Schaldings Jugendplan geht auf, aber: »Dürfen nicht zu naiv werden«
Sonntag 15.11.20 07:30 Uhr|Autor: Mathias Willmerdinger 4.101
Braucht gar nicht so skeptisch dreinblicken: Schaldings Coach Stefan Köck kann trotz eines turbulenten Jahres zufrieden sein. Foto: Helmut Weiderer

Schaldings Jugendplan geht auf, aber: »Dürfen nicht zu naiv werden«

Regionalliga-Rückblick (2): Stimmung, Aussicht und Personalien in Schalding
Ein nie dagewesenes Jahr neigt sich in der Regionalliga Bayern vorzeitig dem Ende zu. Grund genug, um sich bei den Vereinen mal umzuhören. Wie haben sie das verrückte 2020 erlebt, was bleibt in Erinnerung, was macht Hoffnung? Weiter geht`s mit dem SV Schalding-Heining.


Das Corona-Jahr 

Es gab in diesem turbulenten wie chaotischen Corona-Herbst gewiss nicht viele Gewinner, der SV Schalding gehörte aber definitiv dazu. Nach dem Re-Start bescherte der Spielplan den Niederbayern drei Heimspiele in Folge - und der SVS gewann allesamt. Die Grün-Weißen machten damit einen Riesenschritt Richtung Klassenerhalt. Zum Abschluss gab`s zwar in Aschaffenburg nichts zu holen, aber beim Tabellenführer darf man auswärts durchaus mal knapp verlieren. Auch bei der Viktoria haben die Schaldinger den guten Eindruck bestätigen können. "32 Zähler sind eine sehr anständige Basis für das kommende Jahr. Zudem sehr wichtig: Die A-Jugend ist in die Bayernliga aufgestiegen. Sportlich war`s also ein erfolgreiches Jahr", meint dann auch ein zufriedener Coach Stefan Köck. Der gefühlte "All-Time-Underdog" aus dem Passauer Westen wird auch in der Spielzeit 2021/22 in der höchsten bayerischen Amateurliga vertreten sein. Warum? Weil die Schaldinger in den letzten Jahren bewiesen haben, dass sie genau immer dann zur Stelle sind, wenn es notwendig ist. Das wird auch im kommenden Frühjahr so sein. Für die Zukunft wünscht sich Stefan Köck, dass "im Fußball wieder ein wenig mehr Bodenständigkeit" einkehrt. Das Jahr habe gelehrt, dass es wichtigere Dinge im Leben gebe. 

Das macht Mut

"Wir haben es sehr gut hingebracht, die jungen Spieler zu integrieren", behauptet Köck nicht ohne Stolz - und hat damit recht. Mit Daniel Zillner (19) und Maxi Tiefenbrunner (19) haben zwei Eigengewächse aus der Jugend den Sprung in den Regionalliga-Kader gepackt. Zudem entwickelt sich Neuzugang Alex Mankowski (20) prächtig und ist auf dem besten Weg zu einer Führungsfigur in der Defensive. Tobias Stockinger (20) hat bereits vergangene Saison angedeutet, dass er ein Ausnahmetalent ist und den Unterschied ausmachen kann. Dazu kommt Marco Pledl (19), der auf den ersten Blick zwar erst vier Kurzeinsätze absolviert hat, man sollte sich allerdings immer vor Augen führen, dass der Bruder von Profi Thomas Pledl noch vor einem Jahr in der Kreisklasse (!) kickte. Bleibt der junge junge Mittelfeldmann, der sich schon einige gravierende Blessuren zugezogen hat, fit, dürfte es 2021 nicht lange dauern bis zu seinem ersten Startelfeinsatz. Der SV Schalding scheint bestens gerüstet für die Zukunft. Zudem hat der SVS spürbar auch spielerisch zugelegt. Hinten dicht machen, und dann vorne auf die schnellen Stürmer hoffen, so fassten die Gegner oft ein wenig despektierlich den grün-weißen Spielstil zusammen. Das scheint der Vergangenheit anzugehören. 

Das Personal 

Trotz glänzender Aussichten gibt Cheftrainer Stefan Köck auch den Mahner: "Wir dürfen nicht zu naiv werden und glauben, dass es uns jedes Jahr gelingen wird, mehrere Jugendspieler sofort in den Regionalliga-Kader zu integrieren. Es wäre schon ein Erfolg, wenn alle drei Jahre zwei Spieler aus der eigenen A-Jugend den Sprung schaffen würden. Das muss uns auch klar sein." Im Winter wird sich im Kader nach jetzigem Stand wohl nichts ändern. Das wird im Sommer aber dann anders sein. Mit Stefan Rockinger wird sich ein Leistungsträger definitiv verabschieden. Er wird im zentralen Mittelfeld eine Lücke hinterlassen, die es zu füllen gilt. Dass die Schaldinger die Region im Blick haben, ist ebenfalls kein Geheimnis. 

Stefan Rockinger will sich kommenden Sommer unbedingt mit dem erneuten Klassenerhalt aus Schalding verabschieden.

Stefan Rockinger will sich kommenden Sommer unbedingt mit dem erneuten Klassenerhalt aus Schalding verabschieden. Foto: Karl-Heinz Hönl

Der Winterfahrplan 

Die Schaldinger Kicker haben im Moment komplett frei. "Wir haben auch keine individuellen Pläne rausgegeben, weil wir einfach noch keinen Anhaltspunkt haben, wann es wieder losgehen wird. Ich erwarte aber schon von einem Regionalliga-Spieler, dass er so viel Eigenverantwortung zeigt und zumindest an seiner Fitness arbeitet", betont Köck. Der SVS-Coach geht im Moment davon aus, im Januar in die Team-Vorbereitung einsteigen zu können. 


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Tabelle
1. Aschaffenb. 2524 50
2. Nürnberg II 2529 49
3. SpV Bayreuth 2525 49
4. Schweinfurt 2319 44
5. Aubstadt (Auf) 252 39
6. Eichstätt 2614 37
7. Gr. Fürth II 26-2 36
8. Buchbach 253 35
9. FC Augsburg II 259 34
10. SV Wacker 251 33
11. Schalding 24-11 32
12. Illertissen 25-14 31
13. TSV Rain (Auf) 25-15 30
14. Heimstetten 25-10 26
15. 1860 Rosenh. 25-31 21
16. FC Memmingen 22-12 20
17. VfR Garching 20-31 13
18. Türkgücü Mün o.W. (Auf) 00 0
Die vier Erstplatzierten spielen eine Aufstiegs-Playoffrunde um die Relegationsteilnahme, die dann gegen den Meister der Regionalliga Nord ausgetragen wird.

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