Bauchgefühl sagt nein: Warum Kindsvater immer noch einen Verein sucht
Freitag 13.11.20 15:20 Uhr|Autor: Mathias Willmerdinger 6.490
Benjamin Kindsvater (vorne, im Test gegen Plattling) musste nach drei Jahren an der Grünwalder Straße gehen. Foto: Becherer

Bauchgefühl sagt nein: Warum Kindsvater immer noch einen Verein sucht

Löwen-Aufstiegsheld will »irgendwann« wieder für den SV Wacker auflaufen
Es ist still geworden in den letzten Monaten um Benjamin Kindsvater. Der Aufstiegsheld der Münchner Löwen, der 2018 gegen Saarbrücken im Rückspiel den Elfmeter rausgeholt hat und dem TSV 1860 so den Weg zurück in den Profifußball geebnet hat, ist seit Sommer auf der Suche nach einem neuen Verein. Wie geht`s ihm dabei? FuPa hat beim gebürtigen Traunreuter (Lkr. Traunstein) mal nachgefragt.


"Das ist mir so auch noch nicht passiert, dass ich ohne Verein dastehe", grübelt der 27-Jährige. Er wäre gerne bei den Löwen geblieben, doch bedingt durch Corona war bei den Sechzigern lange Zeit unklar, mit welchem Etat geplant werden kann. Das wirkte sich zwangsläufig auf Vertragsgespräche aus. "Das war eine quälende Zeit, keiner wusste recht, woran er ist", erzählt der Oberbayer. Es habe durchaus gute Angebote von Drittligisten oder ambitionierten Regionalligisten gegeben, aber "mein Bauchgefühl, das für mich sehr wichtig ist, hat mir gesagt, dass es nicht passt". Und dann räumt er noch ein: "Im Nachhinein ist man immer schlauer. Ich habe mich auch ein bissl verzockt." 

Rückkehr zu Wacker? Ja - nur wann ist die Frage.

In letzter Zeit hat er sich bei seinem Ex-Klub Wacker Burghausen fit gehalten. "Ich werde sicher irgendwann wieder für Wacker auflaufen", lässt Kindsvater aufhorchen, dämpft dabei aber die Erwartungen der Fans: "Ich möchte noch ein paar Jahre im Profibereich etwas erleben." Eine vorzeitige Rückkehr an die Salzach scheint zumindest im Moment unwahrscheinlich. Aber was lässt sich in diesen Zeiten schon seriös prognostizieren. Der pfeilschnelle Außenbahnspieler ist sehr optimistisch, dass im Winter was Passendes für ihn dabei ist. "Aber konkret ist noch nichts", so der Blondschopf, der eine abgeschlossene Ausbildung zum Chemikanten vorweisen kann. Sollte er aber wider Erwarten auch in der anstehenden Transferperiode nicht bei einem Verein unterkommen, wie sieht sein Plan B aus? "Dann werde ich noch einmal mit Karl-Heinz Fenk (Sportlicher Leiter SV Wacker, Anm.d.Red) reden. Vielleicht spiele ich dann bis Sommer bei Wacker", lässt sich Kindsvater eine Hintertür bezüglich einer sofortigen Rückkehr nach Burghausen offen. 

Trainerwechsel bei Sechzig: Unter Köllner spielte Kindsvater keine Rolle mehr.

Wo auch immer der 27-Jährige seine Laufbahn fortsetzen wird, bei den Löwen-Fans wird er in guter Erinnerung bleiben. Er war es, der am 27. Mai 2018 beim Stand von 0:2 im Relegationsspiel gegen Saarbrücken eingewechselt wurde und dank seiner Geschwindigkeit den Elfmeter rausholte, den Sascha Mölders zum 1:2 verwandeln konnte. Der Rest war blau-weiße Glückseligkeit auf Giesings Höhen. Unter Daniel Bierofka kam er auch anschließend in der 3. Liga regelmäßig zum Zug. Als aber die Sechziger-Ikone vor ziemlich genau einem Jahr aus freien Stücken hinschmiss und Michael Köllner an der Grünwalder Straße übernahm, brachen harte Zeiten für Kindsvater an.

Der Flügelflitzer gehörte zu den Verlierern des Trainerwechsels: "Das System wurde umgestellt. Für mich als Außenbahnspieler nicht von Vorteil." Zudem setzte ihm eine hartnäckige Schambeinentzündung immer wieder zu. "Insgesamt über zwei Jahre hat mich das beschäftigt. Eine eklige Sache, weil du die Ursache nie genau lokalisieren kannst. Manchmal hast du üble Schmerzen im Adduktorenbereich, obwohl der Ursprung der Schmerzen gar nicht dort liegt. Ich habe viele Ärzte aufgesucht, letztlich konnte mir aber erst ein Neurologe wirklich weiterhelfen." Unter Köllner spielte Kindsvater auch deshalb 2020 so gut wie keine Rolle mehr. Jetzt fühle er sich körperlich wieder topfit - und hofft eben darauf, dass im Winter das richtige Angebot ins Haus flattert, bei dem auch das Baugefühl stimmt. 


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Tabelle
1. Aschaffenb. 2524 50
2. Nürnberg II 2529 49
3. SpV Bayreuth 2525 49
4. Schweinfurt 2319 44
5. Aubstadt (Auf) 252 39
6. Eichstätt 2614 37
7. Gr. Fürth II 26-2 36
8. Buchbach 253 35
9. FC Augsburg II 259 34
10. SV Wacker 251 33
11. Schalding 24-11 32
12. Illertissen 25-14 31
13. TSV Rain (Auf) 25-15 30
14. Heimstetten 25-10 26
15. 1860 Rosenh. 25-31 21
16. FC Memmingen 22-12 20
17. VfR Garching 20-31 13
18. Türkgücü Mün o.W. (Auf) 00 0
Die vier Erstplatzierten spielen eine Aufstiegs-Playoffrunde um die Relegationsteilnahme, die dann gegen den Meister der Regionalliga Nord ausgetragen wird.

Tordifferenz zählt bei Punktgleichheit.
ausführliche Tabelle anzeigen

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