
Vor manchen Fußballspielen genügt ein kurzer Blick auf das Tableau, um ein aussagekräftiges Bild von der Rollenverteilung der Gegner zu erhalten. Wenn an diesem Samstag (14 Uhr) der SV Seligenporten beim TSV Karlburg antritt, fällt den Kloster-Kickern der Part des unbestrittenen Favoriten zu. Der SVS fährt als erstplatzierter Ligasouverän zum Aufsteiger nach Franken, der sich im tabellarischen Keller auf einem Relegationsplatz (16.) wiederfindet.
Alles andere als ein Sieg für das ambitionierte Team von SVS-Coach Gerd Klaus wäre eine Enttäuschung für alle jene, die es mit den Klosterern halten. Allerdings: „Das wird kein Selbstläufer“, erhebt Klaus den mahnenden Zeigefinger, nur um gleich nachzuschieben, dass „wir von Anfang an fokussiert sein und so auftreten müssen, dass der Gegner spürt, wer das Sagen hat“. Für Klaus keine Frage, dass das seine Spieler sein werden.
Sollte seine Mannschaft tatsächlich länger auf einen eigenen Torerfolg warten müssen, ist Klaus deshalb nicht bange – denn: „Je länger das Spiel dauert, umso mehr kommt uns unsere körperliche Fitness zugute“, ist der Trainer, der personell aus dem Vollen schöpfen kann, überzeugt.
Den fränkischen Gastgebern attestiert der SVS-Coach ein ansprechendes Konterspiel. Vor allem mit langen Bällen aus der Defensive heraus sieht er den kommenden Gegner operieren. Im Hinspiel war diese Taktik aus Sicht Karlburgs allerdings nicht von Erfolg gekrönt. Beim Gastspiel in der MAR-Arena bekam der TSV von den Kloster-Kickern vier Tore eingeschenkt. Am Ende hieß es 4:1 für Seligenporten.
Doch an diesem Samstag liegt der Fall etwas anders. Denn die Mannschaft von Trainer Markus Köhler hat sämtliche ihrer elf Punkte vor dem eigenen Anhang eingefahren. In der Heimtabelle rangiert Karlburg damit gar vor den Relegationsrängen auf Tabellenplatz 13.
Und dennoch: Nur 17 Tore bedeuten ligaweit den zweitschlechtesten Wert, die bislang kassierten 47 Gegentreffer werden nur von Ligaschlusslicht Viktoria Kahl übertroffen (53). So ist die Ausgangslage vor dem Spiel klar: Spitzenreiter Seligenporten tritt als Favorit an und will mit einem Sieg im Gepäck nach Hause zurückkehren – auch wenn dafür einiges an Geduld erforderlich sein sollte.