterspielen in der Bundesliga oder Champions League kennengelernt hat. Die Spieler halten beim Betreten des Platzes einen Abstand von 1,50 Metern oder kommen zeitlich versetzt aus der Kabine. Laut Hygienekonzept ist alles Drumherum wie Handschlag, gemeinsame Aufstellung oder Mannschaftsfotos untersagt. Die Trainer und die Einwechselspieler müssen Abstand zueinander halten oder eine Mund-Nasen-Bedeckung anlegen. Den Mannschaften und den Schiedsrichtern wird empfohlen, in der Halbzeit im Freien zu bleiben.

4. Was passiert bei Corona-Fällen?

Wenn drei oder mehr Spieler (Jugendbereich: ein Spieler) nachweislich einen positiven Test haben, so hat der Spielleiter mindestens die nächste Pflichtpartie abzusetzen. Auch bei einer Mannschaftsquarantäne sind bei einem entsprechenden Nachweis die angesetzten Matches zu verlegen. Ein Team darf frühestens vier Tage nach Ende der Quarantäne wieder spielen.

5. Was passiert bei Nichtantreten?

Die neuen Regeln in der Spielordnung geben den Sportgerichten mehr Möglichkeiten. Wenn eine Mannschaft infolge der Corona-Pandemie nicht zu einem Match antritt, dann muss das Sportgericht nicht zwingend die Partie werten. Das Reglement macht in diesem Fall auch eine Neuansetzung möglich.

6. Wo landen Teams, die nicht spielen wollen?

Gut 80 Prozent der bayerischen Klubs hat zuletzt in der Umfrage des Verbands für die Fortsetzung des Spielbetriebs votiert. Aber Vereine, in denen im Zuge von Corona große Angst vor einer möglichen Ansteckung herrscht, werden nicht bestraft. Wer in den kommenden Monaten nicht spielen möchte, wird an das Tabellenende gesetzt und steigt in die nächsttiefere Liga ab. Vor Corona bedeutete so eine Abmeldung die Versetzung in die unterste Klasse.

7. Wie oft wird gewechselt?

Die erneuerte Spielordnung des Bayerischen Fußball-Verbands ermöglicht bis 30. Juni 2021 fünf Wechsel in einem Verbandsspiel. Um den Spielfluss nicht zu sehr zu stören, dürfen die Wechsel aber nur bei drei Spielunterbrechungen inklusive Halbzeit vorgenommen werden.

8. Was bringt der Ligapokal?

Der Ligapokal füllt wegen der überschaubaren Zahl der Ligaspiele die Lücke bis zur Saison 2021/22. In den verschiedenen Spielklassen gibt es unterschiedliche Modelle – die Sieger können am Ende auch über diesen Weg aufsteigen. Gewinnt eine Mannschaft, die in der Liga auf einem Abstiegsplatz steht, dann darf sie in der Spielklasse bleiben.

9. Gibt es einen Pausenverkauf?

Jein. Grundsätzlich verboten ist das nicht, aber auch hier gelten die strengen Hygienegesetze der Gastronomie. Der Verband empfiehlt eine strikte Trennung der Bereiche „Sport und Gastronomie“.

10. Was gilt für den Sportheimbesuch nach dem Spiel?

In diesem Fall greift das Hygienekonzept des BFV nicht. Das Vereinsheim fällt nicht unter die Zonenbereiche eines Fußballspiels. Rechtlich gelten hier daher die bekannten Gastronomieregeln.

11. Wie fahren Mannschaften zu Auswärtsspielen?

Der Verband empfiehlt die Anreise mit mehreren Fahrzeugen, spricht jedoch nicht konkret von Pkw. In Transportern oder Reisebussen gilt Maskenpflicht während der gesamten Fahrt. Es gibt das Beispiel eines bayerischen Regionalligisten, bei dem die Kicker auf dem Weg zu einem Testspiel im großen Bus keine Masken aufhatten. Bei einer Polizeikontrolle wurden empfindliche Geldstrafen verhängt – gegen das Busunternehmen und gegen zahlreiche Einzelpersonen.

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Tabelle
1. Nürnberg II 2328 46
2. Aschaffenb. 2322 44
3. Schweinfurt 2319 44
4. SpV Bayreuth 2322 43
5. Aubstadt (Auf) 234 36
6. Buchbach 235 35
7. Gr. Fürth II 24-1 35
8. Eichstätt 2414 34
9. FC Augsburg II 2311 34
10. Schalding 23-10 32
11. Illertissen 24-15 28
12. SV Wacker 23-4 27
13. TSV Rain (Auf) 23-15 27
14. Heimstetten 24-13 23
15. 1860 Rosenh. 24-28 21
16. FC Memmingen 21-12 19
17. VfR Garching 19-27 13
18. Türkgücü Mün o.W. (Auf) 00 0
Die vier Erstplatzierten spielen eine Aufstiegs-Playoffrunde um die Relegationsteilnahme, die dann gegen den Meister der Regionalliga Nord ausgetragen wird.

Tordifferenz zählt bei Punktgleichheit.
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