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Ligabericht

Heißes Derby in der Seelower Kältekammer

Victoria und der FC Strausberg trennen sich nach intensiven 90 Minuten unentschieden.

von MOZ.de / Udo Plate · 05.03.2018, 08:01 Uhr · 0 Leser
Kräfteverhältnisse ähnlich: Strausberg und Seelow trennten sich im Derby unentschieden. F: Edgar Nemschok
Kräfteverhältnisse ähnlich: Strausberg und Seelow trennten sich im Derby unentschieden. F: Edgar Nemschok

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Mehr Derby geht nicht: Wenn die beiden Flaggschiffe Märkisch-Oderlands, Victoria Seelow und der FC Strausberg, im Punktspiel der Oberliga-Nord aufeinandertreffen, sind die Fans beider Lager elektrisiert. So auch am Freitagabend, als sich die Kontrahenten in der Seelower Kältekammer mit 0:0 trennten.

Ausfall oder doch Spielen? Für Victoria Seelows allgewaltigen Klubchef Roland Bienwald keine Frage: Der Fußballchef der gastgebenden Kreisstädter erteilte einer Absage eine klare Absage. Die Entscheidung, gegen die Elf vom Straussee auf dem perfekten heimischen Kunstrasen trotz vorherrschender sibirischer Kälte auf die Austragung des Punktspieles zu pochen, erwies sich mit dem Punktgewinn als richtig. So war dann neben Kampfkraft zuvorderst Technik gefragt. Und Bienwald hatte alles richtig gemacht: In kämpferischer, aber auch in spielerischer Hinsicht boten beide Mannschaften eine intensive sowie packende Vorstellung unter dem Seelower Flutlicht, der jedoch das Salz in der Suppe - sprich Tore fehlten.

Kaum hatte der Berliner Unparteiische Helmut Husmann die "Frostpartie" pünktlich um 19.30 Uhr frei gegeben, ging es auch umgehend munter zur Sache. Beide Mannschaften bevorzugten bei klirrender Kälte den Vorwärtsgang.

Kurioserweise blieben jedoch echte Torgelegenheiten die Ausnahme. Auch ein Verdienst der starken Abwehrreihen. Während die Strausberger Defensive mit dem bärenstarken Leon Barlage, Alexander Sobeck, Maximilian Hinz und Tino Istvanic das lauffreudige Seelower Angriffsduo Anastasios Alexandropoulos und Robert Budzalek bis auf wenige Szene sicher im Griff hatten, beschäftigten die Gäste-Stürmer die Victoria-Abwehrakteure um Rick Drews, Jevgenijs Kosmacovs, Nabiel Nasser, David Jankowski und "Rückkehrer" Sebastian Lawrenz schon ein wenig mehr.

Angetrieben vom bienenfleißigen Kapitän Wael Karim sorgten die kombinationssicheren FC-Angreifer Dominik Tuchtenhagen, Faton Ademi und Pierre Vogt durchaus für einige Verwirrung im Seelower Strafraum. Allerdings fanden sie im stets reaktionsschnellen Victoria-Schlussmann Damian Zamiar, der ebenso wie sein Gegenüber Timo Hampf, fehlerfrei agierte, ihren Meister. Für eine Schrecksekunde der Platzherren sorgte zudem Tino Istvancic, der nach Zuspiel von Yildirim Kaan Bektas das runde Leder an den Pfosten des Seelower Gehäuses bugsierte (39.). Seelows erste, von Florian Matthäs über Spielertrainer Sebastian Jankowski, stark eingefädelte Ballstafette, schloss Brasilianer Ronaldo Melo Cavalcante indes schwach ab.

Nach dem Seitenwechsel ging es munter weiter. Ab der 55. Minute erspielten sich die Gäste ein merkliches Übergewicht, die erste Möglichkeit gehörte indes der Heimelf durch Florian Matthäs. Doch FC-Keeper Timo Hampf blieb Herr der Situation, wie die FC-Elf weiterhin Seelow in die Defensive drängte. Spektakuläre Chancen blieben allerdings Mangelware. Den Freistoß von Yildirim Kaan Bektas entschärfte Zamiar (56.) und auch den Versuchen von Istvanic (71.), Bektas (78./83.) sowie Hinz (88.) blieb der Erfolg versagt. Da zudem Hampf gegen den einschussbereiten Budzalek klärte (84.), stand nach 90 durchaus heißen Minuten die Nullnummer im eisigen Rund der Seelower Kältekammer.

"Da wir trotz optischer und spielerischer Überlegenheit zu keinem Treffer gekommen sind, geht das 0:0 in Ordnung. Meinen Glückwunsch an die kampfstarken Seelower, die ebenso wie wir mit dem Punkt zufrieden sein können. Auch wenn für meine Elf fraglos mehr drin gewesen wäre. Es war zudem ein faires und ansprechendes Derby. Das habe ich auch schon ganz anders erleben müssen", bilanzierte Strausbergs Übungsleiter Christof Reimann auf der abschließenden Pressekonferenz zufrieden.

"Wir haben einen Punkt gewonnen. Strausberg, da beißt die Maus keinen Faden ab, war im zweiten Durchgang nicht nur tonangebend, sondern einem Treffer fraglos näher als wir. Dennoch gebührt meinen Jungs ein dickes Lob für die gezeigte Zweikampfstärke, da meine Spieler stets im entscheidenden Augenblick einen erfolgreichen Strausberger Torschuss vereitelten", offenbarte sich Victoria-Spielertrainer Sebastian Jankowski als ehrliche Haut.

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